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Nach der höchsten Niederlage seit 2017 versucht PSG-Coach Thomas Tuchel, sein Team zu schützen. Doch Superstar Kylian Mbappe spart nicht mit Kritik.

Das Star-Ensemble von Trainer Thomas Tuchel verlor am 32. Spieltag in der Ligue 1 bei Verfolger OSC Lille krachend 1:5. Für  Paris Saint-Germain war es die höchste Pflichtspielniederlage seit dem denkwürdigen 1:6 im Champions-League-Achtelfinale beim FC Barcelona im März 2017. Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

Während der deutsche Coach die Pleite nicht dramatisieren wollte und vor allem das Verletzungspech beklagte, hielt sich der französische Weltmeister Kylian Mbappe mit Kritik nicht zurück.

"1:5 zu verlieren ist normal", erklärte Tuchel, "wenn man die Umstände betrachtet. Was dagegen nicht normal ist, ist die Tatsache, dass wir so viele Spiele mit so einem kleinen Kader gewonnen haben."

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Kehrer und Diaby spielten trotz Krankheit

"Moussa Diaby und Thilo Kehrer konnten eigentlich nicht spielen, da sie krank waren", führte der ehemalige Mainzer und Dortmunder Coach an. Da sich allerdings Abwehrchef Thiago Silva in der Anfangsphase am Knie verletzte, war Kehrer schon in der 16. Minute eingewechselt worden.

Bei Diaby dasselbe Spielchen: Thomas Meunier musste in der 24. Minute nach einer Wadenverletzung vom Platz, und der angeschlagene Franzose kam ins Spiel. Zu allem Übel fing sich Juan Bernat als letzter Mann beim Stand von 1:1 eine Rote Karte ein, als er Bayern-Flirt Nicolas Pepe in der 36. Minute zu Fall brachte.

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Diese drei PSG-Ausfälle ließen die Partie zugunsten von Lille kippen. Mbappe wollte davon aber nichts hören und bemängelte die Einstellung einiger Mitspieler: "Du kannst verlieren, aber du musst auf eine bestimmte Art und Weise verlieren. Wir dürfen nicht den Charakter verlieren, wie wir es hier getan haben."

Mbappe widerspricht Tuchel

Tuchels Ansicht wollte der Weltmeister dann auch nicht teilen: "Drei, vier oder fünf Tore zu kassieren, ist nicht normal. Niederlage passieren, ja. Aber: Wir müssen mit mehr Persönlichkeit spielen - das war einer unserer größten Fehler. Wir haben hier wie Anfänger gespielt."

Trotz der zweiten Saisonpleite liegt Paris mit 81 Punkten sechs Spieltage vor Saisonende weiter komfortable 17 Zähler vor Lille (64). PSG hat zudem noch ein Spiel in der Hinterhand. In der Nachholpartie beim FC Nantes am Mittwoch kann der Scheich-Klub die sechste Meisterschaft in Serie klarmachen. (Service: Die Tabelle der Ligue 1)

PSG mit Personalsorgen vor Nantes

Man fragt sich nur, wer gegen die Kanarienvögel auflaufen soll. "Ich weiß nicht, wer gegen Nantes spielen kann, da wir wohl nur 13 bis 14 Spieler zur Verfügung haben werden", sagte Tuchel und zählte die prominentesten Ausfälle seiner Mannschaft auf:

"Uns fehlen zu viele Spieler, und niemand spricht darüber. Wir haben Lassana Diarra und Adrien Rabiot verloren, während Neymar, Edinson Cavani, Angel Di Maria, Marquinhos und Thiago Silva jeweils Wochen ausgefallen sind und noch fehlen werden. Jetzt ist Thomas Meunier auch erstmal außen vor."

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Bernat spielte auf der Zehn

Gewinne PSG, sei das für die Öffentlichkeit nicht der Rede wert, beklagte Tuchel, die Umstände würden nicht angemessen gewürdigt. "Die Leute denken, dass es normal ist, Juan Bernat (gelernter Linksverteidiger, Anm. d. Red.) als Zehner spielen zu lassen oder kranke Spieler aufzustellen, obwohl sie eigentlich nicht spielen sollten."

Fährt PSG am Mittwoch den sechsten Titel in Folge in der Ligue 1 ein, ist davon auszugehen, dass kaum jemand von Tuchels Meisterstück sprechen wird. Es wird als Normalität eingestuft werden. 

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