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Mané wirkungslos! Union zeigt: So sind die Über-Bayern zu knacken

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Mané wirkungslos! Union zeigt: So sind die Über-Bayern zu knacken

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Mané als Sinnbild für Bayern-Probleme

Mané als Sinnbild für Bayern-Probleme

Zum zweiten Mal in Folge kommt Bayern München nicht über ein 1:1 hinaus. Trotz hoher Ballbesitzanteile bleiben gegen Union Berlin phasenweise die Torchancen aus. Die Mannschaft von Urs Fischer legt eine Blaupause vor, wie die „Über-Bayern“ in Schach gehalten werden können.
Julian Nagelsmann ärgert sich im Interview über eine angebliche Schwalbe vor dem 1:0 von Union Berlin. Lobt Andreas Schäfer aber auch für seine Cleverness in dieser Situation.
Constantin Eckner
Constantin Eckner

Bayern München hat an diesem Wochenende die Tabellenführung in der Bundesliga verloren. Nach fünf Spieltagen ist das natürlich kein Grund zur Panik, aber auf den furiosen Saisonstart folgten zwei magere Ergebnisse. Das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach kann noch größtenteils auf eine fast übermenschliche Leistung von Torhüter Yann Sommer zurückgeführt werden. Der Schweizer stellte mit 19 gehaltenen Bällen einen neuen Bundesliga-Rekord auf.

Union Berlin musste für das identische Ergebnis gegen die Bayern am Samstag jedoch Torhüter Frederik Rönnow keinesfalls Ähnliches abverlangen. In der ersten Halbzeit gelangen dem Team von Julian Nagelsmann bei 75 Prozent Ballbesitz lediglich zwei Torabschlüsse, darunter der Treffer durch Joshua Kimmich. Trotz spielerischer Überlegenheit hielten die Berliner die Gäste aus München oftmals aus der Gefahrenzone rund um das eigene Tor. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Union zwingt Bayern nach außen

Ein Schlüssel zum Erfolg von Union: das frühe Pressing, das teils intensiv von Sheraldo Becker und seinen Nebenmännern ausgeführt wurde. Wichtig waren vor allem die Laufwege und das Timing der Berliner. Bayerns Innenverteidiger wurden, bevor sie den ersten Vorwärtspass spielen konnten, aus der Mitte heraus angelaufen. Union versuchte so den Spielaufbau des Rekordmeisters auf die Flügel zu leiten. (Kommentar: Was Bayern wirklich ändern muss)

Obwohl die Bayern, wie eigentlich immer, auf den Außenbahnen hochkarätig besetzt waren, erhoffte sich Urs Fischer vor allem auf diese Weise defensiven Erfolg. Kingsley Coman oder Alphonso Davies brachen gelegentlich durch, aber es waren vornehmlich Einzelaktionen. Der kollektive Hochgeschwindigkeitsfußball der ersten Wochen dieser Saison wurde von Union effektiv verhindert. Fischer wusste natürlich genau, wie die Bayern zuvor Gegner ausgehebelt haben.

Mané taucht ab

Nagelsmanns Team lebte zuletzt vor allem von Vertikal- und Ablagepässen, die mittig durch die Linien der Gegner hindurchgingen und aufgrund der schnellen Ausführung die defensive Zuordnung zunichtemachten. Union jedoch konnte die eigene Defensivformation in der Regel aufrechterhalten, weil Bayerns flügellastiger Angriffsfußball vorhersehbar war. In der Folge war es Union, mehr noch als Gladbach in der Vorwoche, möglich, Räume eng zu halten, Zweikämpfe zu initiieren und Härte in die Begegnung zu bringen. Denn physisch mussten sich die Hausherren gegenüber Bayern nicht verstecken, das war Cheftrainer Fischer bewusst. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Insbesondere Sadio Mané wirkte am Samstag innerhalb des bayerischen Offensivgefüges wirkungslos. Der Senegalese wartete meist weit vorn zwischen den Berliner Innenverteidigern auf Anspiele, agierte quasi wie ein klassischer Mittelstürmer. Nachdem Mané in den ersten Saisonspielen noch zweistellige Ballkontakte im mittleren Spielfelddrittel aufweisen konnte, sank dieser Wert bereits gegen Gladbach auf magere vier. Der Neuzugang der Bayern hatte keinerlei Präsenz im Mittelfeld. Dabei kommen seine Stärken doch vor allem als driftender und kombinationsorientierter Angreifer zur Geltung. Schnelle Weiterleitungen und ein Gespür für die Räume zwischen den Linien sind das, was ihn auszeichnen, wenn er nicht selbst von der Außenbahn ins Dribbling geht. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nicht auf Schwächephasen der Gegner hoffen

Positiv stimmen sollte die Bayern, dass sie am Samstag in der zweiten Halbzeit zu mehr Strafraumaktionen und Torabschlüssen kamen. Selbst ein versiertes Defensivteam wie Union kann nur schwerlich über 90 Minuten diese Art von Fußball durchhalten. Irgendwann ergeben sich Lücken. Aber darauf zu hoffen, sollte nicht der Anspruch von Nagelsmann und seiner Spieler sein. Stattdessen müssen sie konkrete Lösungen finden, um frühe Pressingattacken der Gegner zu umspielen und anschließend das eigene direkte Passspiel nach vorn zu initiieren. So gesehen kommt das Remis in der Alten Försterei als Weckruf vielleicht sogar sehr gelegen.

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