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München - Im Interview wirft Thomas Helmer einen Blick auf die bisherigen Transferbemühungen von Bayern und Dortmund. Der SPORT1-Moderator nimmt Pavard in die Pflicht

Thomas Helmer, Moderator des CHECK24 Doppelpass, wechselte 1992 von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Für den Rekordmeister absolvierte der 54-Jährige 244 Pflichtspiele, für den BVB 223 Partien. Im Gespräch mit SPORT1 blickt er auf das bisherige Transfergebaren seiner beiden Ex-Vereine.

Außerdem spricht er über seinen Tretbootunfall auf der Alster.

SPORT1: Wie geht es Ihnen nach Ihrem Unfall und was ist passiert?

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Thomas Helmer: Mir geht es besser, aber noch nicht gut. Ich bin beim Aussteigen aus einem Tretboot mit dem rechten Bein weggerutscht. Dann habe ich einen Spagat gemacht und es hat Knacks gemacht. Diagnose: Muskelabriss im hinteren rechten Oberschenkel. Man muss jetzt Geduld haben. Wie beim FC Bayern.

SPORT1: Gutes Stichwort, denn noch scheint sich der Rekordmeister auf dem Transfermarkt schwer zu tun. 

Helmer: Man muss sich keine Sorgen machen, denn sie haben noch bis zum 2. September Zeit, Spieler zu verpflichten. Man darf die Transfer-Erfolge nicht am Zeitpunkt festmachen. Was mir allerdings auffällt ist, dass immer die gleichen Namen gehandelt werden - wie zum Beispiel Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea. Das ist sehr ungewöhnlich. Ich hoffe nicht, dass die Bayern nur so wenige Spieler im Blick haben. Ansonsten wird es echt schwer, denn diese Spieler kosten auch alle richtig Geld. 

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Helmer: "Bayern brauchen spielstarken Sechser"

SPORT1: Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Helmer: Die Bayern brauchen noch einen spielstarken Sechser, aber sie müssen sich auch noch auf den Außenpositionen verstärken. Serge Gnabry und Kingsley Coman sind hochtalentiert, aber vor allem Coman ist verletzungsanfällig. Im Kader sehe ich derzeit keinen adäquaten Backup. Das kann zu einem Problem werden. 

SPORT1: Neuzugang Benjamin Pavard bekommt die Rückennummer Fünf, die auch Sie einst beim FC Bayern getragen haben.

Helmer: Wenn man einen bestimmten Status beim FC Bayern hatte, durfte man sich die Rückennummer damals aussuchen. Ich wollte diese Nummer immer haben, weil es meine Lieblingszahl ist (lacht). Bei dieser Nummer denkt man natürlich immer an eine zentrale Position – auch bei Pavard. Nach seiner schwachen Saison in Stuttgart muss er jetzt beweisen, dass er ein Weltmeister ist. Ich erwarte von ihm eine erhebliche Leistungssteigerung, ansonsten wird es eng für ihn beim FC Bayern. 

Helmer: "Ich sehe Potenzial in Arp"

SPORT1: Was trauen Sie Jann-Fiete Arp zu?

Helmer: Vielleicht tut es ihm gut, mal aus Hamburg rauszukommen und wieder in der Bundesliga zu sein. Man wird gut daran tun, nicht direkt zu hohe Erwartungen an ihn zu haben. Ich bin aber von seiner Physis erstaunt und sehe Potenzial in ihm.

SPORT1: Wie ist Ihre Meinung über Lucas Hernández?

Helmer: Ich habe bislang nur Gutes über ihn gehört. Ich bin sehr gespannt auf ihn, weil er zuvor oft auf den Außen gespielt hat und nun in der Innenverteidigung eingeplant sein soll. Ich denke, dass er diese Position draufhat. Aber die Frage ist, wie das Zusammenspiel mit Niklas Süle klappen wird. 

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SPORT1: Borussia Dortmund hat sich bislang mächtig verstärkt.

Helmer: Dortmund hat den Umbruch eher eingeleitet als der FC Bayern, nämlich schon im letzten Jahr. Deswegen sind sie den Bayern auch einen Schritt voraus sind, das muss man ganz klar sagen. Die Münchner haben jetzt viele, sehr wichtige Persönlichkeiten verloren. Zuletzt auch noch Mats Hummels. Das hat Dortmund nicht, dafür haben sie aber nochmal richtig gute Spieler dazugeholt. Ich glaube, dass sie die Bayern in dieser Saison angreifen können. Momentan spricht mehr für den BVB.

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