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FBL-EUR-C1-PSG-TRAINING © Getty Images
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München - Die Posse zwischen Paris Saint-Germain und Hatem Ben Arfa weitet sich aus. Der Klub wirft dem Spieler Streik vor, behält Teile seines Gehaltes ein. Er selbst gibt eine Krankheit vor.

Die leidige Geschichte zwischen Paris Saint-Germain und Hatem Ben Arfa nimmt kein Ende. 

Seit mehr als einem Jahr darf der Profi jetzt schon kein Spiel mehr für den französischen Meister bestreiten. Ben Arfa wurde aussortiert und hätte nach dem Willen der Klubbosse schon längst verkauft werden sollen. 

Erst neulich sagte Trainer Unai Emery über den 31-Jährigen: "Der Klub hat ihm immer deutlich gemacht, welche Position er im Team einnimmt – auch während der Transferphasen."

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Mit anderen Worten: Ben Arfa spielt überhaupt keine Rolle und hätte jederzeit gehen können. Wenn er denn gewollt hätte.

Nur auf dieses Spielchen hat sich der Franzose partout nicht eingelassen. Bis heute nicht.

Ben Arfa sitzt Vertrag aus

Ben Arfa sitzt seinen Vertrag bis zum Saisonende aus. Neulich feierte er das einjährige Jubiläum seines Außenseiterdaseins mit einem "Geburtstagskuchen".

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Man könnte über die Posse lachen, wenn sie nicht inzwischen juristische Ausmaße hätte. Der Streit zwischen Ben Arfa und PSG ist zu einem Rechtsfall geworden.

Wie die französische Wochenzeitung France Football berichtet, hat der Klub einen Teil des Spielergehaltes einbehalten, weil Ben Arfa im Wintertrainingslager in Doha zwei Tage gestreikt haben soll.

Ben Arfa bestreitet Streik

Das zumindest ist die Version von PSG. Ben Arfa und sein Anwalt Jean-Jacques Bertrand vertreten eine andere Auffassung. 

Am besagten 21. und 22. Dezember soll Ben Arfa, so beteuerte es Anwalt Bertrand, an einem Magen-Darm-Infekt gelitten haben, einer sogenannten Gastroenteritis.

Diese habe seinem Mandanten die Teilnahme am Training und Spielbetrieb unmöglich gemacht. Ein ärztliches Attest soll diese Darstellung belegen.

Paris behält 100.000 Euro ein

PSG wiederum will davon nichts wissen. Der Verein werte Ben Arfas "Arbeitsunterbrechung" als "ungerechtfertigte Abwesenheit", schreibt France Football. Die Pariser berufen sich demnach auf die Verletzung einer Ethik-Klausel im Vertrag des Spielers, die ihm Streiks untersage.

Anders ausgedrückt: PSG wirft Ben Arfa Vertragsbruch vor. Vorsorglich hat der Klub 100.000 Euro vom Gehalt einbehalten, das der Offensiv-Spieler trotz seiner Degradierung bezieht. 

Dieser Betrag entspricht einem zweitägigen Gehaltsabzug und dem Wegfall seines Ethikbonus für den Monat Dezember.

Der Bonus wird dann fällig, wenn die Klausel nicht verletzt wird. Allein das klingt absurd. 

Ben Arfa geht gegen PSG vor

Das Pikante an dem Fall ist aber: Bußgelder für Profis sind in der französischen Fußball-Charta verboten. Deshalb gehen Ben Arfa und sein Anwalt jetzt gegen PSG vor.

Der Fall sei dem Fußball-Verband übergeben worden, schreibt die Zeitung. Anwalt Bertrand will die Doppelbestrafung seines Mandanten anfechten. Gehaltsentzug und Boni-Kürzung, das gehe nicht, argumentiert er. 

"Es kann keine Doppelbestrafung geben. Das ist ein Rechtsgrundsatz. Vor allem die Gültigkeit des Ethik-Bonus, wie er in seinem Vertrag steht, wird in Frage gestellt", sagte Bertrand France Football.

"Es handelt sich um eine Potestativklausel. Das heißt, sie kann nur im Ermessen einer der beiden Parteien umgesetzt werden." Sie sei daher nicht wirksam, bekräftigte der Anwalt. 

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