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Nach dem verlorenen Kampf um die Fahrer-WM richtet sich der Blick von Ferrari und Sebastian Vettel auf die Konstrukteurs-WM. Das Training geht jedoch an Mercedes.

Der Kampf um die Team-Weltmeisterschaft wird für Sebastian Vettel und Ferrari zur Mammutaufgabe - und könnte schon am Sonntag in Sao Paulo in der nächsten Pleite enden. Zum Auftakt des Großen Preises von Brasilien gab Mercedes am Freitag den Ton an, Valtteri Bottas drehte die schnellste Runde vor Weltmeister Lewis Hamilton. Zwischendurch glänzte Vettel zwar mit einem Streckenrekord, doch Lewis Hamilton war im Qualifying zur Stelle und schnappte sich die Pole-Position. Vettel landete dahinter auf Rang zwei.

Ferrari braucht beim vorletzten Saisonrennen aber einen Erfolg, am besten einen Doppelsieg, um das Jahr noch als bester Konstrukteur beenden zu können. 55 Punkte beträgt der Mercedes-Vorsprung vor den Rennen am Sonntag (Formel 1:Das Rennen von Sao Paolo, 18.10 Uhr im LIVETICKER) und dem Finale in Abu Dhabi (25. November).

Vettel wirt die Pole weg

"Ich habe es in Kurve acht verloren!", rief ein wütender Vettel in den Boxenfunk, ohne diesen Fehler hätte er wohl den ersten Startplatz erobert: "Danke Jungs, das Auto war gut, aber ich hatte diesen winzigen Verbremser." Hamilton sprach von einem harten Qualifying, "Ferrari ist unglaublich schnell an diesem Wochenende. Bei mir hat nicht alles perfekt geklappt, am Ende bin ich sehr glücklich über die Pole." (SERVICE: Fahrerwertung)

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Auch sein Teamkollege Valtteri Bottas landete als Dritter vor dem viertplatzierten Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari, in den Kampf um die Team-WM geht Mercedes also mit einem Vorteil. Schon im Rennen am Sonntag krönt sich Silber zum fünften Mal in Folge, wenn die Scuderia nicht mindestens 13 Punkte gut macht.

Am Samstag war das aber noch weit weg, es galt, das Qualifying aufzuarbeiten. Denn Hamilton und Vettel hatten auf unterschiedliche Weise für Ungewissheit gesorgt. Der Brite behinderte eine Runde des Williams-Piloten Sergej Sirotkin, beinahe kam es zur Kollision, die Rennleitung hatte damit Anlass, genauer hinzuschauen. Eine Ermittlung wurde zunächst aber nicht angekündigt.

Vettel zerstörte die Waage

Hamilton sah die Schuld ohnehin bei Sirotkin. "Unter uns Fahrern ist klar: Wir geben uns in einer solchen Situation gegenseitig Raum, damit war das hier ein ziemlich respektloses Manöver", sagte er.

Vettels Vergehen war geradezu bizarr: Nach dem zweiten Qualifying-Abschnitt weigerte er sich, beim Wiegen wie gewöhnlich den Motor seines Ferrari abzustellen. Dadurch wurde zunächst das Wiegen erschwert, bei der Abfahrt zerstörte Vettel dann nach Aussage des Technischen Delegierten Jo Bauer auch noch die Waage. 45 Minuten nach dem Qualifying musste Vettel sich vor den Stewards erklären. Letztlich kam er mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro davon.

"Es ist besser, wenn ich dazu nichts sage", meinte Vettel zunächst, erklärte dann aber doch, was geschehen war: "Sie sollten uns in einer solchen Situation nicht rufen, wenn die Bedingungen sich ändern", sagte er mit Blick auf die durchaus hohe Wahrscheinlichkeit eines Regenschauers und die damit verbundene Betriebsamkeit in der Garage: "Wir hatten zu tun. Ich wollte, dass sie sich beeilen." (SERVICE: Rennkalender)

Mercedes zuletzt mit Problemen

Bei idealem Rennverlauf aus Sicht von Ferrari müsste sich mindestens einer der Bullen zwischen Rot und Silber schieben. Nach den vergangenen beiden Rennen in den USA und Mexiko schien ein solches Szenario durchaus realistisch, denn Mercedes kämpfte dort mal wieder mit Reifenproblemen und konnte Ferrari und Red Bull kaum folgen.

Nun wirkten die Weltmeister zunächst wieder stabiler. Wird es am Sonntag allerdings tatsächlich hochsommerlich warm, dann könnte das die Karten völlig neu mischen und Ferrari begünstigen.

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