Der SSV Ulm hat im Kellerduell mit Jahn Regensburg ein Ausrufezeichen gesetzt und zum ersten Mal nach elf Spielen wieder eine Partie in der 2. Bundesliga gewonnen. Angeführt vom vierfachen Torschützen Semir Telalovic besiegten die Spatzen den Jahn hochverdient mit 5:1 (3:0). Zwar liegt Ulm als Tabellen-16. weiter auf dem Relegationsrang, verschaffte sich aber ein Zwei-Punkte-Polster auf den ersten direkten Abstiegsplatz.
Furiose Ulmer landen Kantersieg
Mit einem Hattrick in der ersten Halbzeit hatte Telalovic (24., 34., 45.+1) sein Team früh auf die Siegerstraße gebracht, Oliver Batista Meier (55., Foulelfmeter) und wiederum Telalovic (79.) erhöhten in Hälfte zwei. Regensburg kam durch Noah Ganaus (90.+2) spät zum Ehrentreffer und muss nach der Pleite beim direkten Konkurrenten mehr denn je um den Klassenerhalt zittern, beträgt der Rückstand des Tabellenletzten auf den Relegationsplatz doch bereits sechs Punkte.

Nach einer umkämpften Anfangsphase erarbeiteten sich die Gastgeber im Donaustadion sukzessive ein Chancenplus - und belohnten sich durch Telalovic, der nach einem Pass aus dem Mittelfeld per Linksschuss traf. Die unterlegenen Regensburger fanden offensiv kaum statt, Ulm legte in Person seines glänzend aufgelegten Mittelstürmers Telalovic noch vor der Pause doppelt nach.
Entschieden schien die Partie dann spätestens mit dem verwandelten Foulelfmeter durch Batista Meier zehn Minuten nach Wiederanpfiff. Der Jahn mühte sich danach um Ergebniskosmetik, blieb jedoch meist harmlos. Stattdessen erzielte Telalovic in der Schlussphase seinen vierten Treffer.
Rückschlag für Breitenreiter und Hannover
Zweites Spiel, erster Rückschlag: Der neue Trainer Andre Breitenreiter hat mit Hannover 96 im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga einen herben Dämpfer eingesteckt. Gegen Abstiegskandidat Preußen Münster kamen die Niedersachsen nicht über ein enttäuschendes 2:2 (1:1) hinaus.
Dabei lagen die Hausherren nach den Treffern von Nicolo Tresoldi (34.) und Enzo Leopold (64.) in Führung, doch Florian Pick (72.) glich überraschend noch aus. Zudem war Joshua Mees (21.) für Münster erfolgreich. Hannover verpasste vor dem Topspiel nächste Woche beim Spitzenreiter Hamburger SV den Sprung auf Platz drei in der Tabelle. Preußen ist vier Spiele in Serie ohne Niederlage.
Auf dem schmierigen Rasen in Hannover legte die Breitenreiter-Elf einen klassischen Fehlstart hin, Mees traf ebenso sehenswert wie überraschend für die Gäste. Hannover zeigte sich aber überhaupt nicht schockiert, blieb die spielbestimmende Mannschaft und wurde durch Tresoldi belohnt.
Danach wurde Hannover eigentlich immer besser und drängte weiter nach vorne - folgerichtig und verdient brachte Leopold sein Team in Führung. Doch dann patzte Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler und Pick blieb aus kurzer Distanz eiskalt.
Alle Tipps und Tricks zum Thema Sportwetten sowie die besten Boni, Quoten und Anbieter gibt es HIER | ANZEIGE
Paderborn beendet Minikrise
Der SC Paderborn hat seine Minikrise beendet und sich im Aufstiegsrennen zurückgemeldet. Nach nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen und dem Verlust der Tabellenführung setzten sich die Ostwestfalen bei Darmstadt 98 mit 1:0 (1:0) durch und schoben sich als Sechster wieder an die Spitze heran.
Felix Platte (37.) erzielte das Siegtor für die Paderborner, bei denen Torhüter Manuel Riemann ein gelungenes Debüt feierte und ohne Gegentor blieb. Für Darmstadt setzte es unter Trainer Florian Kohfeldt erst die dritte Niederlage im 15. Spiel. Sein Comeback nach langem Kampf gegen den Krebs feierte bei den Lilien in der Schlussviertelstunde Mittelfeldspieler Jean-Paul Boetius, der eineinhalb Jahre vereinslos gewesen war.
„Ich hasse es zu verlieren, deswegen bin ich im Moment noch sauer“, sagte der Niederländer bei Sky, „aber ich bin natürlich dankbar für die Möglichkeit.“ Paderborns Marvin Mehlem freute sich: „Darmstadt hat es gut gemacht, wir aber besser. Wir haben alles reingeworfen und verdient gewonnen.“
Die Gäste jubelten schon nach drei Minuten, als Filip Bilbija den Ball über die Linie gedrückt hatte. Der Kölner Keller entschied aber, dass dabei der Oberarm mitgeholfen hatte. Zehn Minuten später lag der Ball wieder im Tor der Lilien, Sven Michel hatte getroffen, dabei aber seinen Gegenspieler gefoult.
Beim dritten Mal zählte der Treffer dann: Nach einer Ecke von Raphael Obermair legte Marvin Mehlem von der Torauslinie den Ball per Kopf zurück in die Mitte, Platte vollendete zur verdienten Führung. Der Torschütze schied allerdings nur wenige Minuten später verletzt aus. Paderborns Winterzugang Riemann hatte dagegen zunächst wenig zu tun. Der langjährige Bochumer sah, dass die Darmstädter große Probleme hatten. Sein Gegenüber Marcel Schuhen verhinderte mit einer Doppelparade nach Obermair-Freistoß und Bilbija-Abstauber das 0:2 (45.+3).
Erst nach der Pause musste Riemann öfter eingreifen, Darmstadt erhöhte den Druck. Doch Paderborn verteidigte konzentriert.