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Dortmund - Der BVB blamiert sich zum Abschluss daheim gegen Hoffenheim. Götze flüchtet vorzeitig. Torhüter Roman Bürki kritisiert die Mentalität der Mannschaft scharf.

Irgendwann hatte Mario Götze dann genug.

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Gegen 16.45 Uhr verließ der in Schwarz gekleidete Mittelfeldspieler den gelben Schalensitz im Signal Iduna Park, begab sich zu seinem Auto und bretterte davon. Da stand es an einem aus BVB-Sicht blamablen letzten Spieltag schon 0:4 gegen Hoffenheim. Ob Götzes frühzeitiges Verschwinden an der schwachen Leistung seiner Noch-Mitspieler oder an privaten Gründen - Götze ist am 6. Juni Vater eines Sohnes geworden und stand auch deshalb gegen Hoffenheim nicht im Kader - lag, ist nicht überliefert.

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BVB-Klatsche zu Götzes Abschied

Der 28 Jahre alte Rio-Weltmeister, dessen BVB-Vertrag nach dieser Saison nicht verlängert wird, wurde vor dem Anpfiff von Hans-Joachim Watzke, Dr. Reinhard Rauball, Michael Zorc und Sebastian Kehl verabschiedet. Was der Offensivspieler sah, dürfte ihn und freilich auch die BVB-Bosse ganz sicher nicht gefreut haben. Zum Götze-Abschied ließ sich der BVB nämlich noch mal so richtig abfertigen.

Ein 0:4 zum Saisonabschluss zu Hause gegen Hoffenheim. Innerhalb von 50 Minuten schnürte TSG-Stürmer Andrej Kramaric einen Viererpack und schoss seine Mannschaft in die Europa League. Während die Hoffenheimer nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen hüpften und tanzten, schlichen die BVB-Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Bürki: "Vielleicht habe wir die falsche Mentalität"

Es war eine Frage des Charakters an diesem 34. Spieltag. Für den BVB war schon alles gelaufen. Das Minimalziel, die Vizemeisterschaft, stand bereits fest. Der große Unterschied: Für Meister Bayern ging es ebenfalls um nichts mehr. Und trotzdem fertigten die Münchner zum Saisonabschluss den Hoffenheim-Kontrahenten Wolfsburg mal eben mit 4:0 ab.

Roman Bürki wurde auch deshalb nach dem Spiel deutlich. "Bayern hat diese absolute Winner-Mentalität", sagte der BVB-Keeper. "Vielleicht haben wir manchmal die falsche Mentalität und die falsche Einstellung." Und Axel Witsel ergänzte: "Da gibt es nichts zu erklären. Sie waren aggressiver, hatten mehr Motivation. Wir wollten diese Saison nicht so beenden." Auf dem Papier sei man vielleicht die bessere Mannschaft, aber auf dem Platz, monierte der Belgier, sei das anders.

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Favre verteidigt Charakter seiner Mannschaft

SPORT1 fragte Trainer Lucien Favre hinterher auf der Pressekonferenz, ob genau darin, im unbändigen Siegeswillen, obwohl es um nichts mehr geht, der grundlegende Unterschied zwischen Dortmund und Bayern liegt? Ob es eine Charakterfrage ist? Der Schweizer verneinte: "Nein! Das hat nichts mit körperlicher Präsenz oder fehlendem Charakter zu tun. Natürlich hätten wir das besser machen müssen. Der Wille, den Ball zu erobern, hat gefehlt."

Bürki pflichtete seinem Trainer bei: "Der absolute Wille, dieses Spiel zu gewinnen und dagegenzuhalten, das hat völlig gefehlt. Wir haben gegen einen Gegner gespielt, für den es noch um was ging."

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Favre: "Bayern sind besser. Punkt"

Mit einem Negativerlebnis verabschiedet sich der BVB also in die Sommerpause. Nach dem schmeichelhaften 1:0-Sieg in Düsseldorf, der 0:2-Heimniederlage gegen Mainz und nun dem 0:4 gegen Hoffenheim kommen erneute Zweifel auf, ob der BVB im kommenden Jahr wirklich einen ernstzunehmenden Titel-Angriff auf die Bayern starten kann.

Auch wenn Spiele wie das beeindruckende 2:0 in der vergangenen Woche in Leipzig gezeigt haben, wozu der BVB im Stande ist, wenn jeder Spieler bis in die Haarspitzen motiviert ist.

Mit Blick auf die kommende Saison sagte Favre: "Die Bayern sind zurzeit besser. Punkt. Es fehlt natürlich etwas bei uns. Das ist klar. Es ist aber schwer, so kurz nach einem Spiel zu sagen, was alles fehlt."

Man werde, versprach der 62-Jährige, weiter an sich arbeiten. "Wir dürfen schließlich nicht die Konkurrenz vergessen mit Leipzig, Gladbach und Leverkusen, die auch peu à peu kommt."

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