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München - Anthony Joshua bereitet sich akribisch auf den bevorstehenden Kampf gegen Kubrat Pulev vor. Dabei nimmt er sich ein Beispiel an Wladimir Klitschko.

Anthony Joshua fühlt sich für den Schwergewichtskampf des Jahres bestens vorbereitet.

Am Samstag verteidigt der 31-Jährige gegen den Bulgaren Kubrat Pulev im Londoner Millennium Dome seine vier Weltmeister-Titel der WBA, IBF, WBO und IBO (ab 23 Uhr im LIVETICKER). Die Nummer eins der Weltrangliste hat für seinen ersten Kampf nach Ausbruch der Corona-Pandemie hart trainiert und sich dabei ein prominentes Vorbild genommen.

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Joshua hat es Wladimir Klitschko, den er 2017 in dessen letztem Fight bezwungen hatte, gleichgetan und seine Strategie bei der Vorbereitung auf einen Kampf kopiert. "Klitschko war eine Schwergewichtsfabrik. Er hat jedes Schwergewicht in sein Trainingslager eingeladen", erklärte der Olympiasieger von 2012.

Er ergänzte: "Ich hatte nie ein Problem damit, mit jedem zu sparren, der sich in den Ring gestellt hat. Das war der beste Weg und was ich von Wladimir Klitschko gelernt habe, ist der Mehrwert, den es bietet, die besten Talente in einen Raum zu bekommen, um mich als Champion herauszufordern."

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Nach seiner einjährigen Pause habe ihn das wieder "hart gemacht", so Joshua. "Vier Runden mit dem einen, vier Runden mit dem anderen. Sie haben bewirkt, dass ich bereit bin."

Joshua nimmt sich Beispiel an Klitschko

Aber der Brite hat sich noch einen weiteren Trick bei Klitschko, dessen Sparring-Partner Joshua selbst bei dessen Vorbereitung auf Pulev 2014 war, abgeschaut. Normalerweise würde ein Schwergewichts-Kämpfer so kurz vor einem Fight alle Formen des Sparrings zurückfahren - insbesondere in Zeiten von Corona - so aber nicht Joshua.

"Der Körper kann leicht weich werden. Man muss immer auf der Hut sein, wenn Schläge auf einen zukommen, die Distanz abschätzen, verschiedene Schläge spüren. Ich will jemanden im Ring haben, der Pulev imitiert. Ich will heute Abend sparren", sagte der Weltranglistenerste nur drei Tage vor seinem großen Kampf.

"Das Beste, was ich tun kann, ist das zu tun, was ich am Samstag auch tun muss. Der Ring im Hotel ist winzig, also werde ich am Samstag in den Ring steigen und viel Platz haben, um meinen Job zu machen. Diese Dinge sind wichtig", erklärte Joshua weiter.

Joshua: "Will zeigen, dass Boxer Gehirn haben"

Mit einem Sieg gegen Pulev würde Joshua nicht nur seine vier Weltmeister-Titel verteidigen, sondern auch den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu einem der größten Boxer der Geschichte machen.

Doch solche Gedankenspiele würden ihn nicht interessieren, machte der amtierende Champion bei DAZN und Spox deutlich. "Niemand wird sich an bestimmte Sportler erinnern, die vor Jahren gewirkt haben. Die Welt dreht sich weiter. Wie lange wird man sich an mich erinnern, selbst wenn ich einer der Größten war? Maximal 100 Jahre? Ich will den Leuten nicht nur wegen des Sports in Erinnerung bleiben."

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Stattdessen wolle er als junger Mann gesehen werden, der sich "als Geschäftsmann gut verhalten und nach seiner Karriere ein Imperium aufgebaut hat. Das ist mir sehr wichtig. Ich will zeigen, dass wir Boxer auch ein Gehirn haben", so Joshua.

Es gebe viele Vorurteile gegenüber dem Boxen, bedauerte er. "Darüber hinaus will ich ein Vorbild sein für alle Gesellschaftsgruppen."

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