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München und Liverpool - Der FC Liverpool steht vor dem direkten Duell mit Manchester City sechs Punkte vor den Skyblues - auch wegen einer enormen Last-Minute-Qualität: die Kloppage-Time.

Es ist der berühmte Stil einer Spitzenmannschaft. Ein Stil, der in dieser Saison die Premier-League-Rivalen entnervt.

Der FC Liverpool steht nach elf Spieltagen mit 31 Punkten an der Tabellenspitze. Manchester City folgt vor dem direkten Aufeinandertreffen schon mit einem Abstand von sechs Punkten dahinter. (Premier League: FC Liverpool - Manchester City, am Sonntag ab 17.30 im LIVETICKER)

Dabei könnte die Situation für die Skyblues viel besser sein. Bis zur 87. Minute lagen die Reds am vergangenen Spieltag bei Aston Villa zurück. In diesem Falle hätte City am kommenden Wochenende gleichziehen können. Doch zwei späte Tore bescherten Jürgen Klopp und seinem Team den nächsten Erfolg. Den nächsten sehr späten Sieg.

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"Einerseits kann man sagen: Wir müssen treffen. Andererseits ist es unsere Aufgabe, alles aus den 95 Minuten rauszuholen", sagte Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Duell mit Genk.

Klopp erinnert an Trainer-Legende

Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit (engl. "stoppage time"), als Sadio Mané das 2:1 erzielte und Liverpool wieder kurz vor Schluss noch wichtige Punkte holte. So wie gegen Leicester City und Manchester United. Auch im League Cup kürzlich gegen den FC Arsenal jubelte Klopps Team spät. Es ist die besondere Qualität der Reds, die die Liga nervt und Angst verbreitet. Es ist die "Kloppage-Time".

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Die charmante Beschreibung der Last-Minute-Stärke der Reds erinnert an einen der größten Trainer der Geschichte des englischen Fußballs – Sir Alex Ferguson. Als "Fergie-Time" ist die Qualität bekannt, das Spiel solange hinauszuzögern, bis der Favorit zuschlägt. Die Trainerlegende von Manchester United selbst sagte in seiner Autobiografie: "Wenn unsere Gegner sahen, wie ich auf meine Uhr zeigte, stellte sich bei ihnen das Gefühl ein, dass sie sich gegen uns über einen Zeitraum verteidigen müssten, der wie eine Ewigkeit erschien."

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Diese Stärke scheint auch Jürgen Klopp zu besitzen. Der späte Turnaround gegen Aston Villa war nicht die einzige Partie, in der die Reds spät die Kurve bekamen. Auch im Ligaspiel gegen United traf Adam Lallana erst in der 85. Minute zum Ausgleich.

Never say never

Im League Cup gegen den FC Arsenal war es Divock Origi, der in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 5:5-Ausgleich traf. Die Reds gewannen im Elfmeterschießen. Am 8. Spieltag war es sogar die fünfte Minute der Nachspielzeit, in der James Milner Liverpool vom Punkt zum 2:1-Sieg gegen Leicester City traf.

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Liverpool-Stürmer Lallana beschrieb diese Lucky-Punch-Stärke als "Sechsten Sinn". "Die Gegner machen sich Gedanken, wenn die letzten Minuten laufen." Es ist das "never-say-never"-Gefühl, das Liverpool weiter träumen lässt. Diese Einstellung ist es, die den Unterschied macht. Auch in Spielen, in denen es überhaupt nicht laufen will. So war der Auftritt gegen die "Villans" laut Klopp "zu verspielt". "Das war fast schon kindischer Fußball."

Am Ende bleibt für den Erfolgscoach aber ein "extrem befriedigendes Gefühl". "Ich habe nie einen Gedanken an eine Niederlage verschwendet." Das sollte der Konkurrenz wirklich Angst machen.

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