Anzeige
Home>Fußball>Bundesliga>

Ist dieser FC Bayern zu stoppen? Fünf Erkenntnisse, die Konkurrenten Angst machen müssen

Bundesliga>

Ist dieser FC Bayern zu stoppen? Fünf Erkenntnisse, die Konkurrenten Angst machen müssen

Anzeige
Anzeige

5 Erkenntnisse aus Bayern-Gala

5 Erkenntnisse aus Bayern-Gala

Zum Saison-Auftakt dominiert der FC Bayern Eintracht Frankfurt nach Belieben. Nun stellt sich die Frage: Wer soll diese Mannschaft überhaupt aufhalten? SPORT1 liefert fünf Erkenntnisse aus dem Auftakt-Erfolg der Münchner.
Bayern schießt Frankfurt zum Bundesligaauftakt ab. In Erinnerung wird aber auch ein kurioser Fauxpas von Thomas Müller bleiben.
Patrick Berger
Patrick Berger
Christopher Michel
Christopher Michel

Und die Frage, die sich stellt: Kann die Konkurrenz den elften Meistertitel in Serie überhaupt verhindern?

Als die Partie beendet und Eintracht Frankfurt mit 6:1 besiegt war, atmete Präsident Peter Fischer nach Abpfiff bei ran tief durch. Aus „Who the F*** is Mané“ wurde: „Das ist schon irre.“

Die Hessen gingen gegen den FC Bayern gnadenlos unter, sie hätten vor allem im ersten Durchgang noch deutlich mehr Gegentreffer kassieren können. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Wer den Europapokal-Sieg der Eintracht gesehen hat, erwartet natürlich, dass sie mitspielen können“, erklärte Trainer Heiko Herrlich im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1: „Ich denke, dass viele Vereine jetzt anders an die Sache rangehen und die Räume eng machen werden. Das wird nicht nochmal so ablaufen. Jeder, der sagt, es wird ein Selbstläufer für die Bayern, der sollte erstmal abwarten.“

Aber Fakt ist: Statt der Liga Hoffnung zu machen, landeten die Frankfurter brutal in der Realität. Und der FC Bayern? Der sammelte für sich nach elf Toren in zwei Pflichtspielen (5:3 im Supercup gegen RB Leipzig/6:1 in Frankfurt) wertvolle Erkenntnisse

1. Keine „One-Man-Show“ von Lewandowski mehr

Fünf verschiedene Torschützen gab es bei fünf Treffern in Leipzig, sechs Tore in Frankfurt teilten sich erneut auf fünf verschiedene Profis auf. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist es offenbar schnell gelungen, die vielen Tore von Robert Lewandowski auf mehrere Schultern zu verteilen.

Auffällig: Neben den Angreifern Sadio Mané und Serge Gnabry, trafen mit Benjamin Pavard, Joshua Kimmich und Mega-Talent Jamal Musiala Spieler aus allen Mannschaftsteilen. „Unsere Spielfreude war sehr gut. Es ist für den Gegner nicht so leicht zu verteidigen, wenn unsere vier bis fünf Offensivspieler ins Zocken kommen“, lobte Nagelsmann den Auftritt seiner Elf. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

  • „Die Bayern-Woche“, der SPORT1 Podcast zum FCB: Alle Infos rund um den FC Bayern München – immer freitags bei SPORT1, auf meinsportpodcast.de und den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podigee abrufbar

Ist der FC Bayern ohne Lewandowski gar stärker? „Stärker würde ich jetzt nicht sagen“, sagte SPORT1-Experte Stefan Effenberg im STAHLWERK Doppelpass.Natürlich war das beeindruckend am ersten Spieltag und im Supercup. Aber da sollten wir noch abwarten. Lewandowski war natürlich ein Torgarant mit seinen Treffern. Sie sind jetzt variabler geworden, mit ihrem Tempo in jeder Lage den Unterschied zu machen. Das war schon echt ein starker Tag in Frankfurt, du hattest den Europa-League-Sieger als Gegner.“

Sportvorstand Hasan Salihamidzic freut sich jedenfalls über die neue Variabilität. „Wir haben acht Leute, die die drei, vier Positionen vorne unter sich ausmachen. Jetzt gibt es kein Verstecken hinter einem oder hinter Lewa“, sagte er bei Sky. (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Natürlich wird es Partien geben, in denen sich erst noch zeigen muss, ob sich der FC Bayern komplett von Lewandowski emanzipiert hat. „Wie kompensieren wir den Abgang von Lewy, wenn wir mit Flanken agieren müssen? Es werden Spiele dabei sein, wo uns ein Stürmer helfen kann“, sagte Nagelsmann und verwies auf den noch verletzt ausfallenden Eric Maxim Choupo-Moting. Doch der Auftakt, er ist mit elf Toren in 180 gespielten Minuten geglückt.

2. Upamecano wird stabiler

Der Blick auf die Heatmap von Dayot Upamecano drückt die Dominanz des FC Bayern in Frankfurt deutlich aus. Der Innenverteidiger agierte im Spielaufbau beinahe schon im Bereich der defensiven Mittelfeldspieler, die Hessen wurden dadurch förmlich eingekesselt.

Starke 88 Prozent seiner 95 Pässe kamen bei den Kollegen an. Und wenn ein Eintracht-Profi die hochstehende Abwehrkette zu überlaufen drohte, zog er an und brachte seine Schnelligkeit (Top-Speed am Freitagabend: 33,41 km/h) ein.

Upamecano hat den neu entfachten Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung somit voll angenommen. Er will sich nicht von Neuzugang Matthijs de Ligt kampflos auf die Bank verdrängen lassen.

Neuzugang Matthijs de Ligt geht in seine erste Saison mit dem FC Bayern. Vor Saisonbeginn sprach der Niederländer über seinen Werdegang, den FC Bayern und die Bundesliga.
03:53
FC Bayern München: Matthijs de Ligt über seine erste Saison in der Bundesliga

In dieser Verfassung jedenfalls kommt Nagelsmann kaum an ihm vorbei. Gegen die Eintracht agierte Upamecano hochkonzentriert und fehlerfrei.

3. Kimmich ist die Allzweckwaffe

In der vergangenen Rückserie befand sich Joshua Kimmich erstmals seit Jahren in einer schwierigeren Phase. Beim Nationalspieler lief es sportlich nicht ganz rund, er erreichte nur selten sein Top-Niveau.

Die neue Spielzeit eröffnete Kimmich allerdings mit einem Paukenschlag. Es waren erst fünf Minuten gespielt, da zirkelte er den Ball schlitzohrig um die Mauer ins nicht abgedeckte kurze Eck von Eintracht-Schlussmann Kevin Trapp. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Kimmich war auf Anhieb wieder Dreh- und Angelpunkt der Münchner. Der 26-Jährige hatte 97 Ballkontakte und zog im Zentrum die Strippen. Sieben seiner elf langen Bälle fanden den Mitspieler, seine öffnenden Pässe schafften enorme Räume.

„Wenn Musiala so spielt, wie jetzt, muss er gesetzt sein, aber auch ein Kimmich und ein Upamecano waren Weltklasse“, erklärte Effenberg. „Dann hast du ja schon diese Achse, dass die Mannschaft funktioniert.“

Nach der Partie erkannte Kimmich bei seiner Analyse: „Ein Kritikpunkt ist bei uns natürlich immer, dass wir es wieder nicht geschafft haben, zu Null zu spielen.“ Es ist genau diese Gier nach Perfektion, die den FC Bayern immer und immer wieder in Richtung Titel trägt.

Und Kimmich? Der bejubelte sein 34. Tor für die Münchner noch genauso euphorisch wie sein erstes.

4. Pavard trumpft auf

Ist er einer der am meisten unterschätzten Spieler der Bundesliga? Benjamin Pavard jedenfalls zeigte auch gegen die Eintracht wieder, dass er sich in inzwischen drei Jahren beim FC Bayern insgesamt hervorragend weiterentwickelt hat.

Defensiv ließ der Weltmeister von 2018 kaum etwas anbrennen und nach vorne entwickelt er wieder Gefahr. Gegen die Eintracht erzielte er seinen ersten Bundesliga-Treffer seit 30. Mai 2020 (damals beim 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf).

Pavard traf bereits vor einer Woche in Leipzig. Sein Jubel in Frankfurt fiel dementsprechend groß aus, er rannte Richtung Trainingsbank und herzte Nagelsmann und Co.

Nach den Verpflichtungen von Noussair Mazraoui und de Ligt wurde er von Teilen der Öffentlichkeit bereits abgeschrieben, sein Berater führte Sondierungsgespräche mit Klubs wie dem FC Chelsea. (BERICHT: Pavard-Verkauf? Das denken die Bayern-Bosse)

Der FC Bayern absolviert in den USA sein Kurz-Trainingslager. Auf der PK spricht Julian Nagelsmann über die Zukunft von Benjamin Pavard. Der Verteidiger soll unbedingt gehalten werden.
00:34
Wechsel von Benjamin Pavard? Julian Nagelsmann lässt aufhorchen

Doch in dieser Form kommt Nagelsmann am flexibel einsetzbaren Pavard schwer vorbei.

5. Die Gier nach Siegen ungebrochen

Spieler wie Joshua Kimmich, Manuel Neuer, Thomas Müller oder Serge Gnabry haben mit dem FC Bayern alle Titel, die es zu gewinnen gibt, abgestaubt. Trotzdem feierte die Mannschaft den Auftakterfolg in Frankfurt beinahe schon frenetisch.

Nagelsmann erkannte: „Ein Sieg ist das größte Glücksgefühl, das darf niemals Normalität werden. Auch dann, wenn man viele Siege gefeiert hat, muss es etwas Besonderes bleiben.“

Der Trainer wird seine Mannschaft weiter zu Höchstleistungen antreiben müssen. Nagelsmann ist dabei auch abhängig davon, dass die Profis mitziehen: „Ich hoffe, dass uns dieser Hunger erhalten bleibt.“

Die ersten beiden Pflichtspiele mit elf Toren und einer gewaltigen Spielfreude jedenfalls lassen nicht auf das Gegenteil schließen. Es werden auch noch andere Aufgaben kommen.

Doch so ist der FC Bayern auf dem Weg zu seiner elften (!) Meisterschaft in Folge höchstwahrscheinlich nicht zu stoppen.

Alles zur Bundesliga auf SPORT1:

Im Jahr 1969 feierte der FC Bayern München zum ersten Mal den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Mittlerweile sind die Münchner in Deutschland konkurrenzlos.
01:33
SPORT1 Bundesliga Classics: Bayerns erster Meistertitel 1969