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München - Wie Bundestrainer Löw drei Weltmeister Boateng, Hummels und Müller aussortiert, ist nicht anständig. Auch der Zeitpunkt irritiert. Der SPORT1-Kommentar.

Die drei Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng auf einem Streich abzuservieren, ist mehr als ein Hammer - es ist nicht anständig.

Ein Abgang durch die kalte Küche für drei Spieler, die vermutlich ihre beste Zeit in der Nationalmannschaft hatten, aber bitte nicht so eiskalt in ein paar Minuten abserviert werden dürfen!

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Joachim Löw hat mehr als einmal den richtigen Zeitpunkt verpasst, den Umbruch in der Nationalmannschaft einzuleiten.

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Nach der völlig verpatzten WM in Russland vor zehn Monaten zog sich der Bundestrainer fast zwei Monate lang zurück, um dann fade zu bilanzieren: Wir machen weiter so!

Und als unsere Nationalmannschaft zum Jahresende zwar bemühter, aber ebenso wenig erfolgreich agierte und fast chancenlos in der Nations League abstieg, wurden die kleinen Verbesserungen von uns geduldig und wohlwollend begleitet. Das Bemühen für einen Umschwung war erkennbar - wir sind beim DFB ja mittlerweile mit wenig zufrieden.

Ein Mix aus jungen Wilden, die den arrivierten Weltmeistern Dampf machen sollten? "Na gut", haben wir also gedacht, "das kann was werden."

Wir erinnern uns an Hummels, der nach der Pleite in den Niederlanden sauer wurde, weil er monatelang Kritik einstecken musste und sich zum Sündenbock abgestempelt fühlte.

Wir denken an die vielen Diskussionen über Müller und Boateng: Kommen die drei Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutsche Meister, Pokalsieger nochmals auf das Level, um der deutschen Nationalmannschaft tatsächlich weiterzuhelfen? Eine Antwort darauf wird es vorerst leider nicht geben.

Ich gebe nun ein klares Ja als Bekenntnis für einen anständigen Umgang mit solchen Spielern ab. Zumal Hummels, Müller und Boateng gerade beim FC Bayern zeigen, wie wichtig sie doch für das Gesamtkonstrukt einer Mannschaft sind. Da geht es um Hierarchie, Führung der jungen Spieler, Erfahrung, wenn es darauf ankommt.

Uli Hoeneß hat vor zehn Tagen im CHECK24 Doppelpass eindrucksvoll über den anständigen Umgang mit verdienten Spielern wie Ribery und Robben gesprochen. Friedhelm Funkel zuletzt über die extrem wichtige Funktion von Führungsspielern.

Löw zeigt drei Weltmeistern die kalte Schulter. Einbestellt und abserviert, das gehört sich nicht.

Nicht nach diesen Monaten des Zauderns, nicht eine Woche vor Bayerns wichtigem Champions-League-Rückspiel gegen den FC Liverpool - und vor allem nicht so!

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