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Benjamin Kirsten (r.) startete seine Profikarriere 2006 bei Bayer Leverkusen II
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München - Nach seinem Abschied aus Dresden hat Benjamin Kirsten auch bei NEC Nijmegen den Laufpass bekommen. Bei SPORT1 spricht Kirsten über sein Aus und zieht dennoch ein positives Fazit.

Benjamin Kirsten hat das Glück verlassen.

Nachdem sein Vertrag im Sommer bei Dynamo Dresden nicht verlängert wurde, ist jetzt auch das Gastspiel des 28 Jahre alten Torwarts beim niederländischen Erstligisten NEC aus Nijmegen beendet.

Schon nach sechs Monaten. Der Klub trennte sich laut eigenen Angaben wegen eines "Vertrauensbruchs" vom Sohn des Ex-Nationalspielers Ulf Kirsten.

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"Ich bin enttäuscht über einige anfängliche Äußerungen aus Teilen der Vereinsführung. Ich bin mir keiner Schuld bewusst und habe mein bestes für den Verein gegeben", sagte Kirsten, dessen Vertrag von Anfang an nur bis zum 31. Dezember dieses Jahres datiert war, nun zu SPORT1.

"Trotzdem überragend"

"Die sechs Monate in der ersten niederländischen Liga waren für mich trotzdem überragend", erklärte Kirsten weiter und fügte hinzu: "Der Fußball ist etwas anders als in Deutschland. Schnell und hoch attraktiv. Ich habe jede Sekunde auf dem Platz genossen."

Auf dem Platz lief es gut für Kirsten, doch am Ende war es unschön. Was war passiert?

Der Verein hat eigentlich drei Torhüter. Die Nummer eins Hannes Halldorsson war bereits verletzt (Schulter ausgekugelt). Nachdem auch die Nummer zwei Joshua Smits mit einem Handbruch ausfiel, kam Kirsten zum Einsatz.

Sein erstes Spiel im N.E.C.-Trikot absolvierte er gegen Twente Enschede. Und überzeugte. Gegen Utrecht war er sogar "Spieler des Spiels".

Rat der Ärzte

Doch danach sollte sich Kirsten auf Anraten seiner deutschen Ärzte einem kleinen operativen Eingriff am Knie unterziehen, um nach der Winterpause wieder spielen zu können. Der Klub wollte dies offenbar nicht und vollzog die Trennung vom ehemaligen Dresdner Schlussmann.

Nach einem Routine-Scan wurde Flüssigkeit in Kirstens Knie festgestellt. Als Kirsten sich einen Einriss im Außenmeniskus zuzog, rieten ihm die Ärzte zu einem zügigen Eingriff. Davon setze er den Klub in Kenntnis.

Am Montag wollte Kirsten mit den Verantwortlichen darüber sprechen. Auch über eine eventuelle Vertragsverlängerung. Er signalisierte Bereitschaft bei N.E.C. bis Sommer 2017 zu verlängern, da er seine Familie nachholen wollte.

Überraschende Suspendierung

Am Samstag, einen Tag vor dem Spiel gegen PEC Zwolle, erfolgte die überraschende Suspendierung durch Cheftrainer Ernest Faber. Am Sonntag dann die offizielle Freistellung seitens des Vereins.

Ein Schlag ins Gesicht für Kirsten.

"Inzwischen sind ja auch ein paar Richtigstellungen und Entschuldigungen von Nijmegen erfolgt. Die Verletzung kam ganz sicher weder für mich noch für N.E.C. zu einem günstigen Zeitpunkt, trotzdem gehört das leider dazu", sagte Kirsten

Nijmegen hat er inzwischen bereits verlassen und sich von seinen Kollegen verabschiedet. Noch in dieser Woche wird er sich operieren lassen.

Kirsten tritt nicht nach

Er ist kein Typ, der nachtritt. Trotz des ganzen Ärgers findet der Torwart positive Worte über das zurückliegende Halbjahr: "Die Niederländer sind sehr nette und offene Menschen. Nijmegen war für mich eine tolle Stadt, in der man sich wirklich wohl fühlen kann."

Und weiter: "Ich werde den Weg von N.E.C. weiter aufmerksam verfolgen und wünsche der Mannschaft und den Fans alles Gute."

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