Spektakuläres Viertelfinale, aber Luke Humphries ist raus! Gian van Veen hat den Weltmeister von 2024 mit 5:1 in Sätzen geschlagen und ist bei der Darts-WM ins Halbfinale eingezogen.
Darts-WM: Aus für ungewohnt fahrigen Humphries
Aus für ungewohnt fahrigen Humphries
In der ersten Runde feierte van Veen gegen Cristo Reyes noch seinen ersten WM-Sieg jemals, nun scheint plötzlich der Titel möglich. Der Schlagabtausch mit Humphries hatte es in sich, aber van Veen landete gegen den Engländer seinen fünften Sieg in Folge und kürte sich damit auch zur neuen niederländischen Nummer eins. Im Live-Ranking der PDC Order of Merit rückt er sogar bis auf Rang drei vor und zieht damit an Landsmann Michael van Gerwen vorbei.
Beide Spieler starteten mit einer 180 in das Match und spielten im ersten Satz über 100 Punkte im Average. Van Veen sicherte sich den Set schließlich im Decider, nachdem Humphries einen Satzdart auf Bullseye knapp verpasst hatte. (Darts-WM vom 11. Dezember bis 3. Januar LIVE auf SPORT1)
Im zweiten Satz behielt „Cool Hand Luke“ die Oberhand (3:1). „Sehr genial gespielt“, bilanzierte SPORT1-Experte Robert Marijanovic: „Humphries null beeindruckt, vom ersten Satz des Niederländers.“
Darts-WM: Humphries patzt entscheidend
Im Decider des dritten Satzes patzte Humphries dann aber spielentscheidend: Bei 80 Punkten Rest warf er zunächst in die Triple-5 und verfehlte dann die einfache 15. Sein zweiter Dart landete nur in der Single-2 und so war kein Finish mehr möglich. „Das kennt man so gar nicht von Luke“, merkte SPORT1-Kommentator Basti Schwele an. Van Veen war zur Stelle und holte sich den Satz.
Mit dem Big Fish - das mit 170 Punkten größtmögliche Finish im Darts - sicherte sich van Veen das erste Leg in Satz vier. Ein Leg später warf Humphries zwei Darts an der Doppel-8 vorbei. „Der hat jetzt echt Probleme auf die Doppel“, wurde Marijanovic deutlich. Van Veen bestrafte den Fehler und holte sich das Leg.
Van Veen kontert Highfinish mit 10-Darter
Humphries checkte im nächsten Leg 158 Punkte (Triple-20, Triple-20, Doppel-19) „aus dem Nichts“, wie Schwele befand. Doch van Veen zeigte sich vom Highfinish unbeeindruckt und holte sich mit einem 10-Darter auch diesen Satz.
Auch im fünften Satz war van Veen den entscheidenden Deut besser (3:2). „Hier bahnt sich Großes an“, sagte Schwele. Und so kam es dann auch. Der Niederländer verwandelte seinen ersten Matchdart auf der Doppel-16 und holte sich auch den sechsten Satz (3:1).
„Eine phänomenale Leistung. Wenn es drauf ankam, war er voll zur Stelle“, resümierte SPORT1-Experte Max Hopp. „Ein 105er Average über sechs Sätze, das ist einfach eine mega, mega starke Performance.“
Letztlich spielte van Veen 105,41 Punkte im Drei-Dart-Average und traf 55,2 Prozent seiner Würfe auf die Doppel. Bei Humphries waren es 101,12 Punkte im Average und eine Doppelquote von 34,4 Prozent.
Darts-WM: Van Veen gegen Ex-Weltmeister gefordert
Van Veen spielte ein äußerst überzeugendes Darts-Jahr 2025, in dem er sich unter anderem mit einem Sieg gegen Humphries (11:10) zum jüngsten Europameister der Geschichte krönte. Auch bei den Players Championship Finals im November verlor Humphries gegen den 23-Jährigen (5:6). Nun die nächste bittere Niederlage für den Engländer.
Im Halbfinale trifft van Veen auf den zweimaligen Weltmeister Gary Anderson. Der „Flying Scotsman“ hatte sich in der Nachmittagssession mit 5:2 in Sätzen gegen Justin Hood durchgesetzt.
„Gary hatte ein tolles Turnier, ich hatte ein tolles Turnier. Ich muss das Spiel einfach genießen. Er ist mein Idol. Ich freue mich sehr, morgen die Bühne mit ihm zu teilen“, blickte van Veen dem Aufeinandertreffen entgegen.