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Rekord-Bayern melden sich zurück

Rekord-Bayern melden sich zurück

Der FC Bayern kehrt in der Bundesliga mit einem Torfestival in die Erfolgsspur zurück, offenbart in Berlin aber wieder einige Schwächen.
Die Bayern zeigen gegen Union Berlin die richtige Reaktion nach der Pokal-Blamage gegen Gladbach. Mit einer Reporterfrage kann Thomas Müller aber nicht wirklich viel anfangen.
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von SPORT1

Der FC Bayern München hat sich nach der historischen 0:5-Klatsche im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga stark zurückgemeldet – und mal wieder einen Rekord aufgestellt.

Auch dank eines Doppelpacks von Robert Lewandowski setzten sich die vor allem in der Anfangsphase höchst konzentriert agierenden Münchner am 10. Spieltag mit 5:2 (3:1) beim nie aufsteckenden 1. FC Union Berlin, der die zweite Hälfte teilweise dominierte, durch. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach zehn Bundesligaspielen hat Bayern, das am Samstag wegen der Corona-Isolation von Julian Nagelsmann erneut von Assistent Dino Toppmöller gecoacht wurde, nun 38 Tore auf dem Konto. So viele hatte laut Opta in der Ligahistorie noch kein Team zu diesem Zeitpunkt erzielt.

Dino Toppmöller vertritt Julian Nagelsmann gegen Union Berlin ein letztes Mal als Trainer an der Seitenlinie. Der Interims-Chefcoach zieht ein durchaus überraschendes Fazit.
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Ein letztes Mal Interims-Chefcoach: Toppmöllers überraschendes Fazit

„Die zwei Gegentore sind ärgerlich“, sagte Manuel Neuer bei Sky: „Aber wir sind zufrieden, dass wir ein anderes Gesicht gezeigt haben.“

Bayern behauptete die Tabellenführung, spürt den Atem des BVB, der seine Siegesserie gegen den 1. FC Köln fortsetzte, aber dicht im Nacken. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Thomas Müller zeigte sich mit der „Herangehensweise ans Spiel“ zufrieden: „Der Druck war enorm groß. Wir wollten eine fußballerische Reaktion zeigen. Es war wichtig, dass wir die Zweikämpfe annehmen. Wir mussten Verantwortung übernehmen. In der ersten halben Stunde haben wir ein sehr dominantes Spiel gemacht.“

Lewandowski erzielt Doppelpack

Robert Lewandowski brachte das Team von Julian Nagelsmann, der die Mannschaft nach dem Pokal-Debakel auf vier Position veränderte, in der 15. Minute per Handelfmeter in Führung. Paul Jaeckel hatte zuvor einen Schuss von Leroy Sané mit dem Arm abgewehrt.

„Dann muss der Paul vielleicht Torwart werden“, scherzte der verletzte Union-Angreifer Max Kruse in der Halbzeit bei Sky: „Wenn man so hingeht, muss man sich nicht wundern, dass es Elfmeter gibt.“

In der 23. Minute legte Stürmer Lewandowski mit einem direkt verwandelten Freistoß, den er selbst herausgeholt hatte, nach. Für den Polen waren es die Saisontore elf und zwölf. Damit baute er seine Führung in der Torjägerliste vor Erling Haaland (9, BVB) und Patrick Schick (8, Leverkusen) aus. (Bundesliga: Die Torjägerliste)

Leroy Sané erhöhte in der 34. Minute auf 3:0, nachdem Thomas Müller eine Hereingabe von Kingsley Coman artistisch in die Mitte gespitzelt hatte – Sané musste nur noch einschieben. Kurz zuvor war der Nationalspieler nach traumhafter Vorarbeit von Lewandowski noch an Luthe gescheitert.

Union steckt nicht auf, Bayern schwimmt

In der 43. Minute brachte Niko Gießelmann per Linksschuss den Union-Fans die Hoffnung zurück. Manuel Neuer sah beim Gegentreffer nicht wirklich gut aus, der wuchtige Schuss prallte von seinem Bein ins Tor.

Nur eine Minute später landete der Ball wieder hinter Neuer im Netz – Sheraldo Becker stand aber vor seinem Abschluss hauchdünn im Abseits. Union steckte auch nach der Pause nicht auf - im Gegenteil. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf Neuers Tor zu. Becker konnte in der 51. Minute nach einem bösen Fehlpass von Josip Stanisic, der für Benjamin Pavard spielte, eine aussichtsreiche Möglichkeit nicht nutzen.

Kurze Zeit später musste Neuer wieder eingreifen, ehe Awoniyi einen Becker-Pass knapp verpasste (53). Unruheherd Becker und Christopher Trimmel zwangen Neuer dann wieder zu Paraden (57., 58.).

Coman mit Traumtor - Ryerson antwortet

Mitten in die Drangphase der Köpernicker drosch Kingsley Coman den Ball aber nach schöner Einzelleistung rechts oben ins Eck (60.).

Der Widerstand der Berliner war damit aber nicht gebrochen, Julian Ryerson stellte nach schöner Vorarbeit von Kevin Behrens mit seinem Debüt-Tor auf 2:4 (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga).

Bayerns Defensive zeigte nach der überaus wackligen Leistung in Gladbach erneut Schwächen. Müller monierte, dass sich die Münchner zu sehr auf das Unioner Spiel einließen, ergänzte aber: „Wir haben dann jeweils die richtigen Antworten gefunden.“

Neue Sorgen um Hernández?

In der 68. Minute nahm Toppmöller einen Dreierwechsel vor, nachdem zuvor bereits Musiala für Sané gekommen war. Pavard, Sabitzer und Upamecano ersetzten Stanisic, Tolisso und Hernández, der sich kurz zuvor offenbar verletzt hatte. Sportvorstand Hasan Salihamidzic schlug nach Hernández‘ Auswechslung und einem kurzen Gespräch zumindest mit der flachen Hand gegen die Bank.

Gladbach überrannte die Bayern in einer historischen Pokal-Nacht. Was machte den Rekordmeister beim Debakel gegen die Borussia so anfällig?
03:38
Upamecano schwach wie nie: So zerlegte Gladbach die Bayern

Thomas Müller beruhigte die Nerven der Bayern in der 80. aber endgültig. Nach starker Vorarbeit von Upamecano ließ der Nationalspieler Luthe mit seinem Schuss keine Chance. Müller hat damit gegen alle aktuellen Ligakonkurrenten der Bundesliga ein Tor erzielt, Berlin hatte ihm auf seiner Liste noch gefehlt.

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Müller hadert noch mit Pokal-Aus

Bayerns nächster Schritt zur Wiedergutmachung soll im Champions-League-Heimspiel am kommenden Dienstag (21.00 Uhr) gegen Benfica Lissabon folgen. Dann will auch Nagelsmann aus seiner Corona-Quarantäne zurückkehren und wieder an der Seitenlinie stehen.

Vergessen ist die Pokal-Demütigung noch lange nicht. „Jetzt stehen wir hier locker flockig. Aber aus dem Pokal sind wir trotzdem raus“, sagte Müller: „Wir haben da nicht nur ein Spiel verloren, sondern einen Wettbewerb, der uns ziemlich wichtig war. Da müssen wir weiter mit umgehen. Es ist nicht so, dass wir sagen: Pokal raus, alles super.“

Union-Fans feiern

Unions Spieler, die nach 21 Heimspielen in Folge ohne Niederlage erstmals wieder als Verlierer die mit 16.509 Zuschauern ausverkaufte Alte Försterei verließen, holten sich nach der 2:5-Pleite eine verdiente Ehrenrunde ab.

„Der Verein ist einzigartig. So etwas gibt es in dieser Form woanders nicht“, meinte Torhüter Luthe bei Sky.

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