Dieses Sensationstor zerstört Leipzigs Träume
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Marseille - Nach dem 1:0 im Hinspiel ist Leipzig in Marseille nach zwei Minuten klar auf Halbfinalkurs. Marseille aber schlägt spektakulär zurück - und bleibt am Ende cool.

RB Leipzig muss nach einer wilden und am Ende traumatischen Europapokal-Nacht seine Hoffnungen auf den Gewinn der UEFA Europa League schmerzvoll begraben.

Bei Olympique Marseille verloren die Sachsen am Donnerstag ihr Viertelfinal-Rückspiel mit 2:5 (1:3) und schieden als letztes deutsches Team aus dem Wettbewerb aus. Durch die verdiente Niederlage reichte RB das 1:0 aus dem Hinspiel vor einer Woche in Leipzig nicht zum Einzug ins Halbfinale. (Ergebnisse und Spielplan der Europa League)

Bruma (2.) hatte RB zunächst per Blitzstart in Führung gebracht, ehe Marseille das Spiel durch ein Eigentor von Stefan Ilsanker (6.) und einen Treffer von Bouna Sarr (9.) drehte.

"Wenn dir nach dem Anpfiff alles so in die Karten spielt, darfst du nicht innerhalb von fünf, sechs Minuten zwei Gegentore kassieren", so Kevin Kampl bei SPORT1. "So baust du einen Gegner auf, der eigentlich schon am Boden liegt. Wir hätten das viel schlauer machen müssen. Jetzt ist uns das Halbfinale flöten gegangen. Das ist extrem bitter."

Payet und Sakai machen den Sack zu

Nach Florian Thauvins (38.) Treffer zum 3:1 traf Jean-Kevin Augustin (55.) zwar zum Anschluss, doch Dimitri Payet (60.) per Außenrist aus 14 Metern sowie der Ex-Hannoveraner Hiroki Sakai (90.+4) brachten Marseille in die nächste Runde. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Bayern-Flirt Thauvin erhöht gegen Leipzig auf 3:1

Die Auslosung des Halbfinals der UEFA Europa League am Freitag, den 13. April 2018 ab 11.55 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de

Gegen wen Marseille am 26. April und 3. Mai im Halbfinale antreten muss, wird sich am Freitag bei der Auslosung in Nyon/Schweiz zeigen. Übrigens: Leipzig verpasste es, als erster Europacup-Neuling seit dem FC Villarreal in der Saison 2003/04 ein internationales Halbfinale zu erreichen.

Vor der Partie hatte Hasenhüttl mit einigen Umstellungen überrascht. Neben Nationalstürmer Timo Werner, der wegen Oberschenkelproblemen zunächst auf der Bank saß, ließ der Coach auch Spielmacher Emil Forsberg und Kapitän Willi Orban erst mal draußen.

Dreierkette von Leipzig überfordert

"Mehr Speed" und "defensiv mehr Stabilität" versprach sich Hasenhüttl davon, sagte er bei SPORT1. Davon war in der ersten Halbzeit erst einmal wenig zu sehen. Und weiter: "Da muss man schon schlucken, wenn man eine so gute Ausgangsposition so leichtfertig aus der Hand gibt. Auch wenn wir versucht haben, den Kampf anzunehmen, haben wir es Marseille heute viel zu häufig viel zu einfach gemacht." (Stimmen zur Europa League

Im Stade Velodrome wirkte die Leipziger Dreierkette (Konate, Ilsanker, Upamecano) vor einer hitzig aufgeladenen Kulisse zu Beginn phasenweise völlig überfordert.

Leipzig mit Blitzstart! Bruma schockt Marseille

Unmittelbar nach dem frühen RB-Führungstreffer drehte Marseille den Spieß um. Erst lenkte Leipzigs Torwart Peter Gulacsi einen Abschluss von Olympique-Stürmer Kostas Mitroglou an die Brust von Ilsanker, der ins Tor abfälschte. Danach staubte Sarr ab, nachdem Gulacsi bereits zweimal in höchster Not geklärt hatte. (Torjäger der Europa League)

Und es hätte noch schlimmer kommen können: Dass nach 17 Minuten Payets sensationeller Treffer aus 23 Metern nicht zählte, war nur einem Foul von Mitroglou abseits des Balles zu verdanken.

Erst nach diesem Weckruf stabilisierte sich Leipzigs Spiel etwas, bis Thauvin RB per Kopf den nächsten Nackenschlag versetzte.

RB im Glück! Traumtor von Payet zählt nicht

Augustin lässt RB noch mal träumen

Auch nach der Pause ließen die Gastgeber nicht nach. Mitroglou und Jordan Amavi (48.) prüften Gulacsi, der erneut glänzend parierte. Nachdem Augustin und Payet ihre Teams innerhalb von fünf Minuten von der nächsten Runde träumen ließen, versuchte Leipzig stets den für das Halbfinale so wichtigen Treffer zu erzielen.

Beide Mannschaften blieben unheimlich gefährlich und kannten an einem denkwürdigen Europapokal-Abend keine Verschnaufpause. In der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig für die Gastgeber: OM-Torhüter Yohann Pele hatte Glück, dass ihm ein abgefälschter Schuss nicht zwischen den Beinen durchrutschte.

Kurz darauf folgte der Schlusspfiff. Den erlebte Hasenhüttl wegen Reklamierens in der Nachspielzeit zwangsweise nicht mehr auf der Bank.

Der ehemalige Bayern-Spieler Luiz Gustavo sagte nach dem Erfolg: "Das war mehr als verdient. Wir waren noch am Leben und haben heute wieder alles gegeben. Ich gratuliere der ganzen Mannschaft. Jetzt schauen wir, wer kommt. Das Ziel ist das Finale."

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