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München - Der Elfmeter nach einem Handspiel von Emre Can gegen ManCity erregt die Gemüter. Die TV-Experten Hamann und Lienen kritisieren die Entscheidung am schärfsten.

Es lief die 52. Minute im Dortmunder Stadion, als Emre Can den Ball zuerst mit dem Kopf berührte und ihn dann an den ausgestreckten linken Oberarm bekam. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, der Video Assistant Referee (VAR) bestätigte die Entscheidung - und dennoch sorgte die Szene für riesige Aufregung. (EINZELKRITIK: Was ist mit Haaland?)

Im Stadion, wo City-Stürmer Riyad Mahrez anschließend den Strafstoß zum 1:1 verwandelte und damit die Gäste auf Kurs Richtung Champions-League-Halbfinale brachte, und noch mehr im Studio von Sky. (Die Stimmen zum Spiel)

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Lienen: Interpretationen sind geisteskrank

Dort waren sich die beiden Experten Dietmar Hamann und Ewald Lienen in ihrer strikten Ablehnung der Elfmeterentscheidung einig. Nur in ihrer Wortwahl unterschieden sich die beiden Ex-Fußballer.

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Während Hamann gleich mehrmals das Wort "skandalös" gebrauchte und den BVB "um den Lohn seiner Arbeit gebracht" sah, wählte Nebenmann Lienen angestachelt durch die Entscheidung des Teams von Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande noch drastischere Worte.

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"Wir haben Interpretationen, die geisteskrank sind", tobte der UEFA-Cup-Sieger von 1979: "Diese ganzen Hand-Situationen sind für mich lächerliche Geschichten, die Spiele, Meisterschaften entscheiden. Das ist albern!"

Für beide steht fest: "Die Regel lässt keinen Interpretationsspielraum!"

Hamann sieht sogar die Zukunft des Videobeweises in Gefahr, sollten sich solche Entscheidungen wiederholen.

Hamann zweifelt an Zukunft des Videobeweises

"Der Videobeweis wurde eingeführt, um die Sache gerechter zu machen. Wenn solche Entscheidungen nicht zurückgenommen werden, dann weiß ich nicht, ob der Videobeweis Zukunft hat", sagte Hamann und legte nach: "Das heute war eine skandalöse Entscheidung. Den Dortmundern wurde heute ganz übel mitgespielt." 

Auch wenn die beiden Experten ihre Meinung nicht unbedingt distanziert vortrugen, die offiziellen FIFA-Regeln geben ihnen Recht. Da heißt es: "Abgesehen von den genannten Vergehen liegt in folgenden Situationen, in denen der Ball an die Hand/den Arm eines Spielers springt, kein Vergehen vor: Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) des Spielers an dessen Hand/Arm."

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Der Twitter-Eintrag des Schiedsrichter-Podcasts Collinas Erben stützt die These der beiden Experten ebenfalls. Da heißt es: "Wenn ein Spieler den Ball erst absichtlich mit Kopf oder Körper spielt und der Ball dann an den Arm springt, ist das Handspiel nicht strafbar (auch wenn der Arm vom Körper abgespreizt oder erhoben war). Aus meiner Sicht hat Can erst absichtlich mit dem Kopf gespielt."

Man kann die Szene aber auch anders beurteilen. Pep Guardiola, der Trainer von Manchester City, benötigte dafür nur drei Worte: "Ganz klar Elfmeter!"

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