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Bei WWE war Taz nicht so erfolgreich wie zuvor bei ECW
Bei WWE war Taz nicht so erfolgreich wie zuvor bei ECW © WWE
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München - Er war ein Vorbild Brock Lesnars, ein Ring-Mythos, der trotz eines erfolglosen WWE-Engagements intakt blieb. Nun ist Taz in neuer Rolle bei AEW erfolgreich.

Als Wrestler war er einst die Blaupause für das Phänomen Brock Lesnar, wenngleich er bei WWE zumindest im Ring unter seinen Möglichkeiten geblieben war.

Heute ist er eine nicht zu unterschätzende Schlüsselfigur beim Rivalen AEW - wofür er soeben mit einem Fan-Preis erhalten hat, der ihn eine Reihe mit einem berühmten Weggefährten stellt.

Pete Senerchia alias Taz hat im vergangenen Jahr ein bemerkenswertes Comeback auf der nationalen Wrestling-Bühne gefeiert. Und als großer Gegenspieler der bei AEW neu gestarteten Legende Sting und Jungstar Darby Allin wird er diese Woche auch wieder eine tragende Rolle beim Pay-Per-View-Debüt des Stingers spielen.

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Zu aktiven Zeiten in den Neunzigern hatte der gebürtige New Yorker schon einmal einen wichtigen Part bei einer Veränderung der Wrestling-Landschaft: In der auch für die späteren Entwicklung von WWE wegweisenden Kultliga ECW war er eine Attraktion, die ihrer Zeit voraus war (Wie ECW einer WWE-Revolution den Weg wies).

Taz war bei ECW eine Legende - bei WWE weniger erfolgreich

Nur 1,75 Meter groß, aber ein Kampfbiest im Ring, das die Fans begeisterte, indem es wie später seine Gegner mit zahlreichen Variationen der aus dem Ringen übernommenen Suplessen durch die Gegend schleuderte: Die "Human Suplex Machine" verknüpfte die Ausstrahlung eines glaubwürdigen Fighters im Stil der damals aufkommenden UFC (der kürzlich verstorbene Schwergewichtspionier Paul Varelans trat einmal bei ECW gegen Taz an) mit der coolen Aura eines Actionstars.

Taz' berühmter Standardspruch von damals: "Beat me if you can. Survive if I let you."

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Das Phänomen Taz - kongenial ergänzt von Pfeifenmann Bill Alfonso als Manager - war eine der erfolgreichsten Schöpfungen von ECW-Mastermind Paul Heyman. das Erfolgsrezept sehr ähnlich dem, das er später bei WWE auf Brock Lesnar übertrug. Auch für den deutsche WWE-Pionier Alexander Wolfe ist der frühere "Tazmaniac" ein erklärtes Vorbild. Taz' effektvoll inszenierte Matches gegen und mit Weggefährten wie Sabu, Rob Van Dam, Shane Douglas, Bam Bam Bigelow waren Klassiker ihrer Ära.

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Nach seinem Wechsel zu WWE 1999 konnte der nun mit Doppel-Z antretende Tazz nicht an seine Erfolge bei ECW anknüpfen. Zwar war der Start mit einem Sieg über den damals aufstrebenden Kurt Angle vielversprechend. Danach aber verlief Tazz' Karriere im Sande. Er litt darunter, dass kurz nach ihm der noch spektakuläre Vierfach-Wechsel der Radicalz (Chris Benoit, Eddie Guerrero, Dean Malenko, Perry Saturn) von WCW zu WWE ihm die Show stahl - und wohl auch daran, dass er körperlich nicht dem Idealbild von WWE-Boss Vince McMahon entsprach.

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2019 erfolgreicher Neustart bei AEW

Mit 33 Jahren beendete Tazz aufgrund seines hart geschundenen Körpers seine Karriere, war bei WWE dann erfolgreicher als Kommentator – 2009 wechselte er zum kleineren Konkurrenten TNA (Impact), wo er unter anderem eine neue Rolle als Mentor von Samoa Joe bekam, ein weiterer Star der Generation nach ihm, der sich viel von Taz abgeschaut hatte.

2019 tauchte Taz erstmals bei AEW auf, zunächst als Kommentator, inzwischen in aktiverer Rolle: Als Manager von Brian Cage, Ricky Starks und "Powerhouse" Will Hobbs glänzt der heute 53-Jährige durch sein Redetalent - und erleichtert den Zuschauern mit seiner Bühnenpräsenz den Zugang zu den Stars, die AEW in seinem "Team Taz" (zu dem auch Sohn Hook gehört) aufbauen will.

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Und auch für Sting und Darby Allin - der in der Original-ECW mit seiner halsbrecherischen Stil gut aufgehoben gewesen wäre - ist Taz ein perfekt besetzter Gegenspieler. Die Fans belohnten Taz soeben mit dem Wrestling Observer Newsletter Award als bester Nicht-Wrestler vor der Kamera. Womit Taz in die Fußstapfen seines Förderers Heyman getreten ist, achtmaliger Gewinner des Preises. Ligaboss Tony Khan lobte Taz als verdienten Sieger, es sei "gigantisch", wie sehr er seine Promotion im vergangenen Jahr bereichert hätte.

Am Sonntag gipfelt die Fehde zwischen Allin und Sting sowie Team Taz bei der Großveranstaltung Revolution. Auch danach aber dürfte AEW nach Wegen suchen, die Qualitäten von Taz weiter so erfolgreich einzubinden.

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