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Sargis Adamyan (r.) traf für die TSG Hoffenheim zweimal gegen den FC Bayern
Sargis Adamyan (r.) traf für die TSG Hoffenheim zweimal gegen den FC Bayern © Getty Images
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München - Ein Doppelpack von Hoffenheims Startelf-Debütant Sargis Adamyan reißt den FC Bayern München aus der Euphorie nach dem Kantersieg gegen Tottenham.

Hoffenheim ist nicht Tottenham: Nach der Sternstunde in der Champions League hat der FC Bayern in der Bundesliga überraschend die erste Saisonniederlage kassiert.

Vier Tage nach dem grandiosen 7:2 bei Tottenham Hotspur unterlagen die fast identisch besetzten Münchner der sonst so offensivschwachen TSG Hoffenheim durch zwei Treffer von Sargis Adamyan mit 1:2 (0:0).

Die Laune für den traditionellen Mannschaftsausflug auf das Oktoberfest am Sonntag dürfte dem deutschen Rekordmeister nach dem ersten Sieg der Kraichgauer in München gründlich verdorben sein (Service: SPIELPLAN der Bundesliga).

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Niko Kovac: "War nicht unverdient"

"Das ist ein Warnhinweis für uns", stellte Manuel Neuer nach dem Spiel bei Sky zerknirscht fest - wehrte sich zugleich aber gegen die Interpretation, Hoffenheim auf die leichte Schulter genommen zu haben: "Die Motivation war da, das haben wir gemerkt, einfache Fehler haben dazu geführt, dass wir zweimal durch einen Bauerntrick ein Gegentor kassieren."

Trainer Niko Kovac ließ eine kritischere Einschätzung durchblicken: "Wir haben es nicht geschafft, das gute Spiel vom Dienstag wieder auf den Platz zu bringen. Man kann viel erzählen, aber die Wahrheit liegt auf dem Platz. Der Sieg von Hoffenheim war nicht unverdient."

Kovac fügte an, die Niederlage sei wohl "wahrscheinlich auch" auf ein Kopfproblem zurückzuführen gewesen: "Der Kopf steuert viel. Wir hätten es besser zu Ende spielen müssen, da fehlte Entschlossenheit." Sein Team habe den Gegner letztlich "nie unter Druck setzen können", das habe sich gerächt.

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Sargis Adamyan wird für FC Bayern zum Albtraum

Mann des Tages für Hoffenheim war der für nur 1,5 Millionen Euro von Zweitligist Jahn Regenburg verpflichtete Adamyan, der zum ersten Mal in der Bundesliga von Beginn an spielte. Erst traf er in der 54. Minute, nach dem Ausgleich von Torgarant Robert Lewandowski (73.) dann ein weiteres Mal (79.). Der in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene Armenier beendete damit zugleich die Münchner Serie von 20 Bundesligaspielen ohne Niederlage (LIVETICKER zum Nachlesen).

Hoffenheim, das mit der einzigen Spitze Adamyan auf Konter lauerte, wäre schon in der 5. Minute beinahe in Führung gegangen. Nach einem feinen Pass von Ihlas Bebou rannte Adamyan von der Mittellinie aus auf Torhüter Manuel Neuer zu - zögerte mit dem Abschluss aber so lange, dass der nacheilende Jerome Boateng noch den Fuß dazwischen bekam.

Adamyan lernte freilich schnell: Nach einem Ballverlust von Corentin Tolisso - ähnlich dem, der Tottenham unter der Woche das 1:0 ermöglichte - tunnelte er beim ersten Treffer Boateng, dann verlud er Neuer. "Das darf nicht passieren", rügte Kovac Tolisso. Beim zweiten Tor tunnelte Adamyan Boateng ein weiteres Mal.

Nach der Partie sprach Adamyan von einem "Riesentraum", der sich für ihn erfüllt hätte - und vom größten Tag seines Fußballerlebens.

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Hoffenheim defensiv sicher

Ansonsten war das Spiel fast durchgängig geprägt vom Bemühen der Bayern, die erst zum dritten Mal von Trainer Alfred Schreuder gewählte Vierer-Abwehr der TSG zu überlisten. Das führte zu viel Ballbesitz für die Münchner, aber zu wenig Chancen, weil die Gäste geschickt die Räume verdichteten. Nur nach einem Abseitstreffer von Gnabry (24.) ging es kurzzeitig besser mit Chancen für Gnabry, Thiago (beide 25.) und Tolisso (27.) - dann herrschte wieder Flaute. Nachdem Lewandowski kurz vor der Pause die Führung verstolpert hatte (44.), setzte sich die Ideenlosigkeit der Münchner in der zweiten Halbzeit fort.

Mit seinem 11. Saisontreffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Lewandowski für den Lichtblick, die Vorlage lieferte Thomas Müller, der einmal mehr nur als Joker kam. Kovac hatte vor der Partie aufhorchen lassen, als er über Müller sagte: "Wenn Not am Mann sein sollte, wird er seine Minuten bekommen."

Nach dem Spiel wollte Müller nicht mit den Journalisten reden, ebenso wie Javi Martínez, der weiter auf seinen ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison wartet und auf der Ersatzbank emotional stark aufgewühlt wirkte (Service: TABELLE der Bundesliga).

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