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Neymar setzte bei Real Madrid nicht die entscheidenden Akzente für PSG © Getty Images
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München - Real Madrid schlägt PSG, Ronaldo übertrumpft Neymar: Der Titelverteidiger ist auf dem Weg, einen großen Rivalen auszuschalten - was Folgen haben dürfte.

Was wäre das für eine Geschichte gewesen, wenn dieses Duell andersherum ausgegangen wäre.

Wenn Neymar der Mann gewesen wäre, der es entschieden hätte. Der teuerste Fußballer der Welt, der Weltfußballer der Zukunft, Triumphator über den Weltfußballer der Gegenwart.

Bei Real Madrid, dem Titelverteidiger. Im Estadio Bernabeu, im Wohnzimmer des Cristiano Ronaldo. Das Wohnzimmer, von dem es heißt, dass es Neymar, den Superstar von Paris Saint Germain, irgendwann gern als Nachmieter hätte.

Die Geschichte ging dann nur eben etwas anders aus: Es war Ronaldo, der demonstrierte, dass er sein edles Wohnzimmer immer noch für sich beansprucht. Und PSG damit eine potenziell folgenschwere Pleite zufügte.

Cristiano Ronaldo mit einem Tor-Meilenstein

3:1 gewann Ronaldos Real Madrid das Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen PSG. Zwei der drei Tore steuerte der Portugiese bei - einen kuriosen (und eigentlich irregulären) Volley-Elfmeter, einen per Knie.

Ronaldo schoss für Real seine Champions-League-Tore Nummer 100 und 101, noch nie zuvor hat ein Spieler in der Königsklasse für einen einzigen Verein so oft getroffen.

Im Vergleich mit Neymar gewann der 33 Jahre alte Ronaldo so auch den persönlichen Showdown mit dem sieben Jahre jüngeren Brasilianer.

Der hatte zwar seine starken Phasen, als er nach übermotiviertem Beginn zunehmend in die Partie hineinfand. War mit 73:38 Ballkontakten auch der aktivere Mann auf dem Platz.

Aber am Ende konnte er in seinem bislang wichtigsten Spiel für PSG eben nicht das liefern, was Ronaldo immer noch zu liefern vermag: die entscheidenden Impulse, die entscheidenden Tore.

Real Madrid wieder obenauf

Ronaldo war klug genug, das alles nicht überzubewerten: "Es ist noch nicht vorbei. Wir müssen auch in Paris auf Sieg spielen und Tore schießen, um uns für die nächste Runde zu qualifizieren."

Neymar und PSG werden einen großen Kraftakt aufbringen müssen, um das zu verhindern. Gelingt der nicht, wird bei PSG einiges ins Wanken geraten.

Luft für Unai Emery wird dünn

Trainer Unai Emery wird eine weitere Saison, in der er PSG dem Traumziel Champions-League-Sieg nicht näher gebracht hat, nicht überstehen.

In Madrid boten die Coaching-Entscheidungen des Basken weitere Angriffsfläche. Vor allem seine Entscheidung, Stürmer Edinson Cavani mitten in der entscheidenden Phase des Spiels gegen Rechtsverteidiger Thomas Meunier auszutauschen, trug dazu bei, dass die Partie kippte.

Die darauffolgenden Offensiv-Wechsel von Reals Zinedine Zidane - Bale für Benzema, Asensio für Isco - erwiesen sich als die besseren Entscheidungen.

Schiri-Schelte: PSG-Coach wittert Verschwörung

PSG-Boss muss Zeichen setzen - auch für Neymar

Dass Emery hinterher einen Großteil der Schuld am Schiedsrichter festmachte, wird ihm kaum helfen: PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi klagte nach nach der Partie zwar auch über die Schiri-Pfiffe. Emerys Anteil an der Niederlage wird ihm aber auch kaum entgangen sein.

Al-Khelaifi wird sich im Falle des Ausscheidens um einen Trainer mit größerem Namen bemühen. Er weiß, dass er Zeichen setzen muss, da seinem Großprojekt noch empfindlichere Rückschläge drohen.

Ein Aus gegen Real vergrößert die Gefahr, dass sein Superstar irgendwann zum Schluss kommt, dass er bei einem bereits an der europäischen Spitze etablierten Klub wie Real besser aufgehoben ist. Schon kurz nach seinem Rekord-Wechsel im Sommer kamen ja Berichte auf, dass PSG für Neymar keine Herzensangelegenheit sei.

Kampf gegen die Transfer-Gerüchte

Schon unmittelbar nach der Partie war Al-Khelaifi jedenfalls wieder damit beschäftigt, die - auch von Real geschürten - Wechsel-Spekulationen um Neymar einzudämmen.

"Neymar bleibt zu hundert Prozent bei PSG", hielt er fest. Auch Neymar beteuerte: "Ich habe bei PSG Vertrag, konzentriere mich nur darauf, und bin glücklich in Paris."

Wie viel Neymars Versicherungen wert sind, wissen die Fans des FC Barcelona.

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