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München - Bereits beim Auftakt in Melbourne macht Ferrari deutlich, dass Leclerc die klare Nummer zwei ist. Vettel gibt zu, dass sein Teamkollege schneller war.

Fast eine Minute betrug der Rückstand von Sebastian Vettel auf Sieger Valtteri Bottas: Viel ernüchternder hätte das Auftaktrennen der Formel 1 in Melbourne für Ferrari kaum laufen können. (Service: Ergebnis Melbourne-GP)

Vettel war damit immerhin als erster Ferrari-Fahrer im Ziel - allerdings nur, weil die Chefs eingegriffen und seinen deutlich schnelleren Teamkollegen Charles Leclerc zurückgepiffen hatten.

Dieser holte in der zweiten Rennhälfte bis zu eine Sekunde pro Runde auf und reduzierte den Rückstand zu seinem Teamkollegen von mehr als 15 Sekunden auf zwischenzeitlich etwa 1,5 Sekunden. Nur vorbeifahren durfte er nicht.

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Leclerc wäre schneller gewesen

Leclerc erkundigte sich noch über Funk beim Team, wie er sich jetzt verhalten soll. Die Antwort der Box lautete: "Nimm etwas Tempo heraus. Halte Abstand!"

Der Ferrari-Neuzugang befolgte die Anweisung und ließ sich drei, vier Sekunden zurückfallen. In der letzten Runde fuhr er dann aber plötzlich noch einmal zwei Sekunden schneller und demonstrierte, dass er Vettel locker hätte überholen können.

Das gab Vettel nach dem Rennen auch ehrlich zu: "Unter normalen Bedingungen wäre er durch, ich hätte nicht groß dagegenhalten können: Den Speed hatte ich nicht", sagte Vettel.

Ferrari: Mit klarer Stallorder zum Titel?

Dabei hätte ein einzelner Platztausch für Vettels Punktekonto auch keinen großen Verlust bedeutet. Lediglich zwei Punkte hätte Vettel dafür weniger bekommen - doch in diesem Jahr will man bei der Scuderia augenscheinlich alles auf eine Karte setzen.

Marc Surer, Formel-1-Experte des Schweizer Fernsehens SRF, hatte im exklusiven Interview mit SPORT1 vor der Saison genau das von der Scuderia gefordert.

"Teamchef Mattia Binotto sagt, dass Vettel die klare Nummer eins ist. Das würde ich Ferrari auch empfehlen, wenn sie Weltmeister werden wollen", sagte Surer.

Kritik von F1-Fans gegen Ferrari-Entscheidung

Bei vielen Formel-1-Fans stieß die Entscheidung von Ferrari, im ersten Rennen der Saison so ins Renngeschehen einzugreifen, aber größtenteils auf Unverständnis.

Mercedes entscheidet sich gegen Teamorder

Lob gab es dagegen für die Silberpfeile, die sich gegen eine Teamorder entschieden hatten.

Denn nachdem Valtteri Bottas am Start die Führung übernommen hatte, gingen einige Beobachter davon aus, dass der Finne im Laufe des Rennens zurückstecken soll, um Lewis Hamilton den Vortritt zu geben.

Doch Mercedes entschied sich gegen eine Stallorder, die bei dem großen Vorsprung von Bottas auch seltsam ausgesehen hätte. Dennoch will man bei Mercedes beide Fahrer so lange wie möglich in dieser Saison frei fahren lassen.

Die Saison wird zeigen, welche Strategie sich am Ende als die Bessere erweisen wird.

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