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Saarbrücken - Mit Markus Gisdol gab es beim 1. FC Köln erstmal nicht den Turnaround. Bei SPORT1 macht sich Klub-Ikone Dirk Lottner für eine Personalie stark.

Die nackten Zahlen machen Angst beim 1. FC Köln. Die Geißböcke belegen nach zwölf Spieltagen Platz 17, vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. 

Auch unter dem neuen Trainer Markus Gisdol gab es eine Niederlage: 1:4 bei RB Leipzig.  

"Ich bin schon überrascht, dass es sportlich beim FC nicht so läuft, wie man das hätte vor der Saison erwarten können", sagt Dirk Lottner im Gespräch mit SPORT1. "Ich glaube, dass die Mannschaft das Potenzial hat, um ohne große Not die Liga zu halten. Die bisherigen Ergebnisse tragen jedoch nicht dazu bei, dass meine Erwartung richtig war."

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Der 47-Jährige, der seit 2016 den 1. FC Saarbrücken trainiert und derzeit mit seinem Team auf Platz 1 in der Regionalliga Südwest rangiert, übt Kritik am Innenleben des FC, für den er zwischen 1999 und 2004 kickte und seit 2006 in mehreren Funktionen als Trainer tätig war.

"Die Strukturen innerhalb des Vereins sind sehr schwierig, wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden sollen. Wenn zu viele Leute mitreden können, ist das nie förderlich."

Dies habe sich zuletzt bei der Suche nach einem neuen Trainer und Sportdirektor gezeigt. "Da hemmen solche Dinge, wenn zu viele Personen etwas zu sagen haben. Vieles wird dann nur noch komplizierter."  

Podolski vor Rückkehr nach Köln?

Ein Gerücht sorgte zuletzt für Träumerei im Fan-Lager. Lukas Podolski könne vor einer Rückkehr nach Kölns stehen, hieß es. Der ehemalige Nationalspieler geht nicht von einer Verlängerung seines Japan-Gastspiels bei Vissel Kobe über seinen bis Ende 2019 laufenden Vertrages hinaus aus.

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Podolski, der 2017 vom türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul nach Japan gewechselt war, plant jedoch eine Fortsetzung seiner Profi-Karriere. Dabei will er auch eine Rückkehr zum FC "auf keinen Fall" ausschließen.

Gute Laune: SPORT1-Reporter Reinhard Franke (l.) traf sich in Saarbrücken mit FCS-Coach Dirk Lottner zum Interview
Gute Laune: SPORT1-Reporter Reinhard Franke (l.) traf sich in Saarbrücken mit FCS-Coach Dirk Lottner zum Interview © SPORT1

Der neue FC-Sportdirektor Horst Heldt schürte kürzlich die Spekulationen. "Es ist immer wichtig, verdiente Spieler an den Verein zu binden und einzubauen. Lukas hat herausragendes für den FC geleistet. Aber er muss für sich selbst entscheiden, was er machen will", sagte der 49-Jährige bei seiner Vorstellung: "Bisher hat er sich noch nicht gemeldet. Er kann mich aber gerne anrufen." 

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Lottner hat zu einer möglichen Rückkehr von Podolski eine klare Meinung: "Ein Lukas Podolski kann für den Verein jetzt Gold wert sein. Durch seine Ausstrahlung und seine Kontakte könnte er manche Dinge aus dem Klub raushalten."

Die wichtige Frage sei nur, "was Poldi machen will, wenn er zurückkommt. Will er noch Fußball spielen oder in irgendeiner Form um das Team herum oder im Verein tätig sein, diesen vielleicht repräsentieren?"

Und weiter: "Ich glaube, dass der FC auch von einer großen Verbundenheit lebt. Nur ist diese in den Strukturen des Vereins gerade nicht gegeben. Es muss wieder Identifikation aufgebaut werden. Da könnte Poldi eine ganz entscheidende Stütze werden."  

Immer noch einen besonderen Platz

Wie bei Podolski hat der FC auch bei Lottner nach wie vor einen besonderen Platz. "Das ist mein Herzensverein, dazu stehe ich auch."

Zuletzt musste er seiner alten Liebe allerdings wehtun, als er im DFB-Pokal gegen die Kölner mit 3:2 gewann. "Der Sieg im Pokal gegen meinen FC war schon etwas ganz Besonderes.“

Am Samstag spielen die Domstädter zu Hause gegen den FC Augsburg. Da ist ein Dreier Pflicht. "Jetzt wird es wichtig sein, wie Markus Gisdol die nächsten beiden wichtigen Spiele angehen wird. Da muss jetzt Erfolg her." 

Lottner weiß um den Ernst der Lage. "Man muss sich Sorgen machen, dass der FC wieder absteigt. Weitere Rückschläge und Nackenschläge kann der Klub jetzt am wenigsten gebrauchen. Ich drücke aus dem Saarland die Daumen, dass der Klub wieder die Kurve kriegt."

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Obwohl Bruno Labbadia absagte und Pal Dardai auch keine Lust auf den FC hatte, sieht Lottner Gisdol nicht als C-Lösung. "Er hat schon in Hoffenheim und beim Hamburger SV nachgewiesen, dass er Mannschaften befreien kann. Die Sache macht es für ihn aber nicht leichter, dass all diese Dinge im Vorfeld schon kommuniziert wurden."  

Die Kommunikation war auch hier das entscheidende Übel. "Allein die Tatsache, dass rauskam, dass Gisdol nur die C-Lösung war und dass Heldt vorher auch schonmal abgelehnt wurde von gewissen Gremien, trägt jetzt nicht dazu bei, dass die beiden ein gewisses Vertrauen spüren. Dementsprechend wirst du von Anfang an Ergebnissen gemessen."

Was kann jetzt helfen? Lottner: "Nur ein Erfolg."

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