Manuel Neuer ist gerade erst ins Tor des FC Bayern zurückgekehrt, schon vermittelt er wieder den Eindruck, dass er noch einige Zeit auf einem Weltklasse-Niveau weitermachen kann. Mit dem fünfmaligen Welttorhüter gewann der FC Bayern nach dessen Comeback seine vergangenen drei Bundesligaspiele - darunter war das beeindruckende 4:0 bei Borussia Dortmund.
Bundesliga: Wer ist Bayerns Torwart der Zukunft? - Dreesen mit Sonderlob für Neuer, Ulreich und Peretz
Wird er der Neuer-Erbe?
Klar ist aber auch, dass Neuer nicht ewig weiterspielen kann. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem der Rekordmeister einen Nachfolger für seinen Kapitän präsentieren muss. Wie Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen am Sonntag auf der Jahreshauptversammlung der Bayern erklärte, habe der Klub diesen bereits im Kader. „Mit Daniel Peretz konnten wir einen der besten Keeper der nächsten Generation verpflichten“, betonte der CEO.
„Der Fisch gehört ins Wasser...“
Ende August nahmen die Münchner den israelischen Schlussmann unter Vertrag, viele Einsätze sprangen bislang jedoch noch nicht heraus. Lediglich einmal durfte Peretz beim 4:0-Sieg bei Preußen Münster in der ersten Runde des DFB-Pokals ins Bayern-Tor, die restlichen Spiele bestritt Sven Ulreich als Neuer-Ersatz.
Dass der ehemalige Torhüter des VfB Stuttgart diese Aufgabe mit Bravour löste, konnte man auch an der Jahreshauptversammlung am Sonntag erkennen. Großer Applaus brandete auf, als sich CEO Dreesen bei Ulreich für dessen Leistungen bedankte. Dennoch: „Während wir Sven Ulreich unseren großen Dank aussprechen, dass er Manuel so würdig vertreten hat, freuen wir uns von Herzen, dass Manu wieder zurückgekehrt ist. Der Fisch gehört ins Wasser, der Manu gehört ins Tor“, sagte der Vorstandsvorsitzende bildhaft.
Ulreich konnte mit teils starken Leistungen auf ganzer Linie überzeugen, soll aber keine Alternative als Nummer eins für die Zeit nach Neuer sein. Vielmehr planen die Bayern mit Peretz als „Torwart für die Zukunft“.
Ulreich-Verlängerung? „Ich hoffe, dass er das gehört hat...“
Dann wäre da noch Alexander Nübel. Selbiger spielt zwar aktuell für den VfB Stuttgart, steht aber noch beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag. Nübel hat maßgeblichen Anteil daran, dass Stuttgart bis dato die Überraschungsmannschaft der aktuellen Spielzeit ist und sich in der Spitzengruppe der Bundesliga festgespielt hat - zuletzt durch einen eindrucksvollen Sieg gegen Borussia Dortmund.
Eine Zukunft Nübels in München scheint nach vergangenem Sommer jedoch unrealistisch, äußerte sich sein Berater Stefan Backs schließlich kritisch über eine Bayern-Rückkehr.
Bis sich Bayern aber ernsthaft um einen Neuer-Nachfolger Gedanken machen muss, kann noch etwas Zeit vergehen. Näher liegt das Ziel, den Vertrag von Ulreich zu verlängern, der im Sommer 2024 ausläuft. Nachdem „Ulle“ den größten Applaus des Tages bekam, erklärte Dreesen am Rednerpult schmunzelnd: „Ich hoffe, dass er das gehört hat, vielleicht fällt ihm die Unterschrift unter seinen neuen Vertrag leichter.“