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David Arquette ist in zweiter Ehe mit der Journalistin Kristina McLarty verheiratet
David Arquette ist in zweiter Ehe mit der Journalistin Kristina McLarty verheiratet © Getty Images
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München - Schauspieler David Arquette lässt sich auf eine üble Blutschlacht im Wrestling-Ring ein. Nun tut es ihm leid, die Branche in Verruf gebracht zu haben.

Film-Fans kennen ihn aus der Horrorfilm-Reihe Scream, als Ex-Ehemann seiner Darsteller-Kollegin Courteney Cox, als Bruder von Oscar-Preisträgerin Patricia Arquette.

Fast noch bekannter ist David Arquette aber bei Wrestling-Fans: für diverse Gastauftritte bei WWE, vor allem aber als einer der letzten World Champions der einstigen Konkurrenzliga WCW - ein missglückter PR-Gag, den ihm die Showkampf-Anhänger bis heute übel nehmen.

Nun muss sich der heute 47-Jährige wieder vor den Wrestling-Fans rechtfertigen - wegen seiner Beteiligung an einem blutigen und umstrittenen Match in Los Angeles, das für Arquette auf gefährliche Weise schief ging.

David Arquette ist jetzt Hobby-Wrestler

Arquette hatte sich in diesem Jahr zu einem Wrestling-Comeback entschlossen, nicht bei WWE, sondern in der Independent-Szene: In den vergangenen Monaten ließ er sich mehrfach von kleineren Ligen buchen, stand unter anderem mit den früheren WWE-Wrestlern James Ellsworth und Hurricane Helms im Ring.

An diesem Wochenende führte das Hobby-Projekt ihn nach Los Angeles, in den Hauptkampf der Liga Game Changer Wrestling. Er kämpfte dort gegen Nick Gage, einen langjährigen Star der sogenannten Deathmatch- oder Ultraviolent-Szene. Und für Arquette endete das in etwa so übel, wie es sich anhörte.

Zur Erklärung: Deathmatches sind eine auch unter Fans umstrittene Unterkategorie des Wrestlings, in denen der athletische Schauwert zurücktritt hinter das Ziel, sich selbst und seinen Gegner möglichst spektakulär und blutig zu verletzen.

Die Extremkämpfe - filmisch verewigt im vielfach prämierten "The Wrestler" mit Mickey Rourke - werden von Befürwortern als legitime Nischen-Unterhaltung von Erwachsenen für Erwachsene betrachtet. Kritiker sehen sie als verstörendes Schauspiel, das die gesamte Branche in Verruf bringt.

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Aktion geht schief - Bluterguss am Hals

Arquette wurde von Gage unter anderem mit einer Leuchtstoffröhre traktiert, die er über dem Kopf des Schauspielers zersplittern ließ. Die Aktion war zwar geplant, klappte aber nicht wie gedacht: Arquette bekam tatsächlich eine schwere Schnittwunde am Hals ab und verließ zwischenzeitlich heftig blutend den Ring.

Die brutalen Bilder erreichten wegen Arquettes Prominenz auch viele Web-Nutzer, die den Anblick von Deathmatches nicht gewohnt sind und schlug entsprechende Wellen.

In der Nacht zum Dienstag schließlich wandte sich Arquette mit einem längeren Statement auf Twitter an die Öffentlichkeit und bekundete Reue.

"Ich habe größten Respekt für den Sport"

"Ich möchte mich bei der professionellen Wrestlingwelt für die negative Aufmerksamkeit entschuldigen, für die mein Auftritt am Wochenende gesorgt haben könnte, ich habe keinerlei Pläne, wieder an so einem Match teilzunehmen", hielt er fest.

Er übernehme die Verantwortung dafür, sich in eine Situation gebracht zu haben, die er nicht richtig eingeschätzt hätte: "Ich wusste, dass es gewalttätig und möglicherweise blutig werden würde, aber um das Ausmaß habe ich nicht wirklich gewusst."

Arquette legte Wert darauf, dass sein Match "kein traditionelles Wrestling" gewesen wäre: "Ich habe den größten Respekt vor dem Sport", Wrestling wäre seine "Leidenschaft". Er stellte auch klar, dass die missglückte Aktion sein Fehler gewesen sei, nicht der seines Gegners.

Arquette bereut auch den PR-Stunt bei WCW

Der Schauspieler meint das ernst, was nicht nur abzulesen ist an dem Twitter-Foto, mit dem er übers Wochenende seine besorgten Fans beruhigte: Es zeigte sein Tattoo der verstorbenen Wrestling-Legenden "Macho Man" Randy Savage und Miss Elizabeth.

Arquette bereut auch längst, sich im Jahr 2000 auf die Idee eingelassen zu haben, WCW-Champion zu werden. Der Einfall des berüchtigten WCW-Chefschreibers Vince Russo sollte in der Theorie für gute Publicity sorgen - wurde von Fans aber als Schlag ins Gesicht derer empfunden, die dem Wrestling ihr Leben widmen.

Als Zeichen, dass er das verstanden hat, spendete Arquette sein bei WCW verdientes Geld: an die Familie des nach einem Ringunfall gelähmten Ex-Wrestlers Darren Drozdov und an die Hinterbliebenen der früh verstorbenen Wrestler Owen Hart und Brian Pillman.

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