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José Mourinho feierte mit Tottenham einen Traum-Einstand. Nach dem Sieg bei West Ham freut sich der Portugiese, zurück in "natürlicher Umgebung" zu sein.

José Mourinho hatte das Wechselbad der Gefühle so sehr vermisst. Die Adrenalinkicks nach den Toren, die Verzweiflung über vergebene Chancen und natürlich auch die Angst vor einer Niederlage.

"I love it", sagte der Portugiese nach seinem erfolgreichen Debüt als Teammanager von Tottenham Hotspur: "Hier gehöre ich einfach hin, das ist meine natürlich Umgebung."

An der Seitenlinie, wo er schon den FC Porto, den FC Chelsea, Inter Mailand und Real Madrid zu großem Ruhm geführt hatte, blühte "The Special One" am Samstag deshalb förmlich auf.

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340 Tage nach seinem Rauswurf bei Manchester United peitschte Mourinho seine Schützlinge gestenreich an, sank mehrfach auf die Knie, feierte das 3:2 (2:0) bei West Ham United mit wilden Armbewegungen.

Mourinho: Nur zuschauen war "schwierig"

"Besonders schwierig war es für mich, als ich im Stadion war und den anderen Trainern zuschauen musste", sagte Mourinho über seine lange Auszeit: "Jetzt bin ich wieder sehr, sehr glücklich. Siege geben mir das schönste Gefühl."

Fast beiläufig plauderte der Portugiese, der bei den Spurs erst am Mittwoch das Amt des populären Mauricio Pochettino übernommen hatte, dabei auch die gelöste Stimmungslage innerhalb der Kabine aus.

"Auswärts elf Monate ohne Musik, ohne Freude und strahlende Gesichter sind vorbei", berichtete Mourinho nach dem Erfolg des Champions-League-Finalisten, der in der Premier League zuvor am 20. Januar in der Fremde gewonnen hatte.

Mourinho übt sich in Bescheidenheit

Das selten gewordene Glücksgefühl wollte Mourinho deshalb auch die Personen auskosten lassen, die so lange hatten leiden müssen: Spieler und Fans.

"Sie sind happy, genau das wollte ich erreichen", sagte Mourinho, der wegen des bescheidenen Auftritts bei seiner Vorstellung von der englischen Presse schon zu "The Humble One" umgetauft wurde.

Dass dieser Schritt verfrüht und falsch war, stellte der 56-Jährige nach seiner Rückkehr höchstpersönlich unter Beweis. Die Mannschaft könne sich schließlich "glücklich schätzen, dass ich schon so viele Jahre in der Liga gearbeitet habe und wusste, dass das Spiel auch in der 85. Minute noch nicht entschieden ist", sagte Mourinho.

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Tatsächlich geriet der komfortable Vorsprung durch späte Gegentreffer noch einmal in Gefahr, das lag aber natürlich nicht an Mourinho. "Der Druck nicht gewonnen zu haben, die Trainerentlassung - die Spieler haben den Preis für eine sehr schwierige Woche gezahlt", meinte Mourinho, dem seine Stars beipflichteten.

Spurs-Star Kane: "Merkwürdige Woche"

"Die Tage waren emotional und sehr hart, wir haben viel Zeit mit Pochettino verbracht und waren traurig", sagte Mittelfeldspieler Dele Alli. Kapitän Harry Kane sprach von einer "merkwürdigen Woche", in der einzig und allein der Sieg zählte: "Hoffentlich können wir das fortsetzen."

Falls ja, darf auch Mourinho ganz sicher noch eine Weile in seiner natürlichen Umgebung verweilen.

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