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Der nächste Schritt einer rasanten Entwicklung

Eine rasante Entwicklung

Die Karriere von Ayoube Amaimouni-Echghouyab hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg genommen. Vor seinem Wechsel zur Eintracht Frankfurt musste sich der ehemalige Straßenkicker jedoch vom aussortierten NLZ-Talent über die Oberliga zurückkämpfen.
Ayoube Amaimouni-Echghouyab will auch in Frankfurt seine Entwicklung fortsetzen
Ayoube Amaimouni-Echghouyab will auch in Frankfurt seine Entwicklung fortsetzen
© IMAGO/osnapix
Die Karriere von Ayoube Amaimouni-Echghouyab hat in den vergangenen Jahren einen steilen Aufstieg genommen. Vor seinem Wechsel zur Eintracht Frankfurt musste sich der ehemalige Straßenkicker jedoch vom aussortierten NLZ-Talent über die Oberliga zurückkämpfen.

Der Sprung aus der 3. Liga und einem vorweihnachtlichen Duell mit Wehen Wiesbaden direkt in den Bundesliga-Trainingsalltag und das Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund.

Auch wenn es dabei zu keiner Einsatzminute reichte, dürften sich die vergangenen Wochen für Ayoube Amaimouni-Echghouyab wie ein Traum angefühlt haben. Nach SPORT1-Informationen musste Eintracht Frankfurt im Winter nur 200.000 Euro an die TSG Hoffenheim überweisen, um sich die Dienste des 21-Jährigen zu sichern.

„Dribbelstärke, Torgefahr, Dynamik und Straßenfußballerinstinkte“, beschrieb die Eintracht das Profil von Amaimouni-Echghouyab, der dies in dieser Saison auf erstaunliche Art unter Beweis stellte. Für die Zweitvertretung der TSG erzielte der Flügelspieler neun Tore und sechs Vorlagen in 18 Spielen dieser Saison.

Folgt Amaimouni auf El Mala? Frankfurt sticht Konkurrenz aus

„Seine rasante Entwicklung ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international aufgefallen. Umso mehr freut es uns, dass er sich für unseren Weg und den klaren Plan, den wir ihm aufgezeigt haben, entschieden hat“, sagte SGE-Sportdirektor Timmo Hardung in einem Interview des Klubs.

Unzählige Vereine sollen im Winter ins Rennen um den Youngster eingestiegen sein. Darunter der BVB, Bayer Leverkusen, Hamburg, Schalke oder auch Como (Italien) und Brügge (Belgien).

Kein Wunder, zumal besonders die Konkurrenten aus der Bundesliga in diesem Jahr des Öfteren mitansehen mussten, wie ein junger Spieler die Liga aufmischte, der gerade erst aus der 3. Liga gekommen war.

Die Rede ist von Köln-Juwel Said El Mala, der im vergangenen Jahr noch 13 Tore und fünf Vorlagen für Viktoria Köln erzielte und nun sogar erstmals mit zur Nationalmannschaft reisen durfte.

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Schon nach einer halben Saison wies Amaimouni-Echghouyab nahezu identische Zahlen auf wie zuvor El Mala und steigerte seinen Marktwert somit auf 2 Millionen Euro - deutlich über der Schnäppchenablöse der Eintracht.

Amaimouni: Erst Straßenfußballer in Spanien, dann in Deutschland aussortiert

Doch der Karriereweg des Linksfußes verlief noch weniger geradlinig, als es sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Der Sohn einer marokkanischen Einwandererfamilie wurde 2004 in Vic geboren, einer spanischen Kleinstadt, die etwa eine Autostunde nördlich von Barcelona liegt.

In Katalonien kickt er unter anderem für C. F. Voltregà, aber in erster Linie mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz - ein echter Straßenkicker also.

Erst mit zehn Jahren zog die Familie ins Ruhrgebiet, wo Amaimouni-Echghouyab in der Dortmunder Nordstadt aufwuchs und für den TuS Eving-Lindenhorst spielte. 2020 wurde bei einem Turnier schließlich Rot-Weiß Essen auf das Talent aufmerksam, woraufhin er erstmals in einem Nachwuchsleistungszentrum aufschlug.

Doch im Ruhrgebiet wurde der Rechtsaußen nach nur drei Einsätzen in der U17-Bundesliga nicht von der U19 übernommen - hier gibt es auch Parallelen zu El Mala, der einst bei Gladbachs U15 aussortiert wurde.

Nach einem Wechsel zu Arminia Bielefeld (14 Einsätze) ließ der Durchbruch aber weiter auf sich warten. Somit ging Amaimouni-Echghouyab zwei Schritte zurück und absolvierte seine erste Station in der Oberliga bei der SpVgg Erkenschwick.

Frankfurt-Talent kickte in der Oberliga: „Alles in Grund und Boden gespielt“

Im Gespräch mit RevierSport erinnert sich der ehemalige Erkenschwick-Trainer und Entdecker Magnus Niemöller an die ersten Tage: „Er hat alles in Grund und Boden gespielt. Wir haben sofort gesehen, dass das ein Juwel ist.“

Schon zwei Tage nach seiner Verpflichtung feierte das Toptalent sein Debüt gegen den ASC Dortmund. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, bei der er nur noch selten aus der Startelf rückte.

„Bodenständigkeit, Fokus und Spirit: Das alles passt bei ihm. Er war auch immer da, immer pünktlich. Er hat nach dem Training gerne noch mehr für sich gemacht. Das sind die Basics, um weiter nach oben zu kommen. Solche Spieler liebt man ja“, lobte Niemöller seinen ehemaligen Schützling, der vom Klub den liebevollen Spitznamen „Jupp“ erhielt.

Spitzname Jupp

„Die Fans haben ihn immer ‚Jupp, Jupp, Jupp‘ gerufen, und dann war für uns klar, dass wir ihn auch so nennen. Der richtige Name war einfach zu lang und zu schwierig, deshalb haben ihn alle Jupp getauft", erklärte Antonios Kotziampassis, Sportlicher Leiter bei Erkenschwick, im Gespräch mit Absolut Fußball: „Er hat dann auch immer auf Jupp gehört.“

Nach einer erfolgreichen Saison folgte schnell der Schritt zu Hoffenheim. Dort schaffte Amaimouni mit der zweiten Mannschaft den Aufstieg in Liga drei und nun den Sprung in die Bundesliga.

„Dass ich innerhalb so kurzer Zeit so viele Sprünge gemacht habe, ist schon außergewöhnlich und auch für mich manchmal überraschend“, offenbarte der Neu-Frankfurter Ende 2025 in einem Interview mit der TSG und meinte: „Ich habe zwar immer an mich geglaubt, aber eine so schnelle Entwicklung ist nicht normal.“

„Stufenspringer“ Amaimouni peilt Debüt an

Innerhalb von nur knapp zwei Jahren gelang dem „Stufenspringer“, wie ihn die Eintracht betitelte, eine Entwicklung vom Aussortierten und Oberligaspieler zum (langfristigen) Hoffnungsträger eines Champions-League-Klubs.

Sportdirektor Hardung ist sich der Größe der Aufgabe durchaus bewusst und erklärte den vereinseigenen Medien: „Unser gemeinsames großes Ziel ist es natürlich, dass der Junge im Deutsche Bank Park aufläuft, und das trauen wir ihm absolut zu. Der Schritt über zwei Ligen hinweg ist groß, das wissen wir. Deshalb haben wir den Zeitpunkt bewusst gewählt, damit er sich adaptieren kann.“

Dennoch stellte er auch heraus: „Egal, auf welcher Stufe er gespielt hat: Er hat seine Qualitäten immer aufblitzen lassen.“

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Bei der Eintracht fügt sich Amaimouni-Echghouyab auf jeden Fall nahtlos in ein klares Muster auf dem Transfermarkt ein. Alle fünf bisherigen Neuzugänge sind maximal 23 Jahre alt und wecken große Hoffnungen.

Die Ziele des Youngsters sind hingegen von Beginn an klar definiert. „Vollgas geben, mich weiterentwickeln und mit der Eintracht so erfolgreich zu sein wie möglich“, blickte Amaimouni-Echghouyab nach seiner Vorstellung im Herzen von Europa voraus und schwärmte: „Die Fans, der Klub allgemein – alles überragend.“