Die Katastrophe ist tatsächlich perfekt! Der FC Bayern Basketball vergeigt auch das Finale um die Deutsche Basketballmeisterschaft und bleibt in der Saison 2025/26 titellos.
FC Bayern Basketball: Eine Katastrophe mit Ansage
Eine Katastrophe mit Ansage
Anspruch und Wirklichkeit klaffen damit bei den erfolgsverwöhnten Münchenern so weit auseinander wie schon lange nicht mehr.
Vor der Saison hatte Vereinspräsident Herbert Hainer das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg sowie das Erreichen der EuroLeague-Playoffs als Ziel ausgegeben. Nichts davon wurde erreicht.
Die tatsächliche Bilanz: Peinliches Pokal-Aus im Halbfinale in heimischer Halle gegen den absoluten Underdog aus Bamberg, Verpassen der Playoffs in der Euroleague schon deutlich vor Saisonende und jetzt die bittere Finalniederlage gegen ALBA Berlin.
Sinnbild einer verkorksten Saison des FC Bayern Basketball
Speziell die Art und Weise der bitteren Niederlage in fünf Spielen gegen Berlin kann als Sinnbild für die enttäuschende Saison herangezogen werden, denn sie war absolut vermeidbar und in einigen Bereichen sogar unerklärbar.
Nachdem die Bayern durch einen überzeugenden Sieg in Berlin mit 2:1 in Führung gegangen waren, lag die Meisterschaft in Spiel vier und fünf auf dem Silbertablett. Und in beiden Spielen schien ALBA, auch wegen eines eigentlich starken Bayern-Beginns, mausetot. Doch die Berliner kämpften und bissen sich in beiden Spielen zurück ins Spiel.
Bayerns Star-Ensemble derweil? Es zerfiel in beiden Spielen in seine Einzelteile. In Spiel vier in Berlin verspielte man eine Zehn-Punkte-Führung und gab sich in der Schlussphase komplett auf. In Spiel fünf vergeigte man in heimischer Halle sogar eine 20-Punkte-Führung.
Die Spieler verfielen in Panik. Echte Lösungen als Team gab es nicht mehr, stattdessen nur noch Versuche es im Eins gegen Eins zu regeln.
Ikone Svetislav Pesic mit undankbarem Job
Genau hier lag eines der Hauptprobleme in dieser Saison: Die vielen Stars der Bayern agierten zu selten als echtes Kollektiv. Berlin dagegen war ein echter eingeschworener Haufen, der damit die geringere individuelle Klasse ausglich.
Das unterstrich übrigens auch Trainer-Ikone Svetislav Pesic, der nach der Niederlage mit sich selbst hart ins Gericht ging: „Mir ist es nicht gelungen, ein Team zu formen.“ In Pesics Aussagen schwang aber auch deutlich mit, er diese Aufgabe quasi unmöglich fand.
War diese Bayern-Truppe – mit der auch der im Dezember entlassene Weltmeister-Coach Gordon Herbert glücklos geblieben war – untrainierbar? Dieses Wort ist einen Tick zu hart, aber leicht war es sicher nicht, alle Charaktere zu managen.
Dem scheidenden Sportvorstand Dragan Tarlac ist nicht gelungen, die Basis für ein funktionierendes Team zusammenzustellen. Viele seiner Transfers waren Fehlgriffe, der Kader wirkte unrund und auch deutlich zu alt. Nicht umsonst gingen in der Schlussphase oft die Kräfte aus.
Mammutaufgabe für die neuen Verantwortlichen
Zur Wahrheit gehört: Auch Pesic machte bei seinem bitteren Abschied nach über 40 Jahren als Trainer nicht alles richtig. Er bekam die wiederkehrenden Fehler seiner Mannschaft nicht in den Griff – und verpasste im Finale zu oft den Moment, sein Team mit Auszeiten zu ordnen.
Die größeren Probleme allerdings liegen tiefer – es hat seine Gründe, warum bei Bayern massive Veränderungen ins Haus stehen.
Auf den neuen Sportvorstand Thorsten Leibenath und den neuen Trainer – Anton Gavel, wenn Bayern das Tauziehen um ihn gewinnt – wartet eine Mammutaufgabe. Ein großes Problem: Allzu viele Veränderungen in der Mannschaft erscheinen kurzfristig nicht möglich, da viele Bayern-Spieler auch noch einen Vertrag für die kommende Saison haben.
Eine Verbesserung muss trotzdem her, damit es nicht nochmal eine solche Saison gibt, in der die Bayern fast alle Dinge vermissen lassen. Anspruch und Wirklichkeit müssen wieder zusammenpassen.