Mit einem großen Grinsen und strahlenden Augen eilte Bayern-Präsident Herbert Hainer nach dem nächsten Sieg seiner Basketballer gegen AS Monaco (91:82) auf das Spielfeld des Münchener SAP Garden.
Diese Geste ist ein Statement
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Die Freude über die nächste europäische Gala war Hainer förmlich ins Gesicht geschrieben, und auch sein Ziel war klar. Schnurstracks lief er auf Bayern-Trainer Svetislav Pesic zu und nahm die Trainer-Ikone herzlich in den Arm.
„Er war happy, dass wir gewonnen haben. Er hat mir gratuliert, sowas finde ich wirklich super“, freute sich Pesic, als er nach dem Spiel von SPORT1 auf die Szene angesprochen wurde.
Nach Monaten des Frusts ist die Freude und Begeisterung zurück beim FCBB. Einen großen Anteil daran hat Pesic, mit dem die Bayern seit seiner Rückkehr sieben von zehn Spielen in Europa gewannen. Zudem erfüllte er Hainers großen Wunsch: Die Basketballer des FC Bayern liefern wieder Spektakel.
FC Bayern: Pesic voll des Lobes für Herbert Hainer
Aber nicht nur Hainer zeigte sich nach dem Spiel begeistert, auch Pesic selbst, und zwar über das Engagement und die Leidenschaft seines Präsidenten.
„Es ist toll, dass er bei jedem Spiel ist und uns unterstützt. Das hilft auch der Mannschaft“, sagte Pesic auf SPORT1-Nachfrage und geriet danach richtig ins Schwärmen: „Er ist noch deutlich mehr integriert und näher dran an der Mannschaft als die Präsidenten in meiner ersten Amtszeit. Damals wurden wir auch unterstützt, aber jetzt ist er noch mehr dabei und versucht auch der Mannschaft aktiv zu helfen.“
Auch an die Vereinsführung insgesamt richtete Pesic seinen Dank. „Für uns und speziell auch für die Spieler ist es wichtig zu sehen, dass wir nicht alleine sind, sondern auch der ganze Verein hinter uns steht und sich Gedanken macht, wie man in verschiedenen Bereichen noch besser werden kann. Auch das hilft, damit die Mannschaft kontinuierlich gut spielen kann“, erklärte der 76-Jährige.
Pesic lobte aber nicht nur die Leidenschaft seines Präsidenten. Er stellte auch die Arbeit aller Mitarbeiter heraus: „Im Verein gibt es immer eine Mannschaft, das sind die Spieler und der Coaching-Staff, aber auch die zweite Mannschaft ist extrem wichtig, also das Team rund um das erste Team. Sie geben uns wichtige Impulse und extra Motivation, auch mit der Begeisterung.“
Kann Pesic auch zweiten Hainer-Wunsch erfüllen?
Gemeinsam als Einheit versuchen sie beim FC Bayern Basketball auch noch das zweite große Ziel von Präsident Herbert Hainer doch noch irgendwie möglich zu machen: die Teilnahme an den Play-Ins.
Dieses Ziel hatte er vor der Saison ausgegeben. Doch nach 17 Spielen schien dieses Ziel unmöglich zu erreichen. Bayern war zu diesem Zeitpunkt 19., punktgleich mit dem Letzten. Nur das bessere Korbverhältnis verhinderte das bittere Abrutschen auf den 20. und letzten Platz.
Es folgte die Entlassung von Gordon Herbert und die klare Ankündigung von Hainer, die Playoffs noch erreichen zu wollen: „Wir haben vor sechs Monaten die Ziele ganz klar definiert. Ein Ziel waren die Playoffs in der EuroLeague, und dieses Ziel ist jetzt deutlich schwerer zu erreichen.“
Damals wurde der Präsident von vielen Seiten belächelt. Ein Einzug zumindest in die Postseason schien unmöglich.
Playoff-Hoffnungen? Pesic stapelt noch tief
Doch dann kam Pesic und brachte die Hoffnung zurück. Aus zehn EuroLeague-Spielen holte er mit seinem Team sieben Siege. In der Zeit unter dem Serben gehört der FCBB plötzlich zu den absoluten Top-Teams Europas. Die neue Spielweise mit der unglaublich starken Defensive bereitet zurzeit jedem Gegner Probleme.
Noch liegen die Bayern drei Siege hinter einem Play-In-Platz. Es sind aber auch noch elf Spiele zu absolvieren, und in der aktuellen Form scheint man jeden Gegner schlagen zu können.
Pesic selbst stapelt noch tief: „Noch haben wir keine sehr gute Position in der EuroLeague. Wir wollen deshalb noch nicht träumen von den Play-Ins oder Playoffs.“
Nur wenig später macht er dann aber doch Hoffnung: „Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und uns auf Maccabi vorbereiten und dort gewinnen. Dann schauen wir mal, was noch möglich ist. Wenn wir jetzt die Serie weiter ausbauen, können wir vielleicht noch eine Chance haben.“
In Europa muss Bayern jetzt bei Maccabi Tel Aviv, bei Real Madrid und bei Roter Stern Belgrad dreimal in Folge auswärts ran. Die Auswärtsserie könnte die Playoff-Hoffnungen endgültig begraben, sie könnte aber auch die wieder entfachte Begeisterung noch mehr befeuern. Aktuell scheint alles möglich.