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München und Shanghai - Beim China-GP muss Charles Leclerc Teamkollege Vettel vorbeilassen. Der Monegasse schimpft am Funk und fordert für die Bevorzugung des Deutschen eine Erklärung.

Kommen zum fehlenden Speed bei Ferrari jetzt auch noch teaminterne Streitereien?

Die Scuderia hat beim Großen Preis von China zumindest alles dafür getan, dass Charles Leclerc in nächster Zeit nicht gut auf einige Ferrari-Verantwortliche zu sprechen ist.

Leclerc am Start an Vettel vorbei

Was war passiert? Der auf Rang vier ins Rennen von Shanghai gegangene Leclerc konnte sich nach dem Start direkt an Teamkollege Sebastian Vettel vorbeischieben.

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Der junge Monegasse verlor aber schnell Zeit auf die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton sowie Valtteri Bottas und bekam zudem auch von Vettel Druck. (SERVICE: Die F1-Gesamtwertung)

Da es den Anschein hatte, dass der viermalige Weltmeister bei freier Fahrt schneller fahren könnte, funkte man an Leclerc: "Du musst schneller fahren, sonst müssen wir Sebastian vorbeilassen."

Da dies nicht sofort klappte, musste er Vettel kurz darauf vorbeilassen – zum Ärger des 21-Jährigen, der erbost funkte: "Ich war gerade dabei, davonzuziehen."

Leclerc verärgert: Was machen wir hier? 

Als Vettel dann auch noch einige Verbremser einbaute und es ihm in den folgenden Runden nicht gelang, sich von Leclerc zu lösen, wurde dieser immer wütender: "Ich weiß nicht, was wir hier machen, aber ich bin schneller."

Nachdem er als Antwort nur "wir machen einfach unsere Arbeit. Bleib konzentriert" erhielt, legte Leclerc kurze Zeit später nach: "Ich verliere gerade ziemlich viel Zeit. Keine Ahnung, ob ihr das wissen wollt."

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"Ich kann es (die Teamorder, Anm. d.. Red.) nachvollziehen. Aber jetzt zeigt sich, dass es gar nicht so viel bringt. Das ist natürlich ein bisschen unfair für Leclerc", kommentierte Ex-Weltmeister Nico Rosberg die Entscheidung bei Sky.

Ferrari holt nur Vettel sofort rein 

Vettel gelang es anschließend eine kleine Lücke herauszufahren, weshalb man bei Ferrari auf einen Rücktausch verzichtete. Nachdem Red Bull mit Verstappen in die Box kam, reagierte die Scuderia und holte Vettel rein.

Dieser konnte den Angriff Verstappens gerade so abwehren, während Leclerc erneut doof aus der Wäsche schaute und auf den immer schlechter werdenden Reifen verhungerte. Als er schließlich in die Box beordert wurde, hatte er so viel Zeit verloren, dass er mit großem Rückstand auf den Niederländer auf die Strecke zurückkam.

Kein Wunder, dass Leclerc nach dem enttäuschenden fünften Platz eine Erklärung seines Teams zu den seltsamen Entscheidungen verlangte. "Ich muss das komplette Bild verstehen und mit den Ingenieuren sprechen, um die Entscheidung zu verstehen. Ich bin mir sicher, dass es eine Erklärung dafür gibt", sagte Leclerc.

Leclerc fühlt sich als Prellbock

Auf seinen ungewöhnlich späten Boxenstopp angesprochen, äußerte der Monegasse den Verdacht, dass er als Prellbock für Vettel eingesetzt werden sollte.

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"Wenn ich mein eigenes Rennen betrachte, hätte ich früher zum Boxenstopp hereinkommen müssen. Aber wenn man das Rennen aus Teamsicht betrachtet, war es richtig, den Mercedes für Seb einzubremsen, damit er noch einmal herankommen konnte. Ich glaube, das war das Ziel."

Während bei Leclerc nichts lief, konnte Vettel zumindest Rang 3 sichern. Der Deutsche zeigte sich angesprochen auf die Teamorder deshalb auch deutlich entspannter: "Ich hatte das Gefühl, ich war schneller. Wenn man das ganze Rennen betrachtet, war es fair."

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