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München - Torschütze Leon Goretzka hadert mit seiner eigenen Situation beim FC Bayern. Hasan Salihamidzic wünscht sich ein anderes Vorgehen, äußert aber auch Verständnis.

Leon Goretzka ist als Mann der klaren Worte bekannt.

So erhob der Mittelfeldspieler des FC Bayern in den vergangenen Wochen und Monaten immer seine Stimme, als es um Themen wie Rassismus und Diskriminierung ging.

Am Sonntag wurde Goretzka dann auch deutlich, als SPORT1 ihn auf seine persönliche sportliche Situation ansprach.

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"Überhaupt nicht" zufrieden sei er, erklärte der 25-Jährige nach dem mühsamen 2:0 des FC Bayern gegen den FC Augsburg: "Da bin ich natürlich nicht glücklich mit".

Goretzka wieder nur Joker

Wieder einmal saß der frühere Schalker zu Spielbeginn auf der Bank, ehe er von Hansi Flick in der 70. Minute aufs Feld beordert wurde.

Der Wechsel hatte den gewünschten Erfolg: Goretzka lieferte. Wie schon beim 6:0 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende traf er als Joker.

Während er dort nur den unbedeutenden Schlusspunkt erzielte, beendete Goretzka am Sonntag das große Zittern.

Denn nur wenige Minuten vor seinem 2:0 in der Nachspielzeit hatte Manuel Neuer die Bayern vor dem Ausgleich bewahrt.

Goretzka unglücklich

Doch trotz des Treffers, der aufgrund von Leipzigs Patzer am Samstag im Titelkampf Gold wert sein könnte, tat Goretzka seinen Unmut kund.

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"Persönlich bin ich natürlich nicht glücklich, wenn ich 20 Minuten spiele", sagte der Nationalspieler. Allerdings, das spricht auch für Goretzkas Charakter, müsse man differenzieren.

Schließlich "läuft es in der Mannschaft sehr gut, wir sind erfolgreich." Denn er weiß, dass man seine persönliche Situation "richtig einordnen" müsse, damit man sie "nicht in sein Handeln überfließen lässt" und sie "keinen negativen Einfluss auf die Mannschaft hat".

Goretzka in "bester Verfassung meiner Laufbahn"

In der Bundesliga stand Goretzka - unter anderem wegen Verletzungsproblemen - zuletzt vor einem Monat in der Startelf, in der Champions League beim FC Chelsea reichte es nur zu einer Minute, nachdem er zuvor angeschlagen war. Einzig im Pokal gegen Ex-Klub Schalke durfte er über 90 Minuten ran.

Dabei sei er doch "vielleicht sogar in der besten Verfassung in meiner bisherigen Laufbahn". Goretzka betonte, dass es einen Austausch mit Flick gebe, dessen Inhalt er aber der Öffentlichkeit nicht preisgeben wollte. 

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Jener Flick weiß aber, was er an Goretzka hat, in Spielen gegen prominente Gegner wie Dortmund, Leverkusen, Gladbach oder Leipzig bekam er reichlich Einsatzzeit.

Salihamidzic bevorzugt Vier-Augen-Gespräch

Hasan Salihamidzic zeigte gemischte Gefühle, als er in der Mixed Zone mit Goretzkas Aussagen konfrontiert wurde.

"Der Trainer stellt die Mannschaft auf, wie er das für richtig hält", erklärte der Sportdirektor und fand, dass es "doch das Recht von jedem" sei, sich zu äußern, vor allem, wenn "er es so macht wie heute".

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Allerdings, fügte Salihamidzic an, habe er es "lieber, wenn wir das unter vier oder mit dem Trainer unter sechs Augen besprechen."

Goretzka will sich mit Leistung anbieten

Er äußerte aber auch Verständnis, denn Goretzka sei schließlich ein Nationalspieler mit Ansprüchen.

"Ich weiß, wie er das meint, und ich weiß auch, dass er immer traurig ist, wenn er nicht spielt. Deswegen soll er, wenn er reinkommt, Gas geben und Tore machen, dann wird ihn der Trainer auch wieder aufstellen."

Bis dahin wird Goretzka geduldig bleiben müssen. Sein Auftrag an sich selbst: "Ich muss meine Leistung bringen, dann habe ich auch eine Berechtigung, in der Startelf zu stehen. Das ist jetzt meine Aufgabe."

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