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Markus Krösche wird RB Leipzig verlassen. Warum die Sachsen den Abschied des Sportdirektors gelassen sehen, schreibt SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp.

Bei vielen Vereinen wären die Sorgenfalten jetzt zurecht tief.

Nicht nur der Erfolgstrainer will den Verein verlassen (und zu den Bayern wechseln), sondern auch der Sportdirektor geht. Doch RB Leipzig geht mit der Sachlage auffällig gelassen um. Weil sich die Verantwortlichen ziemlich sicher sind, auch aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen.

Julian Nagelsmann steht vor einem Wechsel nach München, die Gespräche laufen. Der Vertrag mit Markus Krösche wurde aufgelöst. Von Krise oder Zukunftssorgen ist am Cottaweg in Leipzig, wo neben dem hochmodernen Trainingszentrum auch das RB-Geschäftsgebäude steht, trotzdem nichts zu spüren. 

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Krösche sah sich nicht aus der Überholspur

Für Nagelsmann werden sie viel Geld bekommen. 25 Millionen Euro, heißt es, sei das Preisschild, das dem FC Bayern mitgeteilt wurde. Die Leipziger, das ist zu hören, gehen von einer Einigung aus, sogar schon kurzfristig. Nachfolger könnte Jesse Marsch werden, der schon als Co-Trainer unter Ralf Rangnick bei RB gearbeitet hat und gerade zum zweiten Mal Meister in Österreich wird. Er kennt sowohl die Philosophie und die Strukturen als auch alle handelnden Personen.

In Salzburg arbeitete Marsch schon mit Christopher Vivell zusammen, dem damaligen Scouting-Chef unter Sportdirektor Christoph Freund. Und Vivell, gerade 34, spielt nach dem plötzlichen Aus von Markus Krösche, der am Ende keine zwei Jahre in Leipzig war, jetzt eine noch wichtigere Rolle bei RB. Vor dieser Saison hatte Vorstandschef Oliver Mintzlaff den Spezialisten als Technischen Direktor in Leipzig installiert - an der Seite von Sportdirektor Krösche. Gleichberechtigt, wie auch Florian Scholz, den Dritten im neuen sportlichen Führungsbunde.

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"Es hat für mich nicht mehr ausgereicht, dass wir einen einzelnen Sportdirektor haben", argumentierte Mintzlaff damals, "weil das zu viele Themen für einen sind." Mit Vivell würde "mehr Expertise in den Verein" geholt werden.

Gelassenheit einer der größten Erfolgsfaktoren von RB

Krösche, der Anfang März schon mit Schalke über einen Wechsel sprach (und damit Mintzlaff verärgerte), hätte gern weiter allein das Sagen gehabt. Doch Vivell, von Mintzlaff zum Verantwortlichen für eine standortübergreifende Kaderplanung und einheitliche Transferstrategie gemacht, bekam RB-intern immer mehr Aufgaben. Seine ausgezeichnete Arbeit für Salzburg, wo er zum Beispiel den Transfer von Erling Haaland aus Molde mit eingefädelt hatte, setzte er auch in Leipzig fort.

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Nicht wenige bei RB glauben, dass Krösche, so gut er sich mit den Kollegen auch verstand und den Klub nach außen vertrat, schnell zu ersetzen sein wird. Vivell und auch Scholz, der unter anderem die kaufmännischen Themen im sportlichen Bereich leitet, bleiben als starkes Führungsduo. Der neue Sportdirektor, der Krösches Bereich übernimmt, wird sich einreihen. Sie haben verschiedenen Kandidaten im Auge, das Auswahlverfahren läuft bereits.

So spannend die nächsten Monate in Leipzig auch werden, sportlich und personell - die Gelassenheit von RB bleibt einer ihrer größten Erfolgsfaktoren.

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