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WWE-Legende Hulk Hogan feierte vor 25 Jahren sein Debüt für die Konkurrenzliga WCW. Der spektakuläre Wechsel wurde ihm mit gigantischen Privilegien versüßt.

In den achtziger Jahren war er der Mega-Star bei WWE, in den Neunzigern legte Hulk Hogan einen spektakulären Seitenwechsel hin - und ließ ihn sich fürstlich vergüten.

Am 17. Juli 1994, heute vor 25 Jahren, feierte der Hulkster sein Debüt bei der Konkurrenzliga WCW (World Championship Wrestling) und holte beim Bash at the Beach 1994 gegen den ähnlich legendären "Nature Boy" Ric Flair auch gleich den World Title der Liga, vor den Augen der Stargäste Shaquille O'Neal und Mister T.

Die Verpflichtung Hogans als neuer Fixstern der Promotion war ein integraler Teil des großen WCW-Plans, die WWF als Wrestling-Liga Nummer 1 abzulösen. Die Finanzmacht von Medienmogul und Multi-Milliardärs Ted Turner, der mit seinem Konzern Time Warner hinter WCW stand und Hogans Gehalt daher locker stemmen konnte, machte den Coup möglich.

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Wie gut der heute 65 Jahre alte Hogan mit Turner verhandelt hatte, wurde Jahre später durch einen Vertrags-Leak klar.

WCW-Vertrag wurde 2015 öffentlich

Seinerzeit wollte Hogan nur andeuten, womit er gelockt wurde. "Es ist eine Menge Geld", sagte Hogan in einem TV-Interview mit SPORT1 (damals noch DSF): "Aber die einzigen, die wissen, wie viel ich verdienen werde, sind Ted Turner, meine Frau und Uncle Sam, also das Finanzamt."

Rund 20 Jahre später erfuhr dann doch ein größerer Personenkreis von Hogans finanziellen Privilegien, sein letzter WCW-Vertrag aus dem Jahr 1998 wurde 2015 durch einen Gerichtsprozess öffentlich.

Er offenbarte: Hogan erhielt für seine Unterschrift zwei Millionen Dollar, für jedes monatliche Großereignis, bei dem er dabei war, mindestens 675.000 Dollar (jeweils 15 Prozent der PPV-Einnahmen). Dreimal pro Jahr bekam er sicherheitshalber eine Vorauszahlung von 1,35 Millionen Dollar. Außerdem kassierte Hogan 50 Prozent aller Einnahmen aus Merchandising und der Benutzung seines Namens.

Zudem strich er pro Auftritt bei anderen Shows ebenfalls mindestens 25.000 Dollar ein (jeweils 25 Prozent der Ticketverkäufe), reiste immer erster Klasse, wohnte in Suiten und wurde mit einer Limousine zu den Events chauffiert. 175 Dollar Spesen pro Tag gab es auch noch obendrauf. Bei WWE ist es bis heute Standard, dass Wrestler sämtliche Reisekosten selbst tragen und oft mit dem eigenen Auto von Ort zu Ort reisen. Auch sonst wäre Hogan mit seinem damaligen Gehalt bei WWE bis heute unter den Top-Verdienern.

Hulk Hogan hatte "Creative Control"

Schon länger bekannt war außerdem seine berüchtigte "Creative Control", die er sich hat zusichern lassen: Dem Ausgang jedes einzelnen Kampfes, an dem er teilnahm, musste er zustimmen.

Aus Sicht von Kritikern war das eine der verhängnisvollsten Entscheidungen von WCW, Hogan hätte dieser Klausel mehr zur Wahrung seines eigenen Status genutzt als für das Wohl der Liga.

Mit Hogan an der Spitze schaffte es WCW zwar zwischenzeitlich zum Marktführer zu werden (vor allem dank Hogans Image-Wechsel zum bösen Anführer der Kult-Gruppierung nWo mit Kevin Nash und Scott Hall 1996) - geriet dann jedoch in die Krise und wurde 2001 von WWE geschluckt.

WCW machte im Jahr 2000 60 Millionen Dollar Minus, woran Vertragsgestaltungen wie die von Hogan einen nicht geringen Anteil hatten. Time Warner wollte die defizitäre Promotion nach der Fusion mit dem Internet-Riesen AOL nur noch loswerden, weshalb WWE-Boss Vince McMahon am Ende nur insgesamt 4,2 Millionen Dollar für den Deal ausgeben musste. Hogan ging im Jahr darauf zu WWE zurück.

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