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Flutlicht an - Folge 32: Susanne Amar erklärt ihren besonderen Fußball-Job

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Flutlicht an - Folge 32: Susanne Amar erklärt ihren besonderen Fußball-Job

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Reden hilft - auch im Jugendfußball!

Reden hilft - auch im Jugendfußball!

Susanne Amar stolperte durch die Fußball-Leidenschaft ihres Sohns in eine für sie fremde Welt - und schuf dabei einen neuen Beruf. Im Podcast „Flutlicht an!“ spricht sie über ihre Geschichte
Susanne Amar arbeitet als Expertin für Kommunikation im Jugendfußball
Susanne Amar arbeitet als Expertin für Kommunikation im Jugendfußball
© SPORT1 / privat
Mara Pfeiffer
Mara Pfeiffer

„Hätte mir jemand vor 14 Jahren gesagt, ich mache das heute, hätte ich schallend gelacht.“

Susanne Amar klingt sehr amüsiert, wenn sie über ihre Rolle als Expertin für Kommunikation im Jugendfußball spricht. Über 25 Jahre arbeitet sie als TV-Producerin, doch als ihr damals siebenjähriger Sohn sich 2005 ein Probetraining in einem Fußballverein organisiert, steht auch ihr Leben vor großen Veränderungen.

Nur, dass die Journalistin es da noch nicht ahnt.

Susanne Amar sieht großes Missverständnis beim Thema Fußball

„In unserer Gesellschaft ist es sehr verankert, dass wir denken: Jeder weiß, wie der Fußball funktioniert“, findet Amar. Für sie hingegen ist es ein vollkommen fremder Kosmos. Nicht nur, dass sie mit dem Sport selbst bis dahin wenig anfangen kann. „Mir war nicht bewusst, wie so ein Fußballverein funktioniert.“ Der aber ist plötzlich unfassbar wichtig für ihr Kind, das Amar in eine ihr völlig unbekannte Welt mitnimmt.

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„Diese Erwartung, was bedeutet das, wenn mein Sohn Fußball spielen möchte? Was kommt da auf mich zu? Wo muss ich unterstützen?, waren Dinge, die ich gern vorher gewusst hätte“, erinnert sich die Journalistin an diese Zeit der Unsicherheit.

Es geht ihr um Basisinformationen, die letztlich nur einmal zusammengetragen werden müssen. Denn der Fußball als Hobby habe einen größeren Einfluss auf die Familie als andere kindliche Aktivitäten, findet Amar.

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Wie umgehen, auch mit Frust und Rückschlägen?

„Es ist ein fester Termin am Wochenende. Das war bei uns eigentlich immer der heilige Raum der Familie.“ Und zu der gehören eben vier Personen, nämlich Eltern, Tochter und Sohn. Wie also auf Dauer der Tatsache gerecht werden, dass der Filius plötzlich sogar mit einer Karriere als Profikicker liebäugelt und gleichzeitig die Interessen der anderen wahren?

Und wie dabei umgehen mit Frustrationen und Rückschlägen, die dem Kind im Fußball nun einmal begegnen - und die ihn phasenweise sehr mitnehmen?

Schnell findet die Journalistin sich in der freiwilligen Rolle wieder, Auskünfte beim Verein zusammenzutragen und an die Mütter und Väter der anderen Kids weiterzugeben. Wer völlig sachfremd in diese Themen hineinrutscht, braucht anfangs eine helfende Hand, um nicht die Balance zu verlieren, findet Amar.

Sie beginnt, sich in diese Brückenrolle hineinzufuchsen. Als besonders wichtig macht sie dabei die Kommunikation zwischen Eltern und Trainer*innen aus: „Je besser diese beiden Parteien miteinander harmonisieren, desto einfacher ist es.“

Womit viele Eltern nicht umgehen können

Ihr Credo dabei: „Gebt den Eltern ausreichend Informationen und sie können euch kompetent unterstützen.“ Letztlich gehe es um Lernprozesse, findet Amar, für alle Beteiligten.

Viele Eltern könnten auch mit der negativen Gefühlswelt ihrer Kids nach Trainings oder Spielen nicht gut umgehen. Und ohne zu wissen, dass beispielsweise Spiele auf der Bank nun mal dazugehören, fehle ihnen der notwendige Schlüssel.

Deshalb findet Amar Informationsaustausch so wichtig. Die Erfahrung macht sie erneut, als ihr Sohn in ein Nachwuchsleistungszentrum wechselt.

Amars Sohn spielt nicht mehr - sie blieb dem Fußball treu

Wieder steht sie auch als Elternteil vor völlig neuen Herausforderungen. Gleichzeitig stellt sie eine Veränderung in der Kommunikation der Mütter und Väter untereinander fest: „Über Probleme wurde weniger gesprochen.“

Dabei sei es anspruchsvoll, Schule, Training, Spiele und die ureigenen Bedürfnisse des Kindes und der Familie unter einen Hut zu bringen. Und dabei die Freude an der ganzen Entwicklung nicht zu verlieren, denn längst liebt auch Amar den Fußball; mindestens dann, wenn ihr Sohn auf dem Platz steht. Und sie alle Infos bekommt.

Der Übergang von der Spielermutter zu ihrer Rolle als Coach im Kinder- und Jugendfußball ist beinahe schleichend. Heute spielt Amars Sohn nicht mehr, sie ist dem Fußball beruflich treu geblieben, berät Eltern, Vereine und Trainer*innen, auch ein eigener Podcast gehört zu ihrem Job. Es ist ein Job, auf den sie niemals gewettet hätte, der sie aber sehr glücklich macht.

Schließlich trägt sie mit ihren Erfahrungen dazu bei, dass andere Eltern sich ganz auf die positiven Seiten dieser Reise konzentrieren können.



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