Max Hopp befürchtet, dass Joe Cullen am zweiten dramatischen Aus bei der Darts-WM in zwei Jahren intensiver zu knabbern haben könnte. „Er muss aufpassen, dass ihn das nicht bricht. Das sind schon zwei harte Niederlagen gewesen“, warnte der SPORT1-Experte.
Hopp warnt vor Karriere-Bruch
Cullen hatte kurz zuvor 3:4 in Sätzen gegen Gerwyn Price verloren. Nachdem er einen 0:3-Rückstand aufgeholt und sich bis zum 4:5 in Legs im siebten Satz gekämpft hatte, überstand er Matchdarts des Walisers und checkte 170 Punkte für das Sudden-Death-Leg. Dieses gewann Price souverän.
„Eine Partie, bei der man gedacht hat, Gerwyn Price marschiert locker durch. Er ist 3:0 vorne gewesen in Sätzen. Ich dachte, Joe Cullen erwischt es heute bitter“, analysierte Hopp, lobte jedoch den Kampfgeist des Engländers: „Er hat sich aber nach und nach in die Partie hineingearbeitet, das war wirklich harte Arbeit.“
Auch Robert Marijanovic fand aufbauende Worte für den Unterlegenen. „Ich glaube, er wird trotz allem gut schlafen können. Er hat der Welt gezeigt, dass da noch viel Potenzial da ist“, betonte der SPORT1-Co-Kommentator.
Immer wieder Drama um Cullen
Bei der Weltmeisterschaft 2024 hatte „The Rockstar“ ebenfalls im alles entscheidenden Leg verloren. Im Achtelfinale gegen den späteren Champion Luke Humphries hatte er selbst zwei Matchdarts nicht verwandelt, ehe „Cool Hand Luke“ im Sudden Death triumphierte.
Derartige Thriller ziehen sich damit weiter durch Cullens Karriere. 2022 verpasste er um Haaresbreite den Premier-League-Titel. Im Finale gegen Michael van Gerwen setzte er einen Championship-Dart neben die Doppel-16.
Bis dato steht lediglich ein Major-Triumph in seiner Vita: das Masters 2022. Nach einem schwierigen Jahr 2024 ist Cullen in der PDC Order of Merit auf Rang 23 abgerutscht. Sollte er im kommenden Jahr nicht die Kurve kriegen, droht ein weiterer Absturz.
Aufreger nach Auftaktmatch bei Darts-WM
Wie angespannt der 35-Jährige ist, wurde nach seinem Auftaktsieg gegen Wessel Nijman deutlich. Im Anschluss an seinen überzeugenden 3:0-Erfolg gegen den niederländischen Shootingstar warf Cullen zunächst sein Darts-Case von der Bühne, ehe er bei mehreren Interviews seine Wut auf die Medien zum Ausdruck brachte, da diese ihn im Vorfeld nicht zum Favoriten des Matches gemacht hatten.
Nachdem er von „Respektlosigkeit“ gesprochen hatte, brach er auch noch die Pressekonferenz vorzeitig ab. Lange konnte er bei dieser WM nicht mehr demonstrieren, dass ihn die Journalisten zu Unrecht unterverkauft hatten.