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München - Das legendäre Stadion von Borussia Mönchengladbach wurde vor 100 Jahren eingeweiht. Bei SPORT1 blickt eine lebende Legende aus der Fohlen-Elf zurück.

Das Bökelbergstadion ist für jeden Fan von Borussia Mönchengladbach ein Mythos. Und für viele Fans über die Grenzen der Stadt hinaus eine Kultstätte. Hier wurde gejubelt und geweint. Wundervolle Triumphe und brutales Scheitern lagen oft dicht beieinander. 

Am 21. September 1919 stieg das Eröffnungsspiel im Bökelbergstadion - und was dieses Jubiläum bedeutet, davon kann ein Mann, der dort seine beste sportliche Zeit erlebte, eine Ahnung vermitteln.

"Den Bökelberg werde ich in der Erinnerung immer bei mir haben, das kriegst du nicht aus dem Kopf", sagt Wolfgang Kleff zu SPORT1.

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Wolfgang Kleff zimmerte am Mythos Bökelberg mit

Der Torhüter war ein integraler Teil der "Fohlen-Elf" mit Günter Netzer, Rainer Bonhof, Berti Vogts - der Mannschaft, die den Bökelberg zum Mythos machte: Fünf Mal wurde er mit der Borussia dort Deutscher Meister, ein Mal Pokalsieger, feierte zwei UEFA-Pokalsiege.

Der heute 72 Jahre alte Kleff wohnt immer noch in Mönchengladbach-Rheydt, unweit des Bökelbergs, auf dem heute längst eine Wohnsiedlung steht. Am Ende der Saison 2003/2004 gingen nach einem 3:1-Sieg gegen 1860 München am 22. Mai 2004 am Bökelberg endgültig die Lichter aus. 2004 gab es das Richtfest im neuen Stadion.

"Ich habe ein Bökelberg-Erlebnis im Herzen", sagt er nun: "Ich war beim Abriss bei einer Sprengung dabei, das war das, was im Nachhinein eine schöne Vergangenheit ausgelöscht hat", erinnert sich Kleff: "Das war das Emotionalste überhaupt, alles andere erlebt man im Sport immer wieder. Aber der Zusammenbruch des Bökelbergstadions war die stärkste Emotion, die man sich vorstellen kann."

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"Erinnerungen wurden nicht weggewischt"

Eine Träne hat er bei der Sprengung nicht verdrückt, sagt Kleff, aber "die Erinnerungen wurden nicht weggewischt, denn das geht ja gar nicht. Es war schon viel Wehmut dabei an glorreiche Tage."

Doch dieser Moment sei gleichzeitig verbunden gewesen "mit einem Zukunftsausblick, der eine große Wirtschaftlichkeit nach sich ziehen sollte, denn der Nordpark hatte eine ganz andere Kapazität". 

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Kleff ist da ganz realistisch: "Die guten Zeiten des Bökelbergs waren einfach nicht mehr aufrechtzuerhalten."

Heute kommt er ab und zu noch an seinem früheren Wohnzimmer vorbei. "Ich war ein paar Mal dort, aber nicht aus Wehmut oder Emotion, sondern, weil ich dort oft Drehtermine hatte. Ich konnte mich dann gar nicht mehr daran erinnern, wo einst das Tor gestanden hat."

Kleff blickt nicht traurig zurück. "Heute gehe ich lieber in das neue Stadion und schaue mir die Spiele an", sagt er. Den Mythos Bökelberg trägt er auch so weiter: "Das ist meine Vergangenheit und meine sportliche DNA. Das bleibt für immer."

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