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München - Der Konkurrenzkampf im Tor von Manchester United spitzt sich zu. Seit Anfang März spielt nur noch Dean Henderson und nicht David de Gea. Das hat einen Grund.

Seinen Ostersonntag hat sich David de Gea mit Sicherheit anders vorgestellt! 

Ob sich der United-Keeper am frühen Morgen erfolgreich auf Eiersuche begeben hat, ist zwar nicht überliefert. Fakt ist aber: Seinen Platz in der Startelf am Abend suchte der 30-Jährige vergeblich.

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Solskjaer zieht Henderson de Gea vor

Anstatt zwischen den Pfosten Manchester Uniteds zu stehen, fand sich der spanische Nationaltorhüter im Premier-League-Spiel gegen Brighton & Hove Albion auf der Bank wieder. Sein Team gewann mit 2:1. Die Anzeichen verdichten sich, dass de Gea womöglich gar nicht mehr ins Tor der Red Devils zurückkehren wird. (SERVICE: Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

"Ich habe zwei sehr, sehr gute Torhüter. Ich habe zwei Nummer 1", sagte United-Coach Ole Gunnar Solskjaer noch vor der Partie gegen Brighton. Doch de Geas Herausforderer, der 24-jährige Dean Henderson, scheint in der Gunst des Cheftrainers deutlich über Manchester Uniteds ursprünglichem Stammtorwart zu stehen.

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Der Status der Unantastbarkeit, den de Gea über mehr als neun Jahre lang als eines der Aushängeschilder des Klubs innehatte, bröckelt. Ursächlich dafür stehen vor allem die Ereignisse der vergangenen Wochen, die den Konkurrenzkampf im United-Tor maßgeblich verschärft haben.

Bis Anfang März galt de Gea als unangefochten, hütete in der Premier-League-Saison bis dato 24 Mal das Tor des englischen Rekordmeisters und war auch in der Champions-League-Gruppenphase gesetzt. Doch vor dem Duell mit Crystal Palace am 3. März (0:0) änderte sich die Situation schlagartig. Und das ausgerechnet, weil de Gea zum ersten Mal Vater wurde

De Gea bekommt Auszeit, Henderson nutzt sie

Auf Vorschlag Solskjaers erhielt der Keeper damals für die kommenden zweieinhalb Wochen - bis zur Länderspielpause - eine Auszeit, die der Verein der Öffentlichkeit als "Sonderurlaub" verkaufte. De Gea reiste im Anschluss in seine spanische Heimat, um bei der Geburt seiner Tochter dabeizusein.

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Währenddessen sprang Henderson als Vertretung in die Bresche und erledigte seine Aufgabe aus Sicht der United-Verantwortlichen überdurchschnittlich gut. In der Premier League blieb das Eigengewächs in drei Partien ohne Gegentor (darunter der 2:0-Sieg gegen Stadtrivale und Spitzenreiter Manchester City), gegen den AC Mailand sicherte er den Red Devils mit seinen Paraden den Einzug ins Europa-League-Viertelfinale.

Erst vor der laufenden Saison war Henderson von seiner zweijährigen Leihe aus Sheffield zurückgekehrt und hat seinen Vertrag bei United bis 2025 verlängert. Klubintern gilt der Engländer schon als Keeper der Zukunft. Doch derzeit spricht auch kurzfristig wenig dafür, dass Henderson seinen Platz im Tor räumen muss.

Seine rein sportlichen Kampfansagen aus dem März untermauert der Schlussmann neuerdings auch verbal. "Um für Manchester United zu spielen, musst du bereit sein, hart zu arbeiten. Keiner wird dir diese Möglichkeit schenken, du musst hart dafür arbeiten - und ich hoffe, dass ich diese Chance in Vollzeit bekomme", sagte Henderson.

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Ferdinand über de Gea: "Ich denke, er wird gehen"

Der Keeper präsentiert sich zunehmend selbstbewusster, seine Aussagen werden forscher. "Das ist alles, was ich jemals wollte: Für Manchester United vor 76.000 Fans im Old Trafford spielen und Liverpool schlagen", sagte Henderson.

Vor Zuschauern stand der 1,88-Meter-Mann zwar noch nicht im United-Tor, das Old Trafford kennt Henderson aufgrund der vergangenen Wochen aber gut. Eine Situation, mit der sich de Gea keinesfalls anfreunden wird - glaubt zumindest United-Legende Rio Ferdinand. (Alle News und Hintergründe zur Premier League)

"Wenn Dean Henderson die Saison als Nummer eins beendet, sehe ich keine Möglichkeit, dass de Gea dort bleiben wird", sagte Ferdinand. "Ich denke, er wird gehen." Zwar sei der Spanier über Jahre hinweg einer der Leistungsträger im Team gewesen, doch aktuell beurteile Solskjaer die Situation völlig anders. 

"David wird seinen Teamkollegen unterstützen, aber wenn er am Abend nach Hause kommt, werden ihm sein Stolz und sein Ego wehtun", ist sich Ferdinand, der mit United sechsmal die Premier League und einmal die Champions League gewann, sicher. Schließlich sei de Gea in der Blüte seiner Karriere und möchte "Woche für Woche auf dem Platz stehen". 

Will Manchester United de Gea loswerden? 

Und so beschleicht den ehemaligen Innenverteidiger der Red Devils das Gefühl, dass sich die Ära des gebürtigen Madrilenen im Tor von Manchester United im Sommer dem Ende zuneigen wird - nach dann zehn Jahren! 

Auf der Insel mehren sich zudem die Gerüchte, dass die United-Verantwortlichen sogar aktiv auf einen Abgang de Geas drängen sollen - was vor allem an der Vertragskonstellation zwischen Verein und Spieler liegen könnte. In Manchester bezieht de Gea ein lukratives Wochen-Salär von 415.000 Euro, ist damit Topverdiener im Klub.

Der Vertrag des Torhüters läuft außerdem noch bis 2023. Wenn de Gea seinen Posten als Nummer eins künftig endgültig verlieren sollte, dürfte United alle Hebel in Bewegung setzen, um den Keeper von der Gehaltsliste zu bekommen. Wie The Mirror berichtet, steht sogar eine vorzeitige Auszahlung des bis 2023 anfallenden Gehalts im Raum. 

Solskjaer verspricht: "Er wird wieder Fußball für uns spielen"

De Gea selbst äußerte sich zu seiner gegenwärtigen Situation noch nicht. Trainer Solskjaer stellte nach dem Brighton-Spiel aber noch einmal klar, dass er für den Rest der Saison mit beiden Torhütern plane: "Er (de Gea, Anm. Red.) wird definitiv wieder Fußball für uns spielen", versprach der 48-Jährige. Wann das der Fall sein könnte, ließ der Chefcoach jedoch offen. (Die Tabelle der Premier League)

Im Sommer 2011 war de Gea für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro von Atlético Madrid zu Manchester United gewechselt. Mit den Red Devils gewann er seither die Premier League, den FA Cup, den League Cup und die Europa League (jeweils einmal). 

Zuletzt saß de Gea auch bei den drei WM-Qualifikationsspielen der spanischen Nationalmannschaft nur auf der Bank. Für ihn stand Unai Simón von Athletic Bilbao im Tor. Zumindest dort hat ihm sein Trainer Luis Enrique aber weiterhin das Vertrauen ausgesprochen. 

Seine Zeit bei Manchester United hingegen dürfte im Sommer wohl zu Ende sein.  

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