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Red-Bull-Boss Helmut Marko hat zum Rundumschlag gegen Mercedes ausgeholt
Red-Bull-Boss Helmut Marko hat zum Rundumschlag gegen Mercedes ausgeholt © Getty Images
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Red-Bull-Chef Helmut Marko pestet nach den jüngsten Vorfällen in Kanada gegen Mercedes. Dabei will er selbst einen "Weltmeister-Bonus" nicht ausschließen.

Auch Tage nach der umstrittenen Zeitstrafe gegen Sebastian Vettel lässt das Thema der Formel-1-Welt keine Ruhe.

Nun hat Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko den Vorfall zum Anlass genommen, um mit einem Rundumschlag gegen Lewis Hamilton und vor allem Mercedes zu pesten. "Sebastian hat nichts falsch gemacht. Er hatte alle Hände voll zu tun, das Auto auf der Strecke zu halten. Hamilton hätte doch einfach innen vorbeifahren können oder ganz einfach bremsen. Auch er hatte die Pflicht, einen Unfall zu verhindern", erklärte er im Interview mit Auto Bild Motorsport.

Zugleich zog er einen Vergleich herbei, indem Hamilton vor drei Jahren für ein ähnliches Vergehen in Monaco gegen den damaligen Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo nicht bestraft wurde. "Das hinterlässt ein Geschmäckle, wie man im Schwabenland sagen würde", sagte der Österreicher um dann zum Rundumschlag auszuholen.

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Marko stößt vermeintlicher "Weltmeister-Bonus" sauer auf

Insbesondere der vermeintliche "Weltmeister-Bonus" der Silberpfeile stößt dem 76-Jährigen sauer auf. "Es ist auffällig, dass die Regeländerungen und Entscheidungen in letzter Zeit immer gut für Mercedes waren. Ein Beispiel: Pirelli hat die Lauffläche der Reifen für 2019 geändert, damit sie nicht mehr überhitzen. 2018 hatte aber nur Mercedes ein Problem damit. 2019 bekommt plötzlich nur Mercedes die Temperaturen immer ins richtige Arbeitsfenster. Alle anderen nicht. Ist doch komisch."

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Zwar hätten alle Teams die Möglichkeit gehabt, auf diese Änderung entsprechend zu reagieren, jedoch seien die Konzepte der Autos alle auf weniger Abtrieb ausgelegt. Da lediglich Mercedes ein Auto mit extrem viel Anpressdruck und Bodenhaftung baute, wollte der gebürtige Grazer auch nicht ausschließen, dass die Stuttgarter früher Daten von Hersteller Pirelli bekommen haben.

"Ich kann zwar nichts beweisen", sagte er, dennoch fördere es nicht gerade das Vertrauen, wenn man den Mercedes-Dienstwagen von Formel-1-Vermarkter Liberty mit Stuttgarter Kennzeichen und Pirelli-Reifen im Fahrerlager von Monaco stehen sehe.

Pirelli äußert sich zu den Vorwürfen

Der Reifenhersteller hat sich inzwischen selbst zu den Vorwürfen zu Wort gemeldet und erklärte auf Nachfrage von Auto Bild Motorsport, die Reifen, die aktuell verwendet werden, seien von der "exakt gleichen Spezifikation, die die Teams letztes Jahr im November beim Test in Abu Dhabi im Anschluss an das Saisonfinale verwendet haben".

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Auch bei den diesjährigen Boliden und bei guten Wetterbedingungen habe in den Wintertests in Barcelona keine Beschwerden gegeben. Damals war Mercedes noch weit hinter der Konkurrenz zurückgeblieben.

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