Gefährliches Spiel? Perisic' Kung-Fu-Tor leitet Wende ein
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München - Kroatien schaltet England im WM-Halbfinale aus. Kapitän Luka Modric macht fehlenden Respekt als einen der Gründe aus - und stichelt gegen die Engländer.

Zusätzlich zu Englands Trauer über das verpasste WM-Finale hat Luka Modric dem Gegner nach dem dramatischen 2:1 nach Verlängerung noch einen schmerzhaften Seitenhieb mitgegeben. 

"Die Leute", sagte Kroatiens Kapitän nach dem Halbfinal-Triumph, "haben nur geredet. Englische Journalisten, Experten im Fernsehen. Sie haben Kroatien heute unterschätzt."

Was in jeder Hinsicht "ein fataler Fehler" war. Diese Botschaft wollte Modric in die Welt senden.

In der Tat war auf der Insel in den vergangenen Tagen über so ziemlich alles geredet und geschrieben worden: über die wundersame Auferstehung der Three Lions, den ersten WM-Titel seit 1966, die Weste von Trainer Gareth Southgate - nur eben nicht über Gegner Kroatien. 

Modric: Haben England dominiert

Eine Tatsache, die die Kroaten ganz offensichtlich zusätzlich angestachelt hatte. So zumindest wirkte es, als Modric nach dem Spiel vor die Kameras des britischen TV-Senders ITV trat. 

"Nach all den Worten, die wir gelesen haben", berichtete er, "haben wir gesagt: 'Okay, heute werden wir sehen, wer müde ist.'"

Nickte bestimmend und legte noch mal nach: "Wir haben gezeigt, dass wir nicht müde waren. Wir haben das Spiel dominiert - mental und körperlich."

Modric' Gerade saß. Es war gewissermaßen der nachträgliche K.o.-Schlag für England - nach einem bereits feststehenden Punktsieg. 

"England sollte bescheidener sein"

Der nimmermüde Herausforderer, ganze 1,72 Meter groß und wie seine Mitspieler gerade erst aus der bereits dritten Verlängerung im Turnierverlauf erfolgreich hervorgegangen, piesackte den großen Rivalen selbst dann noch, als der Gong das Gefecht längst beendet hatte.

Anders als Boxer, die nach Kämpfen im Ring zum großen Verbalgetöse ausholen, sprach Modric deutlich leiser, als er in der Mixed Zone stand. Dafür umso bestimmter.

"Sie sollten bescheidener sein und ihre Gegner mehr respektieren", sagte er. Jeder wusste, wen er mit "sie" meinte.

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