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Vincent Feigenbutz startet mit einem Titelkampf in die Saison. Das "Battle of Karlsruhe" soll für den 23-Jährigen der Auftakt eines großen Boxjahres werden.

Das Boxjahr 2019 beginnt für Vincent Feigenbutz mit einem Heimspiel. Am Samstag boxt der gebürtige Karlsruher wieder in seiner Heimatstadt (Box-Gala aus Karlsruhe, Sa., ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Beim "Battle of Karlsruhe" in der Ufgauhalle erwartet Feigenbutz mit Przemyslaw Opalach ein schwerer Gegner. Der Pole gewann 27 seiner bisherigen 29 Profi-Kämpfe. Die letzte Niederlage von "The Spartan" datiert aus dem Jahr 2013.

Feigenbutz geht hochmotiviert in den Kampf in seinem Wohnzimmer. Es soll der Auftakt in ein großes Jahr sein - denn der 23-jährige will hoch hinaus.

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WM-Titel ist das große Ziel

Bei seinem letzten Kampf im September 2018 hatte "Iron Junior" seinen Gegner Yusuf Kanguel bereits in der sechsten Runde durch technischen K.o. besiegt.

Feigenbutz will 2019 den nächsten Schritt gehen, ein Titelkampf bei einem der vier großen Weltverbände (WBA, WBC, WBO, IBF) peilt er an: "Natürlich ist die Weltmeisterschaft das Ziel. Man muss ja nicht gleich gegen Superstar Canelo boxen, aber ein Top-20-Gegner sollte es schon sein", sagte Feigenbutz im Gespräch mit SPORT1.

"Ich will in Amerika boxen. Ich bin bereit dafür und es kann mich nur weiterbringen."

Seinen bisher einzigen Fight um einen der wichtigsten Gürtel des Boxsports hatte Feigenbutz im Januar 2016 gegen den Italiener Giovanni de Carolis verloren. Damals war er im Duell um den WBA-Titel nach technischem K.o. unterlegen.

Feigenbutz selbstbewusst vor Kampf gegen Opalach

Wann und gegen wen Feigenbutz zu seinem WM-Kampf kommt, bleibt abzuwarten. Dass das Jahr für den 23-Jährigen bereits mit einem Highlight beginnt, ist hingegen sicher. "Starker Gegner, starke Kulisse, viele Unterstützer - was will man mehr?", sagte Feigenbutz-Manager Rainer Gottwald vor dem "Battle of Karlsruhe".

Der Boxer selbst zeigt sich vor dem Kampf selbstbewusst: "Przemyslaw ist ein harter Hund, kann sicher Einiges einstecken, aber ich gehe davon aus, dass ich den Kampf gewinnen werde!" Bereits zweimal boxte der 23-jährige gegen eine polnische Nummer eins – beide Male gewann Feigenbutz, der diese Statistik weiter ausbauen will: "Das Spiel steht 2:0 für mich, da machen wir jetzt ein 3:0 draus."

Auf die Unterstützung durch das Publikum in seiner Heimatstadt kann sich Feigenbutz verlassen, zudem ist er auch in Polen äußerst beliebt. "Vincent hat dort auch einen Haufen Fans. Wir bekommen aus Polen genauso viel Fanpost wie aus Deutschland", so Gottwald im Gespräch mit SPORT1.

Trainingslager in Sloweniens Bergen

Feigenbutz, der am 19. Januar aus dem Trainingslager zurückkehrte, geht bestens vorbereitet in den ersten Kampf des Jahres: "Wir haben uns wie immer in den Slowenischen Bergen den letzten Feinschliff geholt. Dort kann man hart trainieren, auch mal mit außergewöhnlichen Methoden, aber man hat die Ruhe, gelegentlich abzuschalten."

Das Team um Vincent Feigenbutz im Trainingslager in Slowenien
Das Team um Vincent Feigenbutz im Trainingslager in Slowenien ©

Fitnesstraining in der Berghöhle, Übernachten im Iglu – die Trainingsmethoden sind in der Tat außergewöhnlich, der Kampf mit der Natur steht dabei im Zentrum. Der Erfolg gibt dem Team um Vincent Feigenbutz recht. Die Vorbereitung in Slowenien ist zur Tradition geworden. Seitdem sich "Iron Junior" dort vorbereitet, verlor er nur einen Kampf: Giovanni de Carolis war der Letzte, der Feigenbutz besiegen konnte.

Zehn Tage lang arbeitete die insgesamt 15-köpfige Trainingsgruppe in Slowenien an der Form. Mit dabei auch das Team von Ahmad Ali, der am Samstagabend ebenfalls in den Ring steigt. Vor dem "Battle of Karlsruhe" kämpft er gegen Denis Krieger.

Ernährung als Schlüssel

Ergänzend zum harten Training in den slowenischen Bergen setzt Feigenbutz während der Vorbereitung auch auf eine gesunde, proteinreiche Ernährung. Neben Nudeln und Hackfleisch kommt dabei vor allem frischer Fisch auf den Tisch – den der junge Boxer teilweise sogar selbst angelt. "Ich angle sehr gern, leider komme ich nicht so oft dazu, wenn ich im Training bin. Rainer (Gottwald, Anmerkung der Redaktion) angelt mir dann schon die Fische weg. Aber am Ende des Tages wird ja zusammen gegessen."

Kurz vor den Kämpfen fährt Feigenbutz seinen Protein-Konsum noch einmal zusätzlich nach oben. Den Extra-Energieschub holt er sich unter anderem durch den Verzehr von Heuschrecken –ob roh oder frittiert ist ihm dabei egal.

Ob sich "Iron Juniors" spezielle Vorbereitung ein weiteres Mal auszahlt, zeigt sich am Samstagabend. Sein Trainer Zoltan Lunka ist sich indes bereits sicher: "Wir sind gut vorbereitet, Przemyslaw ist zwar stark, aber ich erwarte einen klaren Sieg!"

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