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Pele wurde als Spieler dreimal Weltmeister mit Brasilien
Pele wurde als Spieler dreimal Weltmeister mit Brasilien © Getty Images
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Aus Protest gegen Homophobie im brasilianischen Fußball wird das Pelé-Denkmal in Santos umgestaltet. Im Mittelpunkt steht die Diskussion um die Bedeutung einer Zahl.

Pelé hat der Rückennummer 10 auf ewig Magie verliehen.

Am Donnerstag streiften nun aber Unbekannte einem Denkmal der brasilianischen Fußball-Legende in dessen Heimatstadt Santos ein Nationalmannschaftstrikot mit der 24 über. Aus Protest gegen einen jüngsten Homophobie-Fall in der heimischen Liga und eine langjährige Tradition im südamerikanischen Macho-Land.

Denn bei brasilianischen Fußballvereinen ist die Trikotnummer 24 verpönt. Vermeintlicher Hintergrund: Im illegalen Lotteriespiel "Jogo do Bicho" (Tierspiel) steht die Zahl stellvertretend für Veado (Hirsch), fast gleichklingend ausgesprochen wie "Viado", wie in Brasilien Homosexuelle beschimpft werden. In der vergangenen Saison vergab als einziger Erstligist Gremio Porto Alegre die 24, an seinen dritten Torhüter.

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Corinthians-Manager muss sich entschuldigen

Das Thema kam in der vergangenen Woche mal wieder hoch, als Santos-Rivale SC Corianthians seinen kolumbianischen Neuzugang Victor Cantillo präsentierte. Während der 26-Jährige beim Heimatklub Junior Barranquilla drei Spielzeiten lang die 24 trug, bekam er vom neuen Arbeitgeber die 8. Die 24 gebe es "hier nicht", hatte Corinthians Manager Duilio Monteiro Alves dabei lautstark getönt, musste sich später aber per Video in den sozialen Netzwerken für den Ausspruch entschuldigen.

Homophobie ist in Brasilien fester Bestandteil der Fankultur. Einer der meistbenutzten Sprechchöre in den Stadien ist der Ruf "Bicha", ebenfalls eine abwertende Bezeichnung für Schwule, wenn der gegnerische Torhüter den Abstoß ausführt. Der südamerikanische Verband hatte bei der Copa America im vergangenen Sommer in Brasilien den Verband CBF nach Bicha-Rufen der Selecao-Fans mit einer Geldbuße bestraft. Und auch vereinzelte Ligaspielen wurden zuletzt deshalb für kurze Zeit unterbrochen.

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