Das Ligaspiel zwischen Benfica Lissabon und dem FC Porto (2:2) ist in der Schlussphase eskaliert und Startrainer José Mourinho dabei mit glatt Rot vom Platz geflogen.
Mourinho-Eskalation: "50-mal als Verräter bezeichnet"
Wilde Szenen: Mourinho mittendrin
Nachdem der Ex-Mainzer Leandro Barreiro für Benfica den späten Ausgleich erzielt hatte (88.), kochten die Emotionen über. Mourinho geriet dabei in den Mittelpunkt der Kontroverse.
Chaotische Szenen - Mourinho fliegt runter
Es kam zu einem hitzigen Schlagabtausch zwischen beiden Bänken samt Rudelbildungen. Porto erhob den Vorwurf, Pepe sei von einem Gegenstand getroffen worden. Mitten im Chaos wurde der wütende Mourinho von Schiedsrichter Joao Pinheiro vom Platz gestellt (90.+1). Auch Nicolás Otamendi sah die Rote Karte (90.).
Beim Gang in die Katakomben kam es zu einem Wortgefecht zwischen Mourinho und Portos Co-Trainer Lucho González.
Mourinho, der zwischen 2002 und 2004 zweieinhalb Jahre lang den FC Porto trainiert hatte, erklärte auf der Pressekonferenz: „Die Person vom FC Porto hat mich 50-mal als Verräter bezeichnet. Ich würde gerne wissen, wovon er spricht. Ich habe Porto trainiert, Chelsea trainiert, Inter Mailand trainiert. Ich habe meine Seele gegeben. Ich denke, das nennt man Professionalität.“
Mourinho übt Schiedsrichter-Kritik
Zudem behauptete Mourinho, von den Fans beleidigt worden zu sein: „Das gehört zum Fußball dazu. Das ist kein Problem, aber dass ein Berufskollege mich als Verräter bezeichnet? Weil ich alles für Benfica gegeben habe? Das hat mir nicht gefallen.“
Für das Schiedsrichterteam hatte Mourinho nichts als Kritik übrig: „Der Schiedsrichter sagte, er habe mich vom Platz gestellt, weil ich einen Ball gegen die Bank des FC Porto geschossen habe - was völlig falsch ist. Ich wurde zu Unrecht vom Platz gestellt, der vierte Offizielle hat einen schlechten Job gemacht.“
Bereits beim Playoff-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid war Mourinho, weil er wiederholt reklamiert hatte, von Schiedsrichter Francois Letexier mit Gelb-Rot auf die Tribüne geschickt worden (86.).
Die Partie wurde von einer rassistischen Beleidigung gegen Vinícius Júnior überschattet. Benfica schied schließlich aus und Real zog ins Achtelfinale ein.
Porto hingegen ist noch in einem internationalen Wettbewerb vertreten. Im Europa-League-Achtelfinale geht es gegen den VfB Stuttgart.