Bruchhagen: Das droht dem HSV beim Abstieg

Bruchhagen: Das droht dem HSV beim Abstieg

Nach der Niederlage beim FC Augsburg stürzt der Hamburger SV auf den Relegationsplatz ab. Bei SPORT1 spricht Vorstandsboss Heribert Bruchhagen über die Lage.
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Reinhard Franke
von R. Franke
am 2. Mai

Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV, sträubt sich, wenn er auf mögliche Konsequenzen eines erstmaligen Abstiegs des Bundesliga-Dinos angesprochen wird.

"Ich will gar nicht so viel über das Zweitliga-Szenario sprechen", meint der 68-Jährige im Gespräch mit SPORT1, "weil man mir dann vorwirft, dass ich mich jetzt schon zu viel mit der Zweiten Liga beschäftige."

Auf dem Schirm hat Bruchhagen die Eventualitäten allerdings sehr wohl.

Bruchhagen "rechnet nicht mit Abstieg"

"Ich rechne nicht mit dem Abstieg. Aber es ist ein ganz normaler Vorgang, dass wir im Rahmen des Lizensierungsverfahrens auch ein Zweitliga-Szenario zeichnen müssen", sagt er.

"Das haben wir gemacht, und das zieht natürlich auch personelle Konsequenzen nach sich. Das geht gar nicht anders. Der Lizenzspieler-Etat verkleinert sich fast auf die Hälfte. Das geht aber jedem Verein so, der absteigen muss."

Durch einen Abstieg gebe es "auch extreme TV-Einbußen. Dann rutschten wir automatisch auf Platz 19 im Fernsehgeld-Ranking", erklärt Bruchhagen. "Normalerweise wären wir beim Klassenerhalt auf Platz 13 oder 14 im Ranking. Wenn es aber runter geht, sind wir 19. nach Zweitliga-Bedingungen. Das ist schlimm.“

Am vergangenen Spieltag hatte der HSV beim FC Augsburg mit 0:4 verloren und war dadurch auf Platz 16 abgerutscht. "Die Leistung in Augsburg war deprimierend", erklärt Bruchhagen. "Aber wir haben eine gute Heimbilanz, und darauf müssen wir jetzt aufbauen."

Todt erntet reichlich Kritik

"Jens Todt hätte auch dann Kritik abbekommen, wenn er die Mannschaft stark kritisiert hätte", meint er. "Mit welcher Methode man an die Mannschaft nach so einer deprimierenden Leistung ran geht, zieht doch immer Kritik nach sich. Es gibt da kein Allheilmittel."

Trainer Markus Gisdol würde auch im Abstiegsfall in Hamburg bleiben. "Wir sind schon bei der Vertragsverlängerung mit Markus Gisdol diesen worst case durchgegangen", erinnert der HSV-Boss.

Mit Eintracht Frankfurt hat Bruchhagen eine ähnliche Situation durchlebt. "Da haben wir auch die richtigen Schlüsse gezogen, und das werden wir in Hamburg auch tun. Wir haben alle Chancen aus eigener Kraft die Klasse zu halten."