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Alex Ferguson und Roy Keane im März 2005
Alex Ferguson und Roy Keane im März 2005 © Getty Images
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Seit 14 Jahren reden Roy Keane und sein früherer Coach Sir Alex Ferguson nicht mehr miteinander. Jetzt gießt der Ex-Kapitän von Manchester United weiteres Öl ins Feuer.

Roy Keane hat in der nun 14 Jahre andauernden Fehde mit Sir Alex Ferguson wieder einmal Öl ins Feuer gegossen und der Trainer-Legende von Manchester United vorgeworfen, immer nur an sich selbst zu denken.

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Keane und Ferguson haben sich seit Jahren nicht mehr persönlich getroffen, erst recht nicht unter vier Augen miteinander geredet.

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Denn der Ire will seinem schottischen Ex-Coach bis heute nicht verzeihen, dass Keanes Zeit im Old Trafford nach zwölf Jahren Vereinstreue ein unschönes Ende nahm.

Keane attackiert Ferguson erneut

Als seine Karriere bei den Red Devils 2005 zu Ende ging, beschuldigte Keane Ferguson, ihn zu dem Zeitpunkt im Stich gelassen zu haben, als er ihn am meisten brauchte.

Darüber hinaus deutete der mittlerweile 48-Jährige auch an, er sei nicht der Einzige, der von Ferguson allein gelassen wurde. Er verwies auf zwei weitere United-Kapitäne: Bryan Robson und Steve Bruce.

"Ich würde Ferguson nicht verzeihen. Die Medien können sich drehen, wie sie wollen, auch wenn ich anscheinend alle verärgert habe. Es ist alles Unsinn", sagte Keane in dieser Woche zu Off The Ball.

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"Egal, ob Alex Ferguson oder der Papst"

"Es ist mir egal, ob es Alex Ferguson oder der Papst ist. Ich werde mich stets verteidigen", sagte der frühere Mittelfeldabräumer. "Wenn er sich entschuldigt, würde ich ihm wahrscheinlich wieder Hallo sagen. Aber ich habe gerade keinerlei Interesse daran, mit diesem Mann zu sprechen."

Damit nicht genug, kritisierte Keane vor allem die Führungsmethoden seines langjährigen Trainers: "Die Leute sprechen immer von Fergusons Spielerführung, loben diese außerordentlich. Lasst euch nicht verarschen", so der Ire.

"Ich war im Klub, als Bryan Robson ging. Als Steve Bruce ging. Zwei brillante und verdiente Spieler von Manchester United. Und ich mochte es überhaupt nicht, wie sie behandelt wurden", erzählte Keane weiter und ging dann ins Detail.

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Unrühmliches Ende für drei United-Kapitäne

Bruce durfte United 1995 nicht verlassen, um Management-Angebote zu prüfen. Ferguson blockte ständig und sah ihn als wichtigen Teil seiner Mannschaft an. Dann aber strich er ihn für das FA-Cup-Finale 1996 aus dem Team.

Robson musste in seiner letzten Saison für United ansehen, wie seine Trikotnummer 7 an Eric Cantona übergeben wurde. Und auch er wurde aus dem Kader für das FA-Cup-Finale 1994 gestrichen, obwohl er noch im Halbfinale das Siegtor für Manchester erzielt hatte. Das sei laut Keane kein respektvolles Verhalten.

Ire wirft Ex-Coach Vetternwirtschaft vor

Und es kam noch schlimmer: Der Ex-United-Spielführer warf Ferguson Vetternwirtschaft vor. Sein Sohn Darren Ferguson erhielt 1993 die Medaille für die englische Meisterschaft, obwohl er nur 15 Mal zum Einsatz kam – selbstredend wegen seines Vaters.

"Die Leute sagen stets, dass Ferguson immer im Interesse von Manchester United gehandelt habe. Wieso gewann dann sein Sohn Darren Ferguson die besagte Medaille. Er hatte wirklich großes Glück", so der Ire. "Und dann war auch noch Alex Fergusons Bruder lange Zeit der Chefscout von Manchester United."

In seiner restlichen Karriere pendelte Ferguson Junior aber nur zwischen unterklassigen englischen und europäischen Ligen hin und her. Laut Keane hätte Darren unter keinem anderen Trainer je in der Premier League gespielt.

Ferguson handelte nicht im Sinne von ManUnited

Schließlich konnte sich der 48-Jährige einen weiteren Seitenhieb gegen Fergusons Ehefrau Cathy nicht verkneifen: "Ich bin überrascht, dass seine Frau nicht irgendwo im Staff gearbeitet hat."

Die neuesten Vorwürfe und Enthüllungen basieren auf dem alten Thema, als Keane sich 2005 nach seinem unrühmlichen Ausscheiden bei United erstmals beschwert hatte. Damals erzählte er der Sunday Times, dass Ferguson, der für seinen Umgang mit seinen Spielern stets gelobt wurde, ihn am Ende einfach im Stich ließ.

"Die Leute sagen, dass er mir in schwierigen Zeiten beigestanden hat, aber nicht, als ich 34 war. Nicht, als meine Karriereende sich anbahnte. Plötzlich hieß es: 'Du bist raus, Roy'", klagte Keane damals schon. "Die Leute sagen, Ferguson tut immer das, was für ManUnited richtig ist. Ich glaube nicht, dass er das tut. Ich denke, er tut, was für ihn richtig ist."

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Keane: "Ich ging mit leeren Händen"

Der ehemalige irische Nationalspieler spielte von 1993 bis 2005 für die Red Devils und gewann in dieser Zeit sieben Meistertitel, je vier Mal den FA Cup sowie den Community Shield und einmal die Champions League. Von 1997 bis 2005 war Keane auch Mannschaftskapitän.

Nachdem er 2005 zum letzten Mal das Trainingsgelände verlassen hatte, "weinte ich zwei Minuten lang in meinem Auto", so der Ire. "Ich ging mit leeren Händen, ich war nirgendwo unter Vertrag und obendrein verletzt."

Ein Jahr später beendete der Mittelfeldabräumer bei Celtic Glasgow seine Karriere und wurde Trainer.

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