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Impact Wrestling ist unter anderem Heimatliga von Tessa Blanchard
Impact Wrestling ist unter anderem Heimatliga von Tessa Blanchard © Impact Wrestling
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München - Ein folgenreicher Business-Deal verschafft Impact Wrestling eine neue TV-Heimat in den USA - und könnte das frühere TNA mit NJPW zusammenbringen.

Ein folgenreicher Business-Deal wirbelt die Wrestling-Szene in den USA durcheinander - und lässt die ehemalige Nummer-2-Promotion hinter WWE auf eine bessere Zukunft hoffen.

Impact Wrestling, das ehemalige TNA, läuft in ihrem Heimatland bald wieder auf einem größeren Fernseh-Sender. Die Promotion zieht vom Nischenkanal Pursuit zu AXS TV, nachdem die Mutterfirma von Impact die des Senders gekauft hat.

Anthem Sports & Entertainment erwarb in dieser Woche Mehrheitsanteile an der Firma HDNet LLC und übernimmt damit die operative Kontrolle über AXS - einem von Mark Cuban mitbegründeten Sender. Der wrestling-affine Boss des NBA-Teams Dallas Mavericks ist als Partner von Anthem weiter mit an Bord, ebenso die Anschutz-Gruppe, die unter anderem auch hinter den Eisbären Berlin steht.

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Die erwartete Konsequenz, dass Impact dorthin zieht, wurde an diesem Donnerstag offiziell verkündet. Der Senderwechsel wird nach Bound for Glory am 20. Oktober vollzogen, der wichtigsten Impact-Veranstaltung.

Auch NJPW von Impact-Deal betroffen

Impact war viele Jahre Heimat der inzwischen zu WWE gewechselten AJ Styles und Samoa Joe und von Legenden wie Sting, Kurt Angle und zwischenzeitlich auch Hulk Hogan.

Nach vielen Umwälzungen vor und hinter den Kulissen ist die Liga derzeit bei Fans wieder durchaus anerkannt, ist Bühne für fähige Performer wie Champion Brian Cage und Tessa Blanchard, ergänzt durch Altstars wie Rob Van Dam und Rhino. Bis zuletzt aber blieb das Problem, dass Impact in ihrem Kernmarkt faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit sendete. Ihre neue TV-Station erreicht rund 50 Millionen US-Haushalte.

Ein weiterer spannender Aspekt ist die Frage, was der Anthem-AXS-Deal für Auswirkungen auf die Japan-Liga NJPW hat. AXS ist ihr US-Heimatsender, ihre Präsenz dort ist ein Schlüsselfaktor der internationalen Expansion der Traditions-Promotion aus Fernost.

Anthem- und Impact-Präsident Ed Nordholm betonte nach dem Deal, dass keine Entscheidung über die langfristige Zukunft von NJPW getroffen ist, ließ aber durchblicken, dass er offen für die Fortsetzung der Partnerschaft ist - die zu einer Kooperation von Impact und NJPW führen könnte.

Altlasten aus der Vergangenheit

Aktuell ist die zuletzt ebenfalls kriselnde Liga ROH (Ring Of Honor) der US-Partner von NJPW - weswegen die Japaner in diesem Jahre eine eigentlich naheliegende Kooperation mit dem ebenfalls interessierten WWE-Rivalen AEW ablehnten.

Ob sich nun NJPW und Impact annähern, ist schwer zu prognostizieren: Wie der Wrestling Observer berichtet, ist NJPW vergrätzt noch vergrätzt über eine frühere Zusammenarbeit mit Impact, unter anderem darüber, dass Impact ihren aktuellen Topstar Kazuchika Okada nicht so behandelt hätte wie gewünscht.

Die Altlasten müssen aber auch kein Hindernis für eine Wiederannäherung sein, das Management von Impact ist mittlerweile ein völlig anderes als damals.

Unter neuen Vorzeichen steht die US-Präsenz von NJPW nun aber auf jeden Fall: Nach dem AXS-Deal gibt es wie in solchen Fällen üblich viele Personal-Wechsel, unter anderem wurde Vize-Präsident Adam Swift entlassen - ein Jurist und Wrestling-Fan, der die treibende Kraft hinter dem Deal mit NJPW war und zuletzt auch ausführender Produzent der Shows.

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