Darf Anatolij Tymoschtschuk seinen Beruf bald nicht mehr ausüben?
Ex-Bayern-Star Anatolij Tymoschtschuk droht Ärger von ukrainischem Fußball-Verband
Ex-Bayern-Star droht Ungemach
Dem Ukrainer, der von 2009 bis 2013 für den FC Bayern gespielt hat, drohen harte Konsequenzen von Seiten des ukrainischen Fußballverbands (UAF), da er den russischen Angriffskrieg in seinem Heimatland nach wie vor noch nicht verurteilt hat. (BERICHT: Ukrainische Fußballer sterben im Krieg)
„Zu der Zeit, während ein anderer Ex-Klub des Ukrainers, der FC Bayern München, Erklärungen veröffentlicht und Aktionen zur Unterstützung der Ukraine durchführt, schweigt Tymoschtschuk und arbeitet weiter für den Klub des Aggressors“, schrieb die Ethikkommission der UAF in einem Statement und kündigte an, dem 42-Jährigen seine Trainerlizenz und Ehrungen zu entziehen, sollte er nicht klar Stellung beziehen.
Tymoschtschuk von Ex-Teamkollegen kritisiert
Tymoschtschuk arbeitet momentan als Co-Trainer von Zenit St. Petersburg, der Verein aus Wladimir Putins Heimatstadt. Anders als viele andere Spieler und Angestellte im Fußball aus der Ukraine hat der Ex-Profi sich noch nicht von seinem Verein getrennt.
Dafür hatte der ehemalige Mittelfeldspieler bereits Kritik einstecken müssen. „Tolya, wie kann das sein? Du kommst aus der Ukraine. Wie kannst du schweigen und weiter dort arbeiten?“, schrieb sein ehemaliger Mitspieler Yevgen Levchenko in einem offenen Brief an Tymoschtschuk.
„Wir haben zusammen für dieselbe Mannschaft gespielt, haben dieses Trikot mit Stolz getragen, die Hymne gesungen, gewonnen und verloren. Bist du jetzt einfach still? Tolya, wie wirst du damit leben können?“, fragte der 44-Jährige, der neun Länderspiele absolviert hat.
Mit 144 Einsätzen im blau-gelben Trikot ist Tymoschtschuk Rekordnationalspieler seines Landes. Alle Titel bei ukrainischen Turnieren sollen ihm zudem aberkannt werden. Die Ethikkommission forderte zudem, den früheren Kapitän aus dem offiziellen Register von Fußball-Nationalspielern zu entfernen.