Torfestival! Neuers erster WM-Test im Video
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Eppan - Nach seinem ersten Einsatz im Tor der deutschen Nationalmannschaft gegen die U20 naht die Entscheidung, ob Bayern-Keeper Manuel Neuer mit zur WM fahren wird.

Auf dieses Comeback musste Manuel Neuer lange warten. Genauer gesagt sind 254 Tage vergangen, seit Neuer in einem Pflichtspiel zum letzten Mal zwischen den Pfosten stand. Am Montagabend gab er nach drei Brüchen des linken Mittelfußes sein lang ersehntes Comeback im DFB-Dress - auch wenn es nur ein internes Testspiel war.

30 Minuten dauerte die Rasen-Rückkehr des Nationaltorwarts beim 7:1-Testspielsieg gegen die deutsche U20-Auswahl. Marc-Andre ter Stegen hatte in den ersten dreißig Minuten das DFB-Tor gehütet und wurde nach der Halbzeitpause von Neuer abgelöst. 

Sein Arbeitsnachweis: Er spielte in der zweiten Halbzeit zu Null und gab sich keine Blöße. Gefordert wurde der Weltmeister in dem Test aber kaum. "Die Jungs haben gegen die U20 nicht so viel zu tun bekommen", verriet Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dem Bayern-Keeper eine Punktlandung gelingt - und er im ersten WM-Spiel gegen Mexiko am 17. Juni im deutschen Kasten stehen wird.

Gegen Österreich im Kasten

Den nächsten kleinen Schritt Richtung WM-Ticket soll Neuer bereits am Mittwoch machen, wenn erneut ein Testspiel gegen die deutsche U20 ansteht. Auch dann wird der 32-Jährige 30 Minuten lang zum Einsatz kommen, wie Köpke verriet.

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Der erste richtige Härtetest wartet dann am Samstag auf den Rückkehrer. "Stand jetzt wird Neuer gegen Österreich spielen. Das sind die Spiele, die er braucht. Da wird er sicherlich auch mehr zu tun bekommen", ist sich Köpke sicher.

Derzeit gebe es nichts, was gegen Neuers WM-Teilnahme spricht, sagt Köpke. "Von der Sprungkraft, von der Bewegung her hat sich nichts geändert. Es gab keine Schonhaltung. Es war, als wäre Manu nicht weg gewesen". (SERVICE: WM-Spielplan)

Jetzt gehe es noch um das Spielverständnis und die Sicherheit mit dem Fuß. "Er ist auf dem Wege, den wir uns alle vorstellen. Ich habe keine Bedenken. Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl", sagt der Bundestorwarttrainer.

Schon in den ersten Trainingstagen in Eppan zeigte sich Neuer voller Elan. Der gebürtige Gelsenkirchener hüpft, hechtet, sprintet, fängt und erweckt den Eindruck, als sei er nie weg gewesen.

Ter Stegen akzeptiert Nebenrolle

So auch beim Mannschaftstraining am Dienstagvormittag, wo er sich bei einer Spielform auf engem Feld hellwach und ständig anspielbereit zeigte. Das Highlight: Eine Glanzparade bei einem Schuss von Sebastian Rudy um 11.50 Uhr, ehe er um 12.15 Uhr an der Seite von Sami Khedira den Trainingsplatz wieder verließ.

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Seinen Stellvertretern ter Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp bleibt damit nur die Schattenrolle. Zu präsent ist Neuer im DFB-Dress, zu sehr vermittelt er den Eindruck, dass er tatsächlich rechtzeitig fit wird für die WM. 

Laut Köpke hat sogar ter Stegen, seines Zeichens Stammkeeper beim FC Barcelona, den Status Quo akzeptiert: "Natürlich würde er gerne die WM als Nummer eins spielen. Er hat sich super entwickelt, eine fantastische Saison bei Barcelona gespielt. Er weiß aber, dass es eine besondere Situation ist und kann gut damit umgehen."

Für die meisten Nationalspieler ist es ohnehin keine Frage, dass Neuer seinen Status als deutsche Nummer 1 behält. "Marc hatte eine überragende Saison. Aber Manu hat viel für die Nationalelf getan. Wenn er hundertprozentig fit ist, führt an einem viermaligen Welttorhüter kein Weg vorbei", sagt Julian Draxler.

"...dann brauchen wir über die WM nicht reden"

Und dennoch: In Stein gemeißelt ist die WM-Fahrkarte für Neuer noch nicht. Einen Rückfall kann sich der Bayern-Star nicht mehr erlauben - und sei er noch so klein. 

"Ich glaube, das kann man so klar sagen: Gegen Österreich sollte Manuel spielen können", erklärte Köpke zuvor in der Süddeutschen Zeitung. "Wenn er da auch keinen Einsatz hat, brauchen wir über eine WM nicht zu reden."

Und so dürfte erst am Samstag die (Vor-)Entscheidung fallen, ob Neuer tatsächlich die erhoffte Punktlandung gelingt. Steht er im Kasten und übersteht die 90 Minuten schmerz- und fehlerfrei, spricht nicht mehr viel dagegen, dass Manuel Neuer auch am 17. Juni gegen Mexiko im deutschen Tor stehen wird.

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