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Dortmund - Jadon Sancho darf den BVB unter bestimmten Voraussetzungen am Saisonende verlassen. SPORT1 nennt die detaillierten Bedingungen für einen Wechsel des Angreifers.

Jadon Sancho hatte soeben den entscheidenden Pass zum 5:0 durch Jude Bellingham im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel gegeben, da formte der Flügelflitzer die Finger seiner beiden Hände zu einem Herz.

Die Botschaft ging in Richtung Erling Haaland. Etwa 50 Meter Luftlinie entfernt saß der andere Superstar auf der Tribüne und erwiderte Sanchos Gruß mit einer geballten Faust.

Sancho und Haaland – das Super-Duo von Borussia Dortmund könnte im Sommer gesprengt werden. Zusammen kommen die beiden Youngster (Jahrgang 2000) in dieser Saison auf 49 Pflichtspieltreffer und 29 Vorlagen. Damit sind sie an mehr als der Hälfte aller 104 BVB-Treffer direkt beteiligt.

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Haaland liegt bei 37 Toren und elf Assists in 38 Spielen, Sancho bei zwölf Toren und 18 Assists in 34 Spielen. (Torjäger der Bundesliga)

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Sancho-Abgang "unter gewissen Voraussetzungen"

Mindestens einer von beiden wird Dortmund wohl nach der Saison verlassen. Während die BVB-Bosse mit aller Macht einen Abgang von Haaland verhindern wollen, werden sie Sancho ziehen lassen – aber nur "unter gewissen Voraussetzungen", wie Michael Zorc am Samstagabend einmal mehr in der ARD betont hat.

"Wir haben mit Jadon schon im vergangenen Jahr ein Gentlemen's Agreement gehabt, dass er unter bestimmten Voraussetzungen wechseln kann", sagte der Sportchef. "Er ist ja auch schon ein paar Jahre bei uns. Bei Erling gibt es diese Vereinbarung aber nicht."

Wie sieht diese Abmachung beim Engländer aus?

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Am Tag nach dem Einzug ins DFB-Pokal-Finale fragte SPORT1 bei Zorc nach. Die Antwort: "Dieses Gentlemen's Agreement zwischen Jadon und uns gab es - wie Sie alle wissen - schon im vergangenen Sommer, und daran hat sich auch nichts geändert. Wir haben gewisse Bedingungen gestellt, die erfüllt werden müssten, damit Jadon den Verein verlassen könnte", erklärt der 58-Jährige. "Das Timing und die Summe waren und sind die entscheidenden Parameter." (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

BVB-Bedingungen für Sancho-Wechsel

Timing heißt: Das Angebot eines Klubs muss – damit der BVB entsprechende Planungssicherheit hat – bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eingehen. Im vergangenen Jahr war es der Tag, an dem der BVB ins Schweiz-Trainingslager gereist ist. Auch diesmal könnte das Trainingslager (wohl Ende Juli) als Deadline gelten. Das Transferfenster endet am 31. August.

Summe heißt: Wollte der BVB im vergangenen Jahr noch 120 Millionen Euro für Sancho sehen, ist der Pott-Klub mittlerweile - auch aufgrund der Pandemie - mit weniger zufrieden. Intern haben sich die Bosse nach SPORT1-Informationen auf eine Summe von 85 bis 90 Millionen Euro geeinigt. Das wäre knapp unter dem Marktwert (100 Millionen Euro) des Shooting-Stars.

Wer will Sancho haben? Dem Vernehmen nach sollen die Premier-League-Klubs FC Liverpool, FC Chelsea und Manchester United interessiert sein. Sancho-Wunschklub United soll englischen Medienberichten zufolge bereit sein, rund 80 Millionen Euro zu zahlen. Ein Angebot ist beim BVB bislang aber noch nicht eingegangen.

Wer wird Sancho-Nachfolger? Die BVB-Bosse halten längst Ausschau nach einem Nachfolger. Ein Transfer von Memphis Depay (Lyon/ablösefrei) ist indes kein Thema mehr. Die Gehaltsforderungen sind offenbar zu hoch (SPORT1 berichtete). Auch ein Transfer von Donyell Malen würde sich schwierig gestalten. Für den 22 Jahre alten Stürmer fordert PSV Eindhoven eine Ablöse von rund 40 Millionen Euro - viel zu viel für den BVB.

Sancho wechselte im Sommer 2017 aus der Jugend von Manchester City zum BVB. Der Engländer schoss in 133 Pflichtspielen 46 Treffer für die Borussia und gab 62 Vorlagen. Coach Edin Terzic sagte vor wenigen Tagen: "Wenn er so spielt, wenn er so fleißig ist, wie er zuletzt auch im Training war, dann wird er jeder Mannschaft der Welt helfen können." (Tabelle der Bundesliga)

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