vergrößernverkleinern
Die Schwestern Alesia (l.) und Jacqueline Kreutzpointner beweisen ihr Talent im Motorsport
Die Schwestern Alesia (l.) und Jacqueline Kreutzpointner beweisen ihr Talent im Motorsport © MRS / ADAC Motorsport
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Alesia und Jacqueline Kreutzpointner sind die Zwillingstöchter von Michael Schumachers Le-Mans-Teamkollege Fritz Kreutzpointner - und geben jetzt selber Gas.

Telefon-Interview mit den Kreutzpointner-Zwillingen, da wirft Jacqueline Kreutzpointner ein: "Also normalerweise sagen wir entweder, wer was sagt oder du kannst einfach irgendeinen Namen schreiben. Wir denken eh gleich."

Alesia und Jacqueline Kreutzpointner (21) sind Zwillinge, die schnellsten Damen-Twins Deutschlands. Beide starten am Wochenende auch wieder in der ADAC GT4 Germany in Hockenheim (1. Rennen am Samstag, 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, SPORT1+ und auf SPORT1.de)

Ihr Vater ist Fritz Kreutzpointner, der 1991 zusammen mit Karl Wendlinger und Michael Schumacher in einem Sauber-Mercedes hinter dem siegreichen Mazda und drei Jaguars Rang fünf bei den 24 Stunden von Le Mans belegt hatte.

Anzeige

Wenige Wochen später gab Schumacher dann sein Formel-1-Debüt - der Rest ist bekanntlich Geschichte.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit David Schumacher am Sonntag ab 21.15 Uhr und wöchentlich im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM

Kreutzpointner-Zwillinge immer im Fahrerlager

Fritz Kreutzpointner hat es zwar nie in die Formel 1 geschafft, aber fuhr dennoch lange Zeit Rennen. Oft waren dabei auch die beiden Töchter im Schlepptau.

"Wir hatten ein Quad und ein Pocket Bike dabei und sind damit die ganze Zeit im Fahrerlager herumgedüst", erinnert sich Alesia Kreutzpointner. "Wir haben das echt gefeiert. Wahrscheinlich haben wir mehr Sprit verblasen als die Autos auf der Rennstrecke."

Insgeheim hegten sie damals schon den Traum, selbst einmal Rennen zu bestreiten. Doch daraus wurde zuerst nichts.

"Als wir klein waren, war das noch nicht so in der Gesellschaft drin, dass auch Frauen Motorsport betreiben können", so Kreutzpointner. "Mittlerweile sieht man, dass immer mehr Mädels auch im Kart selbst in Steuer greifen. Aber bei uns war das noch so klischeehaft, dass das für Frauen nichts ist."

Vater Kreutzpointner wollte Töchter raushalten

Auch der Vater wollte seine Töchter vom harten Racing-Business fernhalten. Also powerten sich die anderweitig aus. Jacqueline brachte es in der Akrobatik bis in die deutsche Nationalmannschaft, Alesia war erfolgreichere Turnerin. 

Doch der Kindertraum blieb für beide: Rennen fahren. "Wir sind dann mal aus Spaß auf einer Rennstrecke gefahren und ein Talentscout hat dann sofort gesagt, dass wir Talent haben", erzählt Alesia.

Der Vater wollte davon erst nicht viel wissen: "Der Schlüsselmoment war, als er uns in Hockenheim hat fahren sehen. Da wusste er: Wir sind seine Kinder und können das, schrecken auch nicht vor Zweikämpfen zurück, halten gut rein. Wir haben ihm zeigen können, dass wir es wirklich ernst meinen."

Die beiden Kreutzpointner träumen, sind aber nicht unrealistisch. Sie haben zu spät mit dem Rennsport angefangen, um beispielsweise noch in die Formel 1 zu kommen. Heute sind sie 21 Jahre alt.

Meistgelesene Artikel

Kreutzpointner heiß auf Langstrecke

Alesia Kreutzpointner sagt denn auch: "Wir haben uns bewusst für Langstreckenrennen entschieden. Le Mans, die Nordschleife, Bathurst, Daytona – da wollen wir hin." Jacqueline ergänzt: "Und weil wir da zu zweit auf einem Auto fahren können, das ist unser Konzept."

Doch Hand aufs Herz: Wer ist schneller? "Das kann man nicht sagen. Am Nürburgring war Alesia im Kurvenausgang besser, ich auf der Bremse. Ich bin im Regen etwas schneller, Alesia im Trockenen. Aber dabei handelt es sich nur um Tausendstelsekunden."

Nach dem ersten Rennwochenende liegen die Kreutzpointners mit ihrem BMW M4 GT4 (3,0-Liter-R6-Turbo, 431 PS) für das MSR-Team von Ex-DTM-Fahrer Karsten Molitor auf Rang zwölf – und damit im Mittelfeld.

Für ein GT4-Germany-Debüt sehr ordentlich. 

Schumacher mit dem Vater bei Mercedes

Dass ihr Vater in früheren Jahren neben Michael Schumacher im Mercedes-Juniorteam fuhr, wird ihnen erst jetzt mehr und mehr bewusst:

"Als Kind weißt du ja nicht, was die Eltern machen und erreicht haben. Erst im Jugendalter war das dann schon auch mal interessant, neben einem Walter Röhrl oder Karl Wendlinger zu stehen", sagen die Kreutzpointners.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image