Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Vincent Kompany ist beim RSC Anderlecht Spielertrainer. Er orientiert sich dabei an der Spielidee seines Mentors Pep Guardiola. Doch der Start verläuft holprig.

Manch ehemaligem Fußballprofi fällt es leicht, ins Trainergeschäft einzusteigen. Andere brauchen etwas Zeit. Pep Guardiola ist ein Musterbeispiel für einen nahtlosen Übergang.

Als Spieler war der Katalane  bereits eine Legende bei seinem Jugendclub FC Barcelona. Als Trainer startete er dort dann ebenfalls voll durch. 14 Titel in vier Jahren machen ihn zum erfolgreichsten Trainer der Klubhistorie.

Mit Vincent Kompany schickt sich nun einer seiner ehemaligen Spieler an, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Wie Guardiola in Barcelona, erreichte Kompany bei seinem Verein Manchester City Legendenstatus. Auch seine Trainerkarriere beginnt bei seinem Jugendklub.

Anzeige

Arnesen schwärmt von Kompany

Doch in Anderlecht wählt Kompany einen ungewöhnlichen Weg: Er wird Spielertrainer. Offiziell ist der Belgier neben Cheftrainer Simon Davies nur Spielermanager. Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt verrät Frank Arnesen, der technische Direktor des RSC Anderlecht: "Kompany hat das letzte Wort."

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Die Idee eines spielenden Trainers im europäischen Profifußball ist nicht neu. Bereits Ruud Gullit und Gianluca Vialli waren in dieser Funktion beim FC Chelsea aktiv. Gullit gewann 1997 immerhin den FA Cup. Vialli führte die Blues im Jahr darauf zum Sieg im Europapokal der Pokalsieger und 1999 erstmals in die Champions League. Ob Kompany in Belgien ähnlichen Erfolg hat, muss sich erst noch zeigen.

In Anderlecht steht Kompany bereits unter Druck. In der Vorsaison verpasste der Rekordmeister erstmals seit über 50 Jahren das europäische Geschäft - das soll sich im neuen Jahr wieder ändern

Arnesen hält jedenfalls viel von seinem neuen Spielertrainer: "Ich bin mir sicher, dass er eines der größten Trainertalente überhaupt ist." Etwa ein neuer Guardiola? Auch Kompanys Spielidee ähnelt der seines früheren Trainers: Ballbesitzfußball im 4-3-3.

Kompanys Philosophie klingt nach Guardiola

Im Gespräch mit der City-Fanseite bitterandblue.sbnation.com verroet der 33-Jährige einst, dass es unter Guardiola zu spielen sich anfühle, "wie jeden Tag in der Universität zu sein".

Kompany gibt zudem klar seine Richtung an. "Ich möchte nicht zwischen schönem Fußball und Gewinnen wählen - ich will beides!" Das klingt zumindest nach seinem früheren Meister-Coach.

Mit Samir Nasri und Michel Vlap hat sich Anderlecht offensiv verstärkt. Vor allem Vlap erweist sich als guter Griff. Nasri, mit dem Kompany in Manchester zusammenspielte, konnte jedoch auch schon einige positive Akzente setzen. Beide können im System des Spielertrainers zentrale Rollen einnehmen.

Jetzt aktuelle Fanartikel der internationalen Top-Klubs bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Bisher ist der Erfolg jedoch recht überschaubar. Ein Punkt aus den ersten beiden Ligaspielen sowie eher gemischte Ergebnisse in den Testspielen lassen nicht gerade an einen neuen Guardiola denken.

Doch auch der Mentor musste zum Start einige Hürden meistern. Eine Saison lang musste sich Guardiola seine Sporen in der dritten spanischen Liga verdienen. Dort führte er Barcelonas zweite Mannschaft auf Anhieb in Liga zwei.

"Kompany ist das spannendste Fußballprojekt Europas", gibt sich Arnesen im Hamburger Abendblatt euphorisch. Doch zunächst muss sich auch der 33-Jährige Kompany, wie einst Guardiola, erst seine Sporen verdienen, bevor er auf den Trainerbänken des FC Barcelona oder von Manchester City Platz nehmen darf. Bis dahin bleibt er wohl ein Projekt -  ein äußerst spannendes.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image