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Gelsenkirchen - Beim Rückrundenauftakt zwischen Schalke und Gladbach steht Nübel-Nachfolger Markus Schubert im Fokus. SPORT1 erklärt, wie seine Woche ablief.

Ein satter Flachschuss aus kurzer Distanz von Augsburgs Leihgabe Michael Gregoritsch. Aber Markus Schubert ist zur Stelle. Der 21 Jahre alte Torwart taucht in die linke Ecke ab und kommt mit den Fingerspitzen gerade noch so an den Ball. "Gut so, Junge", lobt Alexander Nübel, der neben dem linken Pfosten steht. Die beiden Konkurrenten im Schalker Kasten klatschen sich ab. Dann geht Nübel für die nächsten Schussübungen ins Tor.

Alexander Nübel (l.) und Markus Schubert klatschen im Schalke-Training ab
Alexander Nübel (l.) und Markus Schubert klatschen im Schalke-Training ab © Imago

Überhaupt klatschen die beiden Kontrahenten im Schalker Tor in dieser Trainingswoche auffällig oft miteinander ab. Sie lachen viel, reden immer wieder zwischen den Übungen miteinander. Das Verhältnis zwischen den beiden Rivalen ist auch vor dem Bundesliga-Rückrundenauftakt am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach (ab 20.30 Uhr im Liveticker) gut. Schubert erklärte kürzlich: "Alex hat mir vor meinen Spielen viel Glück und Erfolg gewünscht, so wie ich das zuvor auch immer gemacht habe. Wir verstehen uns immer noch gut."

Eng befreundet sind die beiden zwar nicht, dennoch verstehen sie sich auch abseits des Rasens gut. Wie SPORT1 erfuhr, sind die beiden Schlussmänner, die auch auf DFB-Ebene Konkurrenten sind, in der Vergangenheit sogar schon gemeinsam mit ihren Freundinnen ausgegangen.

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Schubert kann sich in Nübels Lage hineinversetzen

Schubert, der im Sommer 2019 nach acht Jahren in Dresden ablösefrei vom Zweitligisten geholt wurde, kann sich sehr gut in Nübels Lage hineinversetzen. Auch wenn die Vorzeichen seinerzeit durchaus andere waren, war Schubert im Sommer nach Bekanntgabe seines Wechsels bei den Dynamo-Fans unten durch, musste durch einen Spießrutenlauf.

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Der Konkurrenzkampf im Schalke-Tor ist spätestens seit Nübels Rot-Sperre (noch zwei Spiele) und dem Wirbel um dessen bevorstehenden Sommer-Wechsel zum FC Bayern eröffnet. Schubert wird, so viel steht fest, gegen Gladbach und in der Woche drauf in München im Kasten stehen. Und dann? Was passiert, wenn Nübel seine Sperre in zwei Wochen abgesessen hat?

Dann wird er wohl ins Tor zurückkehren. So jedenfalls lassen sich die Aussagen von Trainer David Wagner bei der Pressekonferenz am Donnerstag interpretieren.

"Er genießt unsere volle Unterstützung. Er wird auch alles geben, damit wir weiter erfolgreich sind. Seine Leistung in der Hinserie war ein Hauptgrund, warum die Jungs super performen konnten. Wir wären dämlich, damit jetzt aufzuhören", hatte Wagner erklärt. Klingt eindeutig.

Wagner lobte aber auch Schubert: "Schubi weiß, dass er zweieinhalb richtig gute Spiele gemacht hat. Das habe ich ihm auch gesagt. Er hat nun eine gute Vorbereitung absolviert, hat in Hamburg auch noch zu Null gespielt. Es gibt also Sachen, aus denen er Vertrauen ziehen kann."

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Auch die Teamkollegen zählen auf Schubert. Stürmer Benito Raman (25) sagte unter der Woche: "Wir haben auch noch einen anderen guten Torwart, der die gleichen Leistungen zeigen kann wie Alex. Schubi hat bereits gezeigt, dass er ein Guter ist."

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Geht es nach den Schalke-Fans, würde Schubert bis zum Saisonende zwischen den Pfosten stehen.

Wie auch immer, am heutigen Freitag steht Schubert im Verfolger-Duell zwischen dem Tabellenfünften und -zweiten besonders im Fokus. Der gebürtige Sachse trainierte in den vier Mannschaftseinheiten in dieser Woche gewohnt unaufgeregt und fokussiert, schmiss sich unerschrocken in jeden Ball rein. Im internen Trainingsspielchen auf kleinem Feld beim Abschlusstraining am Donnerstag hüteten Schubert und Nübel die beiden Tore. Auch da gaben sich die beiden in den Pausen gegenseitig Tipps, pushten sich immer wieder.

In seinem Wochenablauf änderte Schubert nichts. Nach den Einheiten verbrachte der Hobby-Koch viel Zeit mit seiner Freundin.

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Im Sommer stattete Schalke den U21-Nationaltorhüter Schubert mit einem Vertrag bis 2024 aus und setzte sich damit gegen namhafte Konkurrenz durch. Nach SPORT1-Informationen gab es vor der Saison ein konkretes Interesse an Schubert aus der Premier League. Arsenal London wollte den Freiberger mittelfristig zur Nummer eins aufbauen. Aus der Bundesliga winkten Augsburg und Düsseldorf mit einem Stammplatz, die Top-Zweitligisten HSV und Stuttgart hatten ebenfalls großes Interesse. Schubert, der Barca-Keeper Marc-André ter Stegen (27) bewundert, entschied sich aber für Schalke - und ist im Pott glücklich. Umso mehr, wenn er - wie am Abend gegen Gladbach - zwischen den Pfosten stehen darf.

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