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In Zeiten eines auferlegten Kaufverbotes kann der FC Chelsea auf eine Vielzahl von Leihspielern zurückgreifen. Auch eine FIFA-Ausnahme kommt den Blues zugute.

Der FC Chelsea hatte das Ungemach schon kommen sehen. Nicht ohne Grund schlug der amtierende Europa-League-Sieger im Winter zu.

Der Londoner Premier-Leauge-Klub des schwerreichen russischen Oligarchen Roman Abramowitsch öffnete also seine Schatulle und überwies Borussia Dortmund 64 Millionen Euro für Christian Pulisic. Im Anschluss wurde der US-Amerikaner für die Rückrunde zurückverliehen.

In diesem Sommer wäre der Wechsel nicht mehr möglich gewesen. Denn Chelsea wurde unlängst vom Weltverband FIFA eine Transfersperre auferlegt, neue Spieler dürfen die Blues in den nächsten zwei Perioden nicht kaufen.

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Chelsea-Modell mit Leihspielern 

Mehr als 40 Spieler hatte Chelsea vergangene Saison in die ganze Welt verliehen, darunter so klangvolle Namen wie Alvaro Morata (Atlético Madrid) oder Michy Batshuayi (Crystal Palace), alte Bekannte wie Abdul Rahman Baba (Stade de Reims, früher Augsburg und Schalke) und reihenweise Talente.

Es ist eine "Leih-Armee", wie es die englische Presse martialisch bezeichnet. Man kann auch schlicht sagen: Ein Geschäftsmodell mit anderen Vereinen als Verschiebebahnhöfe und Spielern als Manövriermasse. 

Fakt ist: Unter dem Bann der Transfersperre kommt Chelsea der Wasserkopf an ausgeliehenen Spielern nun zugute. Für gut befundene ausgeliehene Spieler können ins Mutterschiff zurückgeholt werden. 

Peinlicher Fauxpas bei Kovacic 

Zudem hat die FIFA Chelsea ein Schlupfloch offengelassen. Die Verpflichtung eines Leihspielers fällt nicht unter das Transferverbot. Chelsea hat davon schnell mal Gebrauch gemacht.

Mittelfeldspieler Mateo Kovacic, bislang von Real Madrid ausgeliehen, kehrt nicht zurück zu den Königlichen, sondern wird von den Blues fest verpflichtet. Dass Chelsea den legitimierten Transfer in seiner App vorzeitig ausplauderte, obwohl er noch gar nicht offiziell verkündet war, gehört in die Rubrik peinlicher Fauxpas.

Zurück zur "Leih-Armee", die mitunter menschenverachtende Züge annimmt. Manche von Chelsea verpflichtete Spieler haben selbst nach Jahren nie das Blues-Trikot getragen.

Im Grunde geht es darum, Gehälter einzusparen, auf Wertsteigerungen der ausgeliehenen Spieler zu hoffen und in manchen Fällen Transferausgaben in den Bilanzen auf die nächste Saison zu schieben. So wie es PSG mit Kylian Mbappé gemacht hat, bevor die Pariser die Kaufoption von 180 Millionen Euro zogen. 

Wohl keine Freigabe für Hudson-Odoi 

Auch in der Bundesliga erfreut sich das Leihmodell immer größerer Beliebtheit. Umgekehrt haben deutsche Klubs von Chelseas Modell schon ganz konkret profitiert, gute Beispiele sind Kevin De Bruyne und Andreas Christensen. 

Chelseas aktuelle Transfersperre dürfte einem Bundesligisten dagegen gar nicht passen. Der FC Bayern wird sich bei der erhofften Verpflichtung von Callum Hudson Odoi wohl die Zähne ausbeißen.

In Zeiten eines Kaufverbots passt die Abgabe eines talentierten Spielers noch weniger ins Konzept. 

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